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Dr. med. Ilse Rennefeld und der Nationalsozialismus - Vom Lebensweg einer anthroposophischen Ärztin jüdischer Herkunft

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Vortrag in der Reihe: Bewusstsein und Ethik anhand des Nationalsozialismus mit Prof. Dr. med. Peter Selg
Wie erging es anthroposophischen Ärztinnen und Ärzten zu Zeiten des Nationalsozialismus? Welche Stellung und welche Haltungen nahmen sie ein? Diese und andere Fragen werden am Beispiel von Dr. med. Ilse Rennefeld (1895-1984) illustriert.
Ilse Rennefeld stammte aus einer wohlhabenden jüdischen Kaufmannsfamilie. Sie wuchs in einer gebildeten, kulturliebhabenden Familie auf und wurde zu einem Menschen, der sich lebenslang durch Intelligenz, nüchternen Humor, initiativen Arbeitselan und eine positive Lebenseinstellung mit Meisterung schwerer Situation auszeichnete. Während ihrer Studienzeiten im 1. Weltkrieg arbeitete sie bereits in einem Lazarett. Ihre ersten beruflichen Stationen hatten neurologische und psychiatrische Schwerpunkte, bevor sie 1920 mit ihrer Kollegin Kläre Meumann in Berlin eine gemeinsame Praxis eröffnete. Die Anthroposophie Medizin lernte sie vermutlich über ihren blinden Ehemann kennen. Sie war Teilnehmerin an Kursen von Rudolf Steiner für Ärzte und Medizinstudierende und gehörte zur der Ärzteschaft der Frühphase der anthroposophisch erweiterten Medizin, die sie sehr erfolgreich praktizierte. Mit der Macht-Übernahme der Nationalsozialisten wurde ihr ärztliches Tätigkeitsfeld sukzessiv eingeschränkt, bis sie 1939 in den Niederlanden ins Exil ging. Unter dramatischen Umständen entging sie einer Deportation nach Auschwitz-Birkenau und konnte in die Schweiz fliehen, wo sie bis 1946 blieb, und anschließend nach Deutschland zurückkehrte. Sie sah bis kurz vor ihrem Tod Patienten.
Prof. Dr. med. Peter Selg leitet das Ita Wegman Institut für anthroposophische Grundlagenforschung in Arlesheim (Schweiz). Er unterrichtet medizinische Anthropologie und Ethik an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter (Fachbereich künstlerische Therapie) und an der Universität Witten/Herdecke (IBAM/Gerhard Kienle-Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin).
Dieser 2. Beitrag im Rahmen der dreiteiligen Vortragsreihe: "Bewusstseinsbildung und Ethik anhand des Nationalsozialismus" steht im Kontext der Forschungen von Peter Selg zur "Anthroposophischen Medizin im Nationalsozialismus".

Startdatum
Montag, 24.04.2017
 - 19:00
 - 21:00

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Veranstalter
Integriertes Begleitstudium Anthroposophische Medizin (IBAM) in Kooperation mit dem Studium fundamentale

Ort
Universität Witten/Herdecke, Audimax

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

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