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6. Wittener Kolloquium für Humanismus, Medizin und Philosophie

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Thema: "Was ist Leben? Aktuelles zu Wirkursache und Erkenntnis des Lebendigen"

Die Frage nach Wesen, Ursache und Erkenntnis biologischen Lebens gehört zu den am meisten diskutierten Grundfragen der Wissenschaftsgeschichte. Was unterscheidet Organisches und Anorganisches, lebendigen Körper und Leichnam? Die Eigenschaften des Lebens wie Ernährung, Stoffwechsel, Wachstum, Regeneration usw. werden wissenschaftlich fortlaufend beschrieben, für deren Ursache hingegen sind im Lauf der Zeiten ganz unterschiedliche Wirkfaktoren verantwortlich gemacht worden.

Wurden seit dem Altertum immer wieder immaterielle Faktoren angeführt, die laut Kant der Wissenschaft nicht zugängig seien, wagte Goethe einen neuen Schritt mit der Idee des „Typus“, der anhand von empirischer Beobachtung zu finden sei. Die Biologie des 19. Jhds. eruierte dann zunehmend die Abhängigkeit der Lebensprozesse von materiellen Prozessen und führte das Leben kausal auf diese Prozesse zurück (Reduktionismus). Dies verstärkte sich im 20. Jhd. durch Genetik und Molekularbiologie bedeutend, sodass das Leben bald ausschließlich für das Resultat einer komplexen molekularbiologischen Maschinerie gehalten wurde, die medizinisch molekular, d.h. durch entsprechend gezielte Pharmakotherapie zu beeinflussen sei.

Diese mechanistische Haltung wird heute jedoch vermehrt als einseitig betrachtet und in Frage gestellt, einerseits von Patienten, die „ganzheitlichere“ Therapiemöglichkeiten suchen. Andererseits kommt die Molekularbiologie selbst zunehmend zur Erkenntnis, dass die biologischen Prozesse nicht rein mechanistisch erklärt werden können. Prozesse wie Embryogenese oder Morphogenese sind nur dadurch möglich, dass Gene „epigenetisch“ reguliert und ganze Genexpressionskaskaden räumlich und zeitlich „konzertiert“ oder „orchestriert“ werden. Leben funktioniert „holistisch“ oder „systemisch“, wobei das System gegenüber seinen Komponenten „emergent“ ist und sie überdies in einer „top-down“-Kausalität aktiv bestimmt. Was genau ist also das kausal wirkende Ganze, das das Leben ausmacht?

Anmeldung über angefügtes PDF

Startdatum
Freitag, 24.03.2017
 - 10:00

Stoppdatum
Samstag, 25.03.2017
 - 16:30

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Veranstalter
Gerhard Kienle Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin

Ort
Forschungs- und Entwicklungszentrum (FEZ)

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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