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Meldung vom 15.02.2012
Wie behält die Familie ein Familienunternehmen im Griff?
Prof. Andrea Calabrò (30) erforscht die Governance-Strukturen von Familienunternehmen.
Der betriebswirtschaftliche Lehrstuhl des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU) der Universität Witten/Herdecke ist neu besetzt mit dem aus Italien stammenden Prof. Andrea Calabrò, Ph.D. Er ist ein Experte für die Forschung rund um Familienunternehmen, insbesondere mit den Schwerpunkten Corporate Governance und Internationalisierung von Familienunternehmen. Bereits seit April 2011 war Prof. Andrea Calabrò in Witten als Lehrstuhlvertretung tätig, nun ist das Berufungsverfahren durch die ministerielle Zustimmung endgültig abgeschlossen.
„Ich beschäftige mich im Wesentlichen mit der Frage, wie Familienunternehmen gelenkt werden. Familienunternehmen müssen nicht zwangsläufig kleine oder mittlere Unternehmen sein. Haniel, Henkel, Oetker, Miele: Da steckt viel Umsatz drin und wie solche doch recht komplexen Unternehmen dann noch von einer Familie beeinflusst werden, das ist eine meiner Forschungsfragen“, erklärt Calabrò sein Anliegen. Denn einerseits geht es darum, eine Firma im Alltag erfolgreich sein zu lassen: „Bei großen Familien kann das ein Problem sein, wer wie viel Einfluss hat. Das muss einerseits rechtlich geregelt werden, andererseits aber auch informell innerhalb der Familie. Hierbei spielen Themen wie emotionale Bindungen und Vertrauen eine besondere Rolle.“, schildert er ein Detail. Ein anderes: Nicht in jeder Familie, die ein Unternehmen betreibt, stehen in jeder Generation fähige und willige Unternehmer zur Verfügung. „Oft wollen oder können die Kinder die große Erwartung nicht erfüllen. Dann müssen die Unternehmen familienexterne Manager bestellen.“ Wie kann in so einer Situation die Familie weiterhin die langfristige Ausrichtung des Unternehmens steuern? „Denn Familienunternehmen sind langfristig ausgerichtet, im Gegensatz zu den kurzfristigen Investments von Hedgefonds oder Private Equity Gesellschaften. Wie kann eine Familie das generationenübergreifende Überleben und Wachstum des Unternehmens am besten sicherstellen? Diese Fragen versuchen wir mit Fokus auf Themen wie Governance, Internationalisierung und Unternehmensstrategie zu beantworten“, erläutert er sein Forschungsfeld.
Professor Calabrò hat an der Universität Rom „Tor Vergata“ sein Bachelor- und Master-Studium (2005) in Betriebswirtschaftslehre mit Auszeichnung abgeschlossen. Im Anschluss an sein Studium begann er seine Promotion im Bereich Management und Governance an der Universität „Tor Vergata“. Neben der Promotion war Professor Calabrò umfangreich in die Lehre der Universität involviert. Durch Forschungsaufenthalte an der BI Norwegian School of Management erwarb er den europäischen Doktortitel „Ph.D.“, welcher konsequent eine internationale Ausrichtung der Doktoranden verlangt. Parallel zur Promotion hat Professor Calabrò bereits wesentliche Teile seiner Habilitation verfasst. Von April bis September 2011 war Professor Andrea Calabrò als Lehrstuhlvertretung am Wittener Institut für Familienunternehmen tätig (WIFU).



