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Eröffnung der Nachwuchsakademie „Klinische Studien“ an der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke am 23.01.2012, v.l.n.r.: Prof. Dr. Stefan Wirth (Dekan der Fakultät für Gesundheit), Prof. Dr. Stefan Zimmer (Wissenschaftlicher Direktor der Universität), Prof. Dr. Frank Krummenauer (Wissenschaftlicher Leiter der Akademie), Dr. Frank Wissing (Akademie-Ansprechpartner seitens der Deutschen Forschungsgemeinschaft), Prof. Dr. Martin Butzlaff (Präsident der Universität), Prof. Dr. E. Neugebauer (Prodekan für Forschung der Fakultät für Gesundheit)

Meldung vom 07.02.2012

Klinische Forschung: „next generation“

Die deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) förderte die Nachwuchsakademie „Klinische Studien“ an der UW/H.


In der Woche vom 23. bis zum 27. Januar 2012 hat eine Gruppe von 20 vielversprechenden Nachwuchsmedizinerinnen und –medizinern an der Universität Witten/Herdecke die dort abgehaltene DFG-Nachwuchsakademie „Klinische Studien“ absolviert. Die unter Federführung des Instituts für Medizinische Biometrie und Epidemiologie (Direktor Prof. Dr. Frank Krummenauer) der Universität Witten/Herdecke angebotene Veranstaltung stellt das Zentrum eines schon Mitte 2011 angelaufenen Vorhabens dar, in welchem junge Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland zielgerichtet auf die Arbeit in der Klinischen Forschung vorbereitet werden.

Im Zeitraum August – Oktober 2011 konnten sich bundesweit engagierte Ärztinnen und Ärzte um die Teilnahme an der DFG-Nachwuchsakademie „Klinische Studien“ bewerben. Aus den knapp 200 aus ganz Deutschland eingegangenen Bewerbungen sind dann über ein unabhängiges Begutachtungsverfahren die 20 besten Bewerberinnen und Bewerber ausgewählt und zur Teilnahme an der Nachwuchsakademie eingeladen worden: „Von Zahnmedizin über Kinderheilkunde bis hin zur Psychiatrie haben wir unter diesen Top 20 die gesamte Bandbreite der klinischen Medizin vertreten. Dem entsprechend fruchtbar war auch der zwischen den Teilnehmer/innen während der letzten Woche erfolgte Austausch zur klinischen Forschung im eigenen Fachgebiet – eine muntere und hochprofessionelle Truppe, von der wir exzellente Patientenstudien erwarten können!“, resümiert Prof. Krummenauer, der wissenschaftliche Leiter der Nachwuchsakademie. „Nach einer Serie von Expertenreferaten zu den verschiedenen Aspekten Klinischer Studien gab es die Möglichkeit, mit den Experten in vertraulichen Gesprächen eigene Projektvorhaben zu diskutieren und diese mit deren Hinweisen und Erfahrungshorizont zu optimieren – einige Projekte sehen heute völlig anders aus als vor einigen Monaten am eigenen Schreibtisch konzipiert“, schildert Dr. Lena Ulm vom NeuroCure Clinical Research Center am Berliner Universitätsklinikum Charité ihren Eindruck der letzten Woche. Die Akademie-Teilnehmerin wurde am Ende der Woche von der Expertenriege ausgezeichnet für die beste Projektpräsentation; sie beabsichtigt eine klinische Studie im Fachgebiet Neurologie und konnte die anwesenden Experten durchweg von ihrem Vorhaben überzeugen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt die Nachwuchsakademien „Klinische Studien“ seit 2008 sowohl finanziell wie auch infrastrukturell; zuvor wurde die Akademie in Bad Nauheim, Mannheim und Würzburg ausgerichtet. Über die Reisekosten der Teilnehmer/innen bis hin zur Möglichkeit für die eingeladenen Nachwuchskräfte, in Unterstützung durch die Akademie eigenständig eine wissenschaftliche Projektförderung beantragen zu können, bedingt dieses Förderformat der DFG eine nachhaltige Investition in den wissenschaftlichen Nachwuchs deutscher Universitätsklinika. „Die in der Akademie weiterqualifizierten Ärztinnen und Ärzte werden vielleicht schon in wenigen Jahren eigene Klinische Studienzentren leiten und somit Verantwortung für zahlreiche in klinische Studien einbezogenen Patienten übernehmen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft freut sich, dass das Förderformat der Nachwuchsakademie zu klinischen Studien auf so hohe Akzeptanz stößt – letztlich werden die Patienten von dieser Qualitätssicherung am meisten profitieren. Gewinnen wird aber auch die Forschungslandschaft an Universitätskliniken in Deutschland, da diese künftigen Studienexperten ihre spezifische Kompetenz in ihren Heimatkliniken im Schneeballsystem weitergeben werden.“, charakterisiert Dr. Frank Wissing, Referent im Bereich Lebenswissenschaften der DFG, das Förderprogramm der Nachwuchsakademie „Klinische Studien“, welches er seit Beginn engmaschig begleitet.

„Die Anforderungen an Klinische Studien sind sowohl aus ärztlicher wie auch aus methodischer und juristischer Perspektive enorm – neben aktuellstem medizinischen Fachwissen sind auch Kenntnisse aus anderen Fächern wie dem Medizinrecht und der Medizinischen Statistik notwendig, um eine Klinische Studie verantwortlich führen zu können. Diese breit gefächerte Kompetenz wird in der Nachwuchsakademie gebündelt und zugleich praxisnah vermittelt. Wir sind zugegeben auch etwas stolz, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft unsere Universität als Standort zur diesjährigen Durchführung der Nachwuchsakademie ausgewählt hat.“ resümiert Prof. Dr. Stefan Zimmer, Wissenschaftlicher Direktor der Universität Witten/Herdecke und selbst Leiter zahlreicher Patientenstudien am Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität, die Nachwuchsakademie: „Seitens der Universität gebührt vor allem auch Prof. Krummenauer aufrichtiger Dank, der diese Initiative für Witten gestartet und mit den Teams seines Instituts sowie des Zentrums für Weiterbildung der Universität die Akademie exzellent organisiert hat.“ Die Organisation war dabei nicht immer einfach, wie Patricia Heufers – Mitarbeiterin des Zentrums für Weiterbildung und logistische Koordinatorin der Akademie – im Nachgang schmunzelnd zusammenfasst: „Über 30 Experten und 20 Nachwuchswissenschaftler aus ganz Deutschland bezüglich Verpflegung, Übernachtung etc an einem Ort zusammen zu bringen, hat Herrn Krummenauer und mir mehr als eine Nachtschicht abverlangt – aber es hat Spaß gemacht!“

Anfang März 2012 werden die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder in Witten zusammen kommen und dann den Status Quo ihrer Projektvorhaben vorstellen. Mentoren von Deutscher Forschungsgemeinschaft und Universität Witten/Herdecke werden dann gemeinsam die Nachwuchsmedizinerinnen und –mediziner fit machen für die darauf folgende Antragstellung um finanzielle Förderung dieser Projekte.

 

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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