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Integrierter klinischer Kurs
Der Integrierte klinische Kurs ist Kernstück der klinischen Ausbildung im Studienfach der Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke. Abhängig von theoretischem Wissen und den praktischen Fertigkeiten des Studierenden beginnt die klinische Ausbildung mit einfachen Therapiemaßnahmen. Der Schwierigkeitsgrad sowie die Komplexität der Behandlungen werden kontinuierlich im Sinne einer Lernspirale gesteigert. Anders als an deutschen Universitäten allgemein üblich, geschieht dies nicht durch fachspezifische Einzelkurse, sondern im Rahmen eines vom 6. bis zum 10. Semester durchgeführten Behandlungskurses.
Weitere Informationen zu Behandlungsplan, Praxisbezug oder unsere Internationalität bei diesem Kurs erhalten Sie auf diesen Seiten.
Sicht eines Studierenden
Sicher ist es für Sie Interessant einen Erfahrungsbericht von einem Studierenden zum integrierten klinischen Kurs zu erhalten. Sie können ihn sich hier durchlesen.
"Der integrierte klinische Kurs bildet das Kernstück der klinischen Ausbildung an der Universität Witten/Herdecke. In einer eigenen Abteilung behandeln dabei Studierende ab dem 6. Semester ihre Patienten unter Aufsicht der Dozenten.
Die Patienten können sich frei für die Behandlung im „Studentenkurs“ entscheiden, woraus eine sehr große Vielfalt an klinischen Fällen resultiert. Die Studierenden profitieren davon besonders, da sie die Patienten von Anfang an bis zum Abschluss der Behandlung betreuen. Diese Herausforderung bedarf natürlich einer Planung und Erstellung eines Therapiekonzeptes, welches die Studierenden mit Hilfe der Dozenten erarbeiten.
Basierend auf der Anamnese und den erhobenen Befunden wird für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt. Der Behandlungsplan sichert nicht nur den fachgerechten Aufbau und Ablauf der Therapie, sondern gibt dem Studierenden gleichzeitig die Möglichkeit, sein Wissen aus den fachspezifischen Vorlesungen synoptisch in die Praxis zu übertragen. Denn es finden sich sämtliche zahnärztliche Disziplinen, von einfachen Füllungen bis hin zu parodontal- chirurgischen Eingriffen.
Soweit möglich, führen die Studierenden die Behandlungen selbständig durch, bei komplexen Therapieschritten stehen die jeweiligen Ärzte aus den Fachabteilungen zur Verfügung. Der Studierende bleibt dabei stets der Ansprechpartner für den Patienten, er koordiniert den Therapieverlauf und ist als Assistenz bei entsprechenden Behandlungen anwesend. Durch dieses Verfahren bleibt eine lückenlose Betreuung und adäquate Versorgung der Patienten gesichert.
Für die Studierenden bietet der Integrierte Kurs einen ersten Einblick in die spätere Arbeitswelt. Sie können mit ihren Patienten von Montags bis Freitags eigenverantwortlich Behandlungstermine vereinbaren und in der Zeit ein Behandlungszimmer reservieren. Das bedeutet größtmögliche Freiheit einerseits, größtmögliche Verantwortung andererseits. Für alle organisatorischen Fragen, Materialausgabe und fachgerechte Hilfestellung sind drei Helferinnen im Kurs für die Studierenden zuständig.
Die Qualität der Arbeiten wird stets durch die jeweiligen Dozenten kontrolliert, sowie die Quantität in einem Heft dokumentiert. Die Erfüllung des Leistungskatalogs wird in regelmäßigen Abständen mit den Studierenden besprochen. Der Intergrierte Kurs fördert in besonderer Weise die wissenschaftlich begründete interdisziplinäre Denk- und Handlungsweise, sowie verantwortungsbewusster und kritische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten."
Instrumentenleihsystem
Das Instrumentenleihsystem an der Universität Witten/Herdecke ist ein studentisches Projekt. Es ist eine gern genutzte Alternative zum Kauf eigener teurer Instrumente. Sie möchten mehr dazu erfahren? Dann lesen Sie hier.
Das Instrumentenleihsystem der Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Ein studentisches Projekt vor dem Hintergrund des Instrumenten- und Hygienestandards
Im Oktober 1993 - mit dem Umzug in den Campus-Neubau- begann für die Fakultät ZMK ein neuer "Lebensabschnitt", da durch die vollständige Erneuerung der klinischen und studentischen Behandlungs- und Ausbildungsplätze eine optimale Arbeitssituation für Studenten und Mitarbeiter geschaffen werden konnte.
Während in der Propädeutik 30 Phantomarbeitsplätze zur Ausbildung der vorklinischen Kommilitonen entstanden, waren von den insgesamt 30 klinischen Behandlungszimmern 9 ausschließlich für die studentische Behandlung im Rahmen des "Integrierten Kurses" vorgesehen.
Gleiches Instrumentarium für Studentenausbildung und Klinik
Nach abgeschlossener Zahnärztlicher Vorprüfung erfahren die Studenten der UW/H eine fachübergreifende praktische Ausbildung, die ihnen den Aufbau und die Betreuung eines eigenen Patientenstammes bis zum Staatsexamen ermöglicht.
So liegt es auf der Hand, daß der in der Universitätszahnklinik praktizierte Instrumenten- und Hygienestandard für Zahnärzte und Studenten gleichermaßen gelten muß, um den vielschichtigen Anforderungen einer optimalen Patientenversorgung gerecht werden zu können.
