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Meldung vom 08.08.2012

Hilfsorganisationen bald ohne Helfer?

Ein gemeinsames Symposium von Uni Witten/Herdecke und Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes findet am 10. und 11. September 2012 in Berlin statt.


Feuerwehr, THW, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Malteser, ASB – die Liste der Organisationen, die die Bevölkerung schützen und die im Ernstfall Hilfe leisten lässt sich beliebig fortsetzen. Sie alle haben eine gemeinsame Sorge: Freiwillige und Ehrenamtler bilden das Rückgrat - und die werden immer weniger. „Einmal, weil wir in einer alternden Gesellschaft leben und ältere Menschen die zeitliche und physische Belastung eines Ehrenamtes nicht mehr auf sich nehmen wollen und können. Dann aber auch, weil mit Wegfall der Wehrpflicht die ‚Umgehungsstraße’ bei THW und Feuerwehr nicht genutzt wird. Und schließlich auch noch, weil viele Menschen für Ausbildung, Studium und Beruf mobil sein wollen und müssen – das Ehrenamt aber etwas ist, das man ‚zu Hause’ eingeht. Kein ‚zu Hause’ – kein Ehrenamt’,“ zählt Christian Endreß, einer der Organisatoren der Tagung, die Gründe auf.

Die Veränderungsprozesse und neuen Herausforderungen sollen am 10. und 11. September 2012 in Berlin im Rahmen des Symposiums „Ehrenamt im Bevölkerungsschutz“ zum Thema werden. Die Tagung organisiert der Lehrstuhl für Politikwissenschaft, Sicherheitsforschung und Sicherheitsmanagement der Universität Witten/Herdecke in Kooperation mit dem Generalsekretariat des Deutschen Roten Kreuzes. Beteiligt sind die im Bevölkerungsschutz tätigen Organisationen sowie Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Das Symposium ist Teil des vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Forschungsprojektes „Prioritätenbildung bei Rettungsmaßnahmen“ (PRI-KATS).

Frank Henkel, Senator für Inneres und Sport des Landes Berlin, wird die Teilnehmer des Symposiums in Berlin mit einer Begrüßungsrede willkommen heißen und gemeinsam mit Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, Inhaber des Lehrstuhls für Politikwissenschaft, Sicherheitsforschung und Sicherheitsmanagement der Universität Witten/Herdecke, in die Thematik einführen. Dr. h.c. Rudolf Seiters, Bundesminister a. D. und aktueller Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, wird sich in seiner Rede mit der Rolle des Ehrenamtes für die Gesellschaft befassen. Staatssekretär Klaus-Dieter Fritsche, Bundesministerium des Innern, wird die Thematik des Bevölkerungsschutzes und ehrenamtliches Engagement aus Sicht des Bundes erörtern.

Für die Universität Witten/Herdecke wird der Politikwissenschaftler Christian Endreß eine von der UW/H in Auftrag gegebene Forsa-Umfrage zur gegenwärtigen Situation des Ehrenamts im Katastrophenschutz vorstellen und Schwerpunkte auf folgende Fragestellungen legen: Wie können wir mit den "jungen Alten" nach Rentenbeginn umgehen und sie für Engagement im Ehrenamt bewegen? Wie gelingt es, Abiturienten auch während ihres Studiums außerhalb ihres Heimatverbands weiterhin ehrenamtlich einzubinden?

In weiteren Beiträgen werden, neben den relevanten Schwerpunkten „Ehrenamt und Gesellschaft“, „Ehrenamt und Demografie“ sowie „Formate des Helfens / Helfergewinnung", auch aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und laufende (Forschungs-)projekte vorgestellt und diskutiert. Einen besonderen Akzent setzt Adrian Bedoy, Publizist, Werbefotograf und Lehrbeauftragter der UW/H, mit der Vorstellung der Kampagne "Deutschland On". Diese soll zur Helfergewinnung und zur Attraktivitätssteigerung von ehrenamtlichem Engagement beitragen.

Das Forschungsprojekt „Prioritätenbildung bei Rettungsmaßnahmen“ (PRI-KATS) beschäftigt sich mit den Themen Koordination, Steuerung und Normenbildung im deutschen Katastrophenschutzsystem unter den Bedingungen von Großschadensereignissen. Ziel der Veranstaltung ist es, die Herausforderungen der Zukunft zu erkennen, zu analysieren und aufzugreifen. Dabei hilft es, in einen interdisziplinären Austausch zu treten und gemeinsam Lösungsansätze zu diskutieren.

Weitere Informationen zum Symposium erhalten Sie von Christian Endreß, christian.endresswe dont want spam@no spamuni-wh.de, Tel.: 02302 / 926 – 814 (Sekr.)

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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