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Buchcover

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Meldung vom 09.03.2017

Sozialrevolution! Ein Buch über die sozialen Auswirkungen von Industrie 4.0

Zwei Alumni der Universität Witten/Herdecke denken mit einer Reihe internationaler Größen darüber nach, wie die soziale Welt der Zukunft aussieht.


Computer schreiben automatisiert die Fußballberichte vom Wochenende und die Börsennachrichten, einen Bankberater benötigt keiner mehr und Roboter übernehmen immer mehr die Produktion von Waren, die dann mit autonomen Fahrzeugen und Drohnen ausgeliefert werden – die Menschen kommen in dieser sehr gegenwärtigen Zukunftsvision höchstens noch als Kunden vor. Doch womit sollen diese Kunden bezahlen, wenn die Arbeit von Maschinen gemacht wird? Das ist die Frage im Buch „Sozialrevolution“, das Börries Hornemann und Armin Steuernagel, zwei Alumni der Universität Witten/Herdecke (UW/H), herausgegeben haben.

Und sie haben prominente und nachdenkliche Mit-Autoren gefunden. Der Wirtschaftswissenschaftler Yanis Varoufakis ist als motorradfahrender Finanzminister Griechenlands bekannt geworden. Erik Brynjolfsson, Wirtschaftswissenschaftler und Managementprofessor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston und dort Direktor der MIT Initiative on the Digitale Economy, hat mit seinem Buch „The Second Maschine Age“ die Digitalisierung in aller Munde gebracht. Albert Wenger „entdeckte“ als Erstinvestor Firmen wie Twitter, Tumblr oder Etsy und steckt heute eine Milliarde Dollar in gerade gegründete Startups. Dirk Helbing, ein deutscher Physiker und Professor für Computational Social Science ETH in Zürich, der für das World Economic Forum arbeitet, beteiligte sich am Buchprojekt sowie die Politiker Robert B. Reich, ehemaliger US-Finanzminister unter Bill Clinton, der Ökonom Michael D. Tanner, der Gewerkschafter Andrew L. Stern, die Lobbyistin Natalie Foster, der Neurobiologe Gerald Hüther, der Philosoph Philip Kovce sowie die Unternehmensgründer Börries Hornemann und Armin Steuernagel.

Alle dreizehn renommierten Vordenker analysieren die heutige Arbeitswelt und fragen: Wie wollen wir die Sozialsysteme aus der Bismarck-Ära in die Zukunft beamen? Zudem zeigen sie Wege hin zu einem neuen Sozialsystem. Ihre Ideen reichen vom bedingungslosen Grundeinkommen über neue Steuermodelle bis zu Peer-to-Peer-Versicherungen. Albert Wenger warnt vor der Gefahr, dass uns die Technik viele, perfide Ablenkungen über digitale Kanäle präsentiert und betont die Verpflichtung, unsere Aufmerksamkeit auf die wirklichen Probleme zu lenken, die für unsere Zukunft und die des Planeten entscheidend sind. Daran knüpft Erik Brynjolfsson an und fragt, wer den Nutzen hat: Die oberen ein Prozent der Bevölkerung werden durch die Digitalisierung immer schneller immer reicher, während die anderen 99 Prozent daran nicht teilhaben. Dirk Helbing nennt die Digitalisierung das „Öl des 21. Jahrhunderts“, nur eben mit Daten und Algorithmen. Ihre Verwendung ist essentiell – Daten können sowohl für totalitäre Herrschaft als auch für effizienten Schutz der Umwelt oder andere Gemeinwohlanliegen verwendet werden. Deswegen ist entscheidend: Wem gehören die Daten? Ein neues Finanzsystem 4.0 könnte das regeln, indem die Datenproduzenten ihre Daten in eine Währung umrechnen und so eine Art Grundeinkommen aus Daten entsteht. Die Daten werden in einer offenen Datenbank zum Nutzen aller verfügbar. Der Unternehmer Georg Hasler fordert: Wir behandeln Daten wie Waren, die man gegen Diebstahl sichern muss. Dabei sind Daten kostenlos unendlich vervielfältigbar. Sie sind wie Ideen, die beim Teilen nicht kleiner, sondern größer werden. Am Ende laufen alle Argumentationen auf ein Ziel hinaus: Ein bedingungsloses Grundeinkommen ermöglicht den Menschen eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe mit den Herausforderungen der Zukunft und macht sie von Getriebenen zu Entscheidern in eigener Sache.

Börries Hornemann, Armin Steuernagel (Hg.) Sozialrevolution!
ISBN 978-3-593-50682-1, www.sozialrevolution.de

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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