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Meldung vom 06.06.2012

Award für Wittener Institut für Familienunternehmen

Der Beitrag über Private Equity Kapital in Familienunternehmen von Götz Müller und Arist von Schlippe gewinnt den diesjährigen Best Paper-Award der IFERA.


Die International Family Enterprise Research Academy (IFERA) vergibt
mehrmals jährlich einen Preis für den besten wissenschaftlichen Beitrag im Bereich der Forschung von Familienunternehmen. Der “IFERA Best Paper-Award“ wird anhand der Kriterien Relevanz für das jeweilige Workshop Thema und wissenschaftliche Qualität des Papers vergeben.

Nun wurde im Rahmen des "8th Workshop on Family Firm Research" des European Institute for Advanced Studies in Management (EIASM), der vom  31.5. bis 02.06.2012 in Jönköping (Schweden) stattfand, das Paper “Private equity investments in family businesses: an empirical investigation of the organizational metamorphosis“ von Götz Müller und Prof. Dr. Arist von Schlippe mit dem “IFERA Best Paper-Award“ geehrt. Dotiert ist der Preis mit einer kostenfreien IFERA-Mitgliedschaft für ein Jahr sowie mit der Registrierung für die zwölfte jährliche IFERA World Family Business Research Conference, die vom 26. bis 29. Juni 2012 in Bordeaux (Frankreich) stattfinden wird.

Zum Inhalt des Papers:
• Forschungsziel des Beitrages ist es, die Frage zu beleuchten, wie sich Familienunternehmen verändern, wenn sich ein Private Equity Investor (Beteiligungskapital) im Unternehmen engagiert. Traditionellerweise bestehen gerade bei dieser Unternehmensform mehr oder weniger starke „psychologische Barrieren“, werden doch Private Equity-Firmen gerade von Familienunternehmern sehr kritisch gesehen. Doch das Bild von der „Heuschrecke“, der es nur darum geht, die noch verwertbaren Teile eines Unternehmens bestmöglich auszuschlachten, zeigt sich in der Studie der Wittener Forscher durchaus differenzierter.
• Ausgangspunkt war die Frage, welche organisatorischen Veränderungen Familienunternehmen im Zuge einer Minderheits- oder Mehrheitsbeteiligung durchlaufen. Die Untersuchung bestand aus insgesamt acht Fallstudien deutscher Familienunternehmen mit jeweils einer der beiden Beteiligungsformen.
• Es zeigte sich, dass sich die organisationale Performance im Verlauf der Übernahme dann leicht positiv entwickelte, wenn die Private Equity-Firma die Mehrheit der Geschäftsanteile übernahm, während sie bei Minderheitsbeteiligungen auf einem unveränderten Level blieb. Offenbar bleibt die Geschäftsstrategie bei einer Minderheitsbeteiligung weitgehend unverändert. Bei einer Mehrheitsbeteiligung sind durchaus größere Veränderungen zu beobachten, doch konnten auch in diesen Firmen keine Anhaltspunkte dafür gefunden werden, dass eine kurzfristige Ausbeutung anstelle einer langfristigen Förderung von Unternehmensressourcen stattfand. Das zugrunde gelegte Konzept der „Ambidexterity“ ließ erkennen, dass durch die (Mehrheits-)Beteiligungen die strategischen Optionen in jeder Hinsicht ausgeweitet wurden. Es wurde also sowohl die „Exploration“, also das Aufsuchen neuer Geschäftsfelder und Gelegenheiten, als auch die „Exploitation“, also das konsequente Nutzen bestehender Strukturen, gleichermaßen praktiziert. Damit zeigten sich die neuen Investoren ganz offenbar nicht an der Zerschlagung des Unternehmens interessiert, sondern an seiner langfristigen Stabilisierung.
• Die Beziehung zwischen Familienunternehmen und Private Equity Formen scheint mithin für beide Seiten nutzbringend zu sein. Die Investition in risikoreiche Optionen wird von den zu erwartenden Performancesteigerungen aufgewogen. Familienunternehmen sollten die Inanspruchnahme von Private Equity Kapital als durchaus attraktive Finanzierungsalternative in Betracht ziehen, im Zuge der Untersuchung konnten jedenfalls keine negativen Effekte auf die Organisation festgestellt werden.

Die Autoren:
• Götz Müller ist Doktorand am Forschungs- und Lehrbereich für “Führung und Dynamik von Familienunternehmen“ des Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU). Seine Dissertation beschäftigt sich mit dem Thema “Organisationswandel in Familienunternehmen durch Private Equity“.
• Prof. Dr. Arist von Schlippe ist Diplom-Psychologe, psychologischer Psychotherapeut, Familientherapeut und Familienpsychologe. Seit 2005 ist er akademischer Leiter des WIFU und als ausgewiesener Experte für Familienpsychologie als Professor im Forschungs- und Lehrbereich „Führung und Dynamik von Familienunternehmen“ tätig.

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