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Prof. Dr. Joachim Zweynert

Prof. Dr. Joachim Zweynert

Jun.-Prof. Dr. Jens Harbecke

Jun.-Prof. Dr. Jens Harbecke

Meldung vom 31.07.2015

Nachwuchspreis für Plurale Ökonomik ausgeschrieben

Das Spektrum der Wirtschaftswissenschaften braucht eine Erweiterung.


Das Wittener Institut für institutionellen Wandel (WIWA) schreibt in diesem Jahr erstmals den „WIWA-Nachwuchspreis für Plurale Ökonomik, gestiftet aus dem Kuratorium der Universität Witten/Herdecke (UW/H)“, aus. Der Preis richtet sich an in Deutschland tätige Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bis zum Alter von 35 Jahren. Er ist mit 1.500 Euro dotiert und wird im Rahmen der „Witten Conference on Institutional Change“ vergeben.

In der deutschen Öffentlichkeit wie auch an den Universitäten herrscht zunehmendes Unbehagen über die einseitig am Mainstream orientierte Forschung und Lehre an den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten. „Es ist nicht so, dass der Mainstream ‚falsch‘, böse‘ oder ‚unwahr‘ ist“, erläutert WIWA-Direktor Joachim Zweynert, Professor für Internationale Politische Ökonomie an der UW/H. „Das Problem ist, dass wir derzeit an den meisten deutschen Wirtschafts-Fakultäten eine weitgehende Monokultur des Denkens vorfinden – und gerade wir Ökonomen sollten eigentlich wissen, wie schädlich Monopole sind.“

„Wenn alle dasselbe machen, führt das beinahe zwangsläufig zu einer methodischen wie inhaltlichen Verengung, die viele interessante Fragen ausschließt“, sagt WIWA-Mitglied Jens Harbecke, Juniorprofessor für Wissenschaftstheorie und Methodologie der Ökonomik. „Gerade jüngere Kolleginnen und Kollegen", so führt Zweynert weiter aus, "stehen unter erheblichem Anpassungsdruck. Weichen sie vom Mainstream ab, müssen sie fürchten, nicht in den „richtigen“ Fachzeitschriften publizieren zu können. Aber nur so können sie Ranking-Punkte erzielen, auf die in Berufungsverfahren immer größerer Wert gelegt wird.  Deshalb“, so Zweynert, „wollen wir mit dem Nachwuchspreis Plurale Ökonomik ein Zeichen der Ermutigung an jüngere, in Deutschland tätige Ökonominnen und Ökonomen senden, Neues zu wagen und die ausgetretenen Pfade zu verlassen. Uns geht es nicht um bestimmte theoretische oder normative Positionen, sondern einzig und allein darum, dass in der Wirtschaftswissenschaft mehr Raum für Vielfalt entsteht.“

Seit ihrer Gründung im Jahre 1984 ist die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der Universität Witten/Herdecke durch einen ausgeprägten Methodenpluralismus gekennzeichnet. „Natürlich sorgt es manchmal auch für Reibung und Spannungen, wenn zwei Kollegen völlig unterschiedliche Vorstellungen darüber haben, wie Wirtschaft funktioniert“, sagt der Dekan der Fakultät Prof. Dr. Birger Priddat, der seit 1991 an der Universität Witten/Herdecke forscht und lehrt. „Aber wir haben über die Jahre eine Streitkultur entwickelt, die es uns nicht nur ermöglicht, mit unterschiedlichen Auffassungen umzugehen, sondern diese produktiv zu nutzen, um Positionen zu  testen und zu schärfen. Und für Studierende ist kaum etwas so anregend, wie zu ein- und demselben Sachverhalt ganz unterschiedliche wissenschaftlich fundierte Positionen präsentiert zu bekommen.“

Tatsächlich nehmen Forschung und Lehre im Bereich der Wirtschaftsphilosophie, der Politischen Ökonomie, der ökonomischen Theoriegeschichte und vor allem der Ordnungs- und Institutionenökonomik einen festen Platz in der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung und Lehre in Witten ein. Um die an der Universität Witten/Herdecke vorhandene Kompetenz im Bereich der interdisziplinären Institutionenanalyse zu bündeln, haben Mitglieder der Wirtschaftsfakultät 2014 das Wittener Institut für institutionellen Wandel (WIWA) gegründet.

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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