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Buchcover

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Philip Kovce

Philip Kovce

Meldung vom 14.03.2017

Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?

Der UW/H-Alumnus Philip Kovce legt zwei Bücher zum bedingungslosen Grundeinkommen vor.


„Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre?“ So lautete die Frage auf dem „größten Plakat der Welt“, das am 14. Mai 2016 in Genf einen Guinness-Weltrekord aufstellte. Wenige Wochen vor der Schweizer Volksabstimmung über das bedingungslose Grundeinkommen machte die „Generation Grundeinkommen“ damit auf ihr Anliegen aufmerksam. Philip Kovce, der an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) Wirtschaftswissenschaften sowie Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis studierte und derzeit an der Wittener Seniorprofessur für Wirtschaft und Philosophie forscht, legt nun gemeinsam mit dem Schweizer Unternehmer Daniel Häni ein Buch zu dieser „größten Frage der Welt“ vor: „Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre? Manifest zum Grundeinkommen“ (Ecowin 2017).

„Die Schweizer Volksabstimmung war nicht das Ende, sondern erst der Anfang der Debatte“, meint Kovce, der bei der Schweizer Grundeinkommenskampagne mitwirkte und es als Erfolg bezeichnet, dass 2016 bereits jeder Vierte Eidgenosse für ein Grundeinkommen votierte. Derzeit prüfen Finnland und die Niederlande mittels Experimenten, welche Auswirkungen ein Grundeinkommen hätte, außerdem wird es vom Silicon Valley bis zu den Vorstandsetagen deutscher DAX-Konzerne heiß diskutiert. „War der Sozialstaat die Antwort auf die Industrialisierung, so ist das Grundeinkommen die Antwort auf die Digitalisierung“, meint Kovce. Es sei die humanistische Antwort auf den technologischen Fortschritt, die er und Häni anhand von „95 Thesen zur Befreiung der Arbeit“ in ihrem Manifest begründen.

Um die Grundeinkommensdebatte besser zu verstehen, hat Kovce außerdem einen Band herausgegeben, der wichtige Texte zum Thema versammelt: „Soziale Zukunft. Das bedingungslose Grundeinkommen. Die Debatte“ (Freies Geistesleben 2017). Zu den Autoren des Bandes zählen Norbert Blüm, Gregor Gysi, Otfried Höffe, Katja Kipping, Julian Nida-Rümelin, Ralf Stegner, Thomas Straubhaar, Hans-Christian Ströbele, Philippe Van Parijs, Sahra Wagenknecht, Harald Welzer und Götz W. Werner. „Das Grundeinkommen bewegt die Gemüter. Seine Möglichkeiten und Unmöglichkeiten werden sichtbar, wenn man diese Debatte exemplarisch aufzeichnet“, so Kovce.

Kovce, der dem Think Tank 30 des Club of Rome angehört, wird seine beiden neuen Bücher demnächst auf der Leipziger Buchmesse vorstellen. Und er hofft, dass sie nicht nur die Grundeinkommensdebatte voranbringen, sondern auch die Debatte darüber, wie wir künftig miteinander leben und arbeiten wollen. „Die Gestaltung der Zukunft liegt in unseren Händen. Darauf macht das bedingungslose Grundeinkommen aufmerksam“, so Kovce. Wer das ernstnehme, der habe auch keinen Grund mehr, sich von populistischen Parteien vertreten zu lassen, schließt Kovce mit einem optimistischen Blick in die Zukunft.

Daniel Häni, Philip Kovce: Was würdest du arbeiten, wenn für dein Einkommen gesorgt wäre? Manifest zum Grundeinkommen, Ecowin Verlag, Salzburg 2017, 64 Seiten 8 EUR.

Philip Kovce (Hrsg.): Soziale Zukunft. Das bedingungslose Grundeinkommen. Die Debatte, Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2017, 240 Seiten, 10 EUR.

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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