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Meldung vom 12.08.2010
Medizin mit Herz und Hand ist möglich
Die Teilnehmer der Sommerakademie begaben sich eine Woche lang auf die Suche nach einer menschlichen und integrativen Medizin.
Die Sommerakademie für Integrative Medizin ist an der Universität Witten/Herdecke nach einer bewegten und ereignisreichen Woche am Freitag, den 6.8.2010, zu Ende gegangen. 160 Medizinstudenten, Therapeuten, Psychologen, Pflegende und 50 Dozenten bewegte eine Woche lang im Rahmen einer Sommerakademie an der Universität Witten/Herdecke die Frage nach einer menschlichen und integrativen "Medizin mit Herz und Hand". Dazu wurden über 40 Workshops zu unterschiedlichen medizinischen Verfahren, Ansätzen der Pflege, manuellen und künstlerischen Therapien und Kommunikationstechniken angeboten, in denen sowohl praktische als auch theoretische Fähigkeiten vermittelt wurden.
An langen Sommerabenden im Nachtcafé und in den Mittagspausen auf dem fröhlich gestalteten Unigelände wurde ein intensiver Dialog über einen möglichen Perspektivenpluralismus geführt: "Das wirklich Besondere an dieser Woche war die Möglichkeit, für all meine Fragen, Sorgen und Hoffnungen, die sich im Laufe meines Medizinstudiums angehäuft haben, einen Ansprechpartner zu finden", so eine Teilnehmerin, die dem Organisationsteam für das nächste Jahr angehören möchte.
"Wir wollen eine medizinische Praxis, die verschiedene Wege zur Heilung kennt, die in der Behandlung von Individuen nicht nach vorgefertigten Rastern arbeiten muss. Wir wollen Medizin als Heilkunst begreifen, die in den therapeutischen Momenten kreativ Lösungen sucht. Wir wollen eine Medizin, in der die Begegnung zwischen zwei Menschen respektvoll und individuell möglich ist. Eine solche Medizin braucht Mut zur Begegnung - zwischen Arzt und Patient, zwischen verschiedenen medizinischen und therapeutischen Praktiken und unterschiedlichen medizinischen Berufen" lauten Forderungen in einem Abschlusskommuniqué.
Auf die Frage, was die Teilnehmer zum Mitwirken an der Akademiewoche motiviert hat, antworteten viele, dass sie im klinischen Alltag Schwierigkeiten hätten, ihrem Bedürfnis nach einem menschlichen, würdevollen Umgang mit den Patienten gerecht zu werden. Dementsprechend fasste das Kommuniqué den Wunsch vieler Teilnehmer zusammen: "Gegenüber dem konventionellen Studium, in dem der Schwerpunkt auf theoretischer Wissensbildung liegt, bedarf es für eine patientenorientierte Medizin einer Ausbildung, die die verschiedenen medizinischen Richtungen mit einbezieht und praktische, kommunikative und therapeutische Fähigkeiten vermittelt."
Die Atmosphäre auf der Sommerakademie unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. E. Hahn, Dekan der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke, war geprägt von Offenheit und Interesse am wirklichen Perspektivenwechsel, egal ob in den Workshops, den Plenen mit Rednern wie Ellis Huber, dem ehemaligen Vorstand der Berliner Ärztekammer und anderen renommierten Persönlichkeiten, oder dem abschließenden open- stage-Abend.
Unzweifelhaft deutlich wurde in der Woche, dass das Bedürfnis nach einer integrierenden menschlichen Medizin hochaktuell ist und sie von Therapeuten, Medizinern und Patienten gleichermaßen nachdrücklich gefordert wird. Die Sommerakademie war ein erster Schritt in diese Richtung. Aus dem Kreis der begeisterten Teilnehmer entstand bereits während der Woche ein Vorbereitungsteam für eine Sommerakademie 2011, weiterhin sind mehrere Veranstaltungen während der Semesterzeit geplant. Dokumentiert wird die Woche in Form eines kurzen Films und eines ausführlichen Tagungsbands.
Lesen Sie hier einen Erfahrungsbericht von Dr. Jörg Reißenweber zur Sommerakademie