Geschlossenes Traysystem für Standardbehandlungen
Der Grundpfeiler zur vorbildlichen Durchsetzung dieser Kardinalforderung konnte mit der Implementierung eines geschlossenen Traysystems errichtet werden, das seither in allen Behandlungsbereichen Verwendung findet.
Neben dem "Untersuchungstray", dessen Inhalt in erster Linie das sogenannte Grundinstrumentarium bestimmt, beinhalten das Amalgam-, das Prophylaxe-, das Präparations- und das Komposittray alle für die jeweiligen Spezialbehandlungen notwendigen Handinstrumente.
In einer kompakten sterilisierbaren Containerbox werden die normierten Siebtrays nach ihrer Benutzung komplett in den Autoklaven gegeben und anschließend für die nächste studentische bzw. ärztliche Behandlung in den Räumen der Zentralsterilisation bereitgehalten, ohne die Hygienekette zu unterbrechen.
Zum weiteren sterilen Standardinstumentarium eines jeden Behandlers der Universitätszahnklinik zählen das Rota- (Bohrer-) Set, die Endo-Box und nicht zuletzt die mit den klinischen Arbeitsplätzen kompatiblen Hand- und Winkelstücke.
Bedenkt man die Sterilisationsdauer und die Umschlagshäufigkeit, so ist es nicht verwunderlich, dass der große hygienische Vorteil für den Patienten eine immense Instrumenten-Investition erforderlich machte, die nicht zuletzt auch die Studenten stark belasten würde.
Leihsystem zur Kostenreduktion für die Studierenden
Da Not jedoch bekanntlich erfinderisch macht, entwickelte die Studentenschaft auf der Suche nach alternativen Finanzierungsformen bald ein Konzept zur kollektiven Nutzung eines - an die Zahl der vorhandenen Behandlungsplätze gekoppelten - Instrumentenpools.
Vorfinanziert durch die UW/H und die Fördergemeinschaft für Zahnheilkunde e.V. wurde im Wert von ca. 200.000 DM ein Großteil der für die Ausbildung notwendigen Instrumente gemeinschaftlich angeschafft, die gegen eine semesterweise und kostendeckende Leihgebühr seit mehreren Jahren an die Teilnehmer ausgeliehen werden.
Auf der Basis einer selbstverpflichtenden "Instrumenten-(pflege-)ordnung" trägt die Studentenschaft Mitverantwortung bei der Werterhaltung der Gesamtinvestition, da hohe Ersatzbeschaffungen die Amortisationsdauer und damit ggf. die Höhe der zukünftigen Miete negativ beeinflussen könnten.
Studentische Initiative
Als echte Alternative zum Kauf konnten durch das heute auf allen Seiten akzeptierte Instrumenten-Leihsystem die angestrebten Ziele (Entlastung des Einzelnen, eine effizientere Gerätenutzung und somit eine Gesamtkostensenkung) realisiert werden.
Weiteren studentischen Aktivitäten dieser Art sieht die Fakultätsleitung mit Wohlwollen entgegen.
Leistungskatalog
Für die unterschiedlichen Leistungen gibt es auch unterschiedliche Kataloge. Hier finden Sie eine Übersicht dazu:
Der Sprung in die Praxis
Die Arbeit in der Praxis ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Alle wichtigen Informationen dazu bekommen Sie hier.
Ein Ziel der klinischen Ausbildung des Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universität Witten Herdecke ist es, die Zahnmedizinstudenten für den Sprung in die Praxis vorzubereiten, indem sie in Ihrer persönlichen Entwicklung zu verantwortungsbewussten, kritischen, sowohl fachlich als auch sozial kompetenten, eben "praxistauglichen" Absolventen unterstützt werden.
Durch das Team des Integrierten Kurses, welches sich aus intramuralen approbierten Zahnärzten aus den Abteilungen der Konservierenden Zahnheilkunde, der Zahnärztlichen Chirurgie, der Zahnärztlichen Prothetik und Parodontologie und extramuralen niedergelassenen Kollegen sowie dem Assistenzpersonal zusammensetzt, wird dies durch eine vielschichtige Betreuung der Studierenden gewährleistet. Durch das eins zu eins Betreuungsverhältnis in den Behandlungsplanbesprechungen kann individuell sowohl auf das Behandler- als auch Patientenprofil eingegangen werden. Dies vermittelt den Studierenden ein hohes Maß an Sicherheit in der Durchführung der einzelnen Behandlungsschritte und bereitet sie auf die selbstständig zu fällenden Therapieentscheidungen in späterer Praxis vor. Dabei planen und koordinieren sie die Behandlungsschritte an ihren Patienten selbstständig und eigenverantwortlich im Platzbuchungssystem der Räumlichkeiten des Integrierten Kurses, welcher ganzjährig werktags von geöffnet ist.
Durch Assistenz- und Behandlungsmöglichkeiten im Not- und Tagesdienst erhalten die Studenten Sicherheit im Umgang mit Schmerzpatienten. Dies mögen einige der Gründe dafür sein, warum viele niedergelassene Zahnärzte aus dem näheren und weiteren Umkreis dieser Universität gerne wiederholt "wegen der guten Erfahrungen" bei der Besetzung ihrer Assistentenstellen auf "Wittener Absolventen" zurückgreifen. Die Ergebnisse der Alumnibefragung bestätigen das praxistaugliche Ausbildungskonzept des Integrierten Kurses der letzten 10 Jahre.



