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Prof. Dr. Dirk Baecker

Prof. Dr. Dirk Baecker

Meldung vom 26.09.2016

Künste 4.0

Prof. Dr. Dirk Baecker sprach beim 9. Kulturpolitischen Dialog im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Themen waren „Gesellschaft 4.0“, „Nicht-triviale Technik“ und „Autonome Kunst“.


Die aktuellen Prozesse definieren eine neue Epoche der Menschheitsgeschichte. Erstmals sind globale Verknüpfungen in Lichtgeschwindigkeit rund um den Erdball möglich. Und erstmals beteiligen sich Maschinen mit einem enormen Gedächtnis, mit schnellen und lernfähigen Algorithmen und einer grenzenlosen Konnektivität an der menschlichen Kommunikation. Dieser menschheitsgeschichtliche Einschnitt ist nur mit drei Ereignissen einer ähnlichen Tragweite vergleichbar: mit der Entwicklung der Sprache vor ca. 50.000 Jahren, der Entwicklung der Schrift vor ca. 8.000 Jahren und der Entwicklung des Buchdrucks vor 600 Jahren. Über diese Themen sprach Prof. Dr. Dirk Baecker, Dekan der Fakultät für Kulturreflexion an der UW/H, beim 9. Kulturpolitischen Dialog im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport am 30. September 2016 in Düsseldorf.

Drei Überlegungen standen im Mittelpunkt des Vortrags. Prof. Baecker: „Erstens benötigen wir eine vergleichende Medientheorie und Mediengeschichte, die die Abhängigkeit von Mensch, Kultur und Gesellschaft von Prozessen der Digitalisierung beschreibt. Zweitens benötigen wir ein neues (und sehr altes, siehe téchne) Technikverständnis, das den Technikbegriff aus Vorstellungen einer linearen und isolierten Kausalität befreit. Und drittens können wir die Rolle der Kunst als ein autonomes Vermögen zur Beobachtung und Begleitung der Formatierung eines Homo digitalis begreifen, der an der Schnittstelle zwischen Kommunikation und Wahrnehmung, Technik und Gesellschaft, Natur und Kultur seinen (und ihren) neuen Ort bestimmt. Unter unseren Augen vollzieht sich im Moment ein Prozess, der die Digitalisierung selbstverständlich werden lässt. Nutzen wir den aktuellen Moment, in dem man sich noch über vieles wundert, um zu begreifen, was gerade mit uns geschieht.“

Sehen Sie hier den Kulturpolitischen Dialog im Video.

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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