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Baubeginn der Krankenstation (Foto: Till Groener)

Modell des fertigen Operndorfes (Foto: Hans Georg Gaul)

Einschulung in der Dorfschule (Foto: Aino Laberenz)

erste Phase der Bauarbeiten (Foto: Francis Kere)

Abschluss der ersten Bauphase (Foto: Francis Kere)

Meldung vom 23.08.2012

UW/H kooperiert mit dem „Operndorf Afrika“

Die Fakultät für Gesundheit unterstützt die Einrichtung einer Krankenstation für zahnmedizinische Versorgung in Burkina Faso.


Das Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke unterstützt mit mehreren Maßnahmen die geplante Einrichtung einer Krankenstation für zahnmedizinische Versorgung in Burkina Faso. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen der „Festspielhaus Afrika gGmbH“ und der „Universität Witten/Herdecke“ wurde jetzt unterzeichnet.

Zu den zentralen Bestandteilen der Kooperation mit dem von Christoph Schlingensief initiierten und nach dessen Tod von seiner Ehefrau Aino Laberenz fortgesetzten Operndorf-Projekt gehören die Einrichtung und der Betrieb einer Station für zahnmedizinische Behandlungen, die Prüfung von Kooperationsmöglichkeiten mit Gesundheitseinrichtungen in der Umgegend des Operndorfes und die Beratung bei baulichen Maßnahmen, etwa wenn es darum geht, die zahnmedizinischen Behandlungsräume mit Wasser oder Strom zu versorgen. Um die zu errichtende Krankenstation optimal auf die vor Ort gegebenen Bedarfe abzustimmen, wird im Vorfeld auch eine Analyse der lokalen Bedingungen durchgeführt. Auch im Anschluss an die für Anfang 2013 geplante Eröffnung wird die Universität Witten/Herdecke die Dorfbewohner und die Bevölkerung im Umkreis des Operndorfes aktiv mit einbeziehen und auch die Ausbildung von lokalen Zahnbehandlern, so genannten Community Oral Health Workers, unterstützen.

Mit Priv.-Doz. Dr. Andreas Rainer Jordan steht der Krankenstation dabei ein kompetenter Berater und Projektkoordinator zur Seite. Der Zahnmediziner der UW/H hat seit 1995 als wissenschaftlicher Projektkoordinator beim Aufbau und der Organisation von landesweit mittlerweile 13 Zahnstationen in Gambia bereits wichtige Erfahrungen gesammelt. Darüber hinaus wird Medizinstudent Florian Schneider, der 2009 den gemeinnützigen Verein „Endulen e.V.“ gegründet und anschließend eine Wöchnerinnenstation in Tansania gebaut hat, besonders während der Eröffnungsphase Anfang 2013 bei der Einarbeitung des Teams, dem Aufbau der Administration und als Ansprechperson zu technischen Aspekten unter anderem auch vor Ort tätig sein.

Für den Herbst des Jahres ist eine erste gemeinsame Reise nach Burkina Faso geplant. Perspektivisch sollen neben den Mitarbeitern und Studierenden der Fakultät für Gesundheit auch die Studierenden der Fakultäten für Wirtschaftswissenschaft und für Kulturreflexion die Gelegenheit haben, das Operndorf-Projekt mit ihrem Wissen und Engagement zu unterstützen, indem sie es ganzheitlich unter der Perspektive der wirtschaftlichen und kulturellen Nachhaltigkeit betrachten, entsprechende Konzepte entwickeln und passende Projekte umsetzen. Eine entsprechende, interdisziplinär und fakultätsübergreifend zusammengesetzte studentische Initiative befindet sich aktuell bereits in der Gründung.

„Das Angebot der Universität Witten/Herdecke, uns konzeptionell und operativ beim Bau der Krankenstation zu unterstützen, kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Das Engagement der Universität bedeutet für das ‚Operndorf Afrika’ eine professionelle und an den Bedürfnissen der Menschen vor Ort ausgerichtete zahnmedizinische Versorgung“, freut sich Aino Laberenz, geschäftsführende Gesellschafterin der Festspielhaus Afrika gGmbH. „Die fachliche Kompetenz der Uni ist eine riesige Bereicherung“, so Laberenz weiter. „Dank der Erfahrungen, die ihre Mitarbeiter und Studierenden in Gambia und Tansania gemacht haben, können wir sicher gehen, dass beim Aufbau der Krankenstation von Beginn an alle zentralen medizinischen Aspekte berücksichtigt werden. Das ist ein nächster, großer Schritt auf dem Weg zur langfristigen Autonomie des Dorfes, die für Christoph und für uns untrennbar mit dem Projekt verbunden ist.“

„Ich freue mich sehr über das Zustandekommen dieser Kooperation und darüber, dass die Universität Witten/Herdecke im Rahmen ihres gesellschaftlichen Engagements einen kleinen Beitrag zur Verwirklichung einer großartigen Idee leisten kann. Auch freut es mich sehr, dass der Austausch schon jetzt so lebendig, konstruktiv und dynamisch ist“, so Dr. Eric Alexander Hoffmann, Kommunikationschef der UW/H und einer der Initiatoren der Kooperation.

Neben der Universität Witten/Herdecke wird sich auch die Firma Denttabs für das Projekt Operndorf engagieren. Das Berliner Unternehmen stellt für die Krankenstation im Operndorf Afrika 575.000 Zahnputztabletten zur Verfügung. Außerdem stattet Denttabs das „Operndorf“ mit einer ausreichenden Menge an Zahnbürsten aus. Damit ist sowohl die zahnhygienische Versorgung der Schülerinnen und Schüler der Dorfschule als auch der Patienten der Krankenstation für circa drei Jahre gesichert.

Die Entwicklung dieses neuen Ansatzes zur Mundhygiene wurde wissenschaftlich begleitet von Prof. Dr. Dr.h.c. Peter Gängler, ehemaliger Dekan der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und aktuell in Forschungsprojekten der neuen Fakultät für Gesundheit der Universität Witten/Herdecke tätig.

Zum Hintergrund:
Das Operndorf Afrika wurde 2008 von dem Filmemacher, Regisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief ins Leben gerufen. Die von ihm gegründete Festspielhaus Afrika gGmbH wird seit seinem Tod im Jahr 2010 von seiner Ehefrau Aino Laberenz fortgeführt. Der Grundstein zum Bau des Operndorfes wurde im Februar 2010 nahe Ouagadougou, der Hauptstadt Burkina Fasos, gelegt. Im Oktober 2011 nahm die in Bauphase I errichtete Grundschule ihren Unterrichtsbetrieb für zunächst 50 Schülerinnen und Schüler auf. Im Mittelpunkt der aktuellen Bauphase II steht die Errichtung einer dorfeigenen Krankenstation, die aus einer Erstversorgungsstation, einer Geburtenstation und einer Station für zahnmedizinische Versorgung bestehen wird. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Ende 2012 abgeschlossen sein, die Eröffnung soll Anfang 2013 folgen.  Der Betrieb der Geburtenstation und der Erstversorgungsstation ist durch eine Kooperation mit dem Gesundheitsministerium Burkina Fasos gesichert, welches das Personal stellen und finanzieren wird.

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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