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Beispielprojekte
Beispielprojekte (zur Projektübersicht siehe Menü links)
Gesund altern in Witten
Mundgesundheit und Ernährungssituation in der stationären Altenpflege’ heißt ein Pilotprojekt zur Machbarkeit einer cluster-randomisierten Interventionsstudie. Pflegende werden einerseits für die Bedeutung der Mundgesundheit sensibilisiert, andererseits erlernen sie konkret, wie sie zur Verbesserung beitragen können und wie Mundgesundheit mit der Ernährungssituation von Altenheimbewohnern zusammen hängt. In einem zweiten Schritt erforschen Zahnärzte und Pflegewissenschaftlerinnen die Epidemiologie der Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten, ob sich die Mundgesundheit der Bewohner und ihr Ernährungszustand verbessern und welche Einflussfaktoren hier bestehen. Die interdisziplinäre Studie des IZVF ist ein gemeinschaftliches Projekt des Instituts für Pflegewissenschaft, der Zahn- Mund - und Kieferheilkunde und des Instituts für Allgemeinmedizin und Familienmedizin.
Projektleitung
- Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik, Lehrstuhl Epidemiologie – Pflegewissenschaft
- Prof. Dr. Dietmar Gesch, Lehrstuhl für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin
WiKo-Studie
Die Wirksamkeit und Kosten einer dreiwöchigen stationären multimodalen Schmerztherapie für Kinder und Jugendliche untersucht die ‚WiKo-Studie’. Die randomisiert-kontrollierte Studie betrachtet Wirksamkeit durch epidemiologische Nachuntersuchungen der Kinder und Jugendlichen über einen Zeitraum von 12 Monaten. Dagegen setzt sie die gesundheitsökonomische Evaluation der entstandenen Kosten durch die chronischen Schmerzen vor und nach stationärer Therapie. Durch diese Therapie sollen betroffene Kinder wieder in ihren Alltag integriert und ihre Lebensqualität deutlich verbessert werden. Die Wiko-Studie evaluiert diese Therapie umfassend, sodass auch neue Kostenträger auf gesicherter Basis entscheiden können, ob sie diese Therapie auch in anderen Institutionen einrichten wollen.
Projektleitung
- Prof. Dr. Boris Zernikow,
Vodafone Stiftungsinstitut für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin, Lehrstuhl für Kinderschmerztherapie und Pädiatrische Palliativmedizin
Knowledge Communities in der Medizintechnik
Um mehr Patientensicherheit und zwar speziell in der Medizintechnik geht es der Forschungsgruppe Management im Gesundheitswesen. Sie will die Sicherheit verbessern und Impulse setzen, wie sie im Klinikalltag besser verankert werden kann. Ein Forschungsprojekt (Knowledge Communities in der Medizintechnik - KnowMore) entwickelt und verbessert ein bestimmtes Berichtssystem für kritische Zwischenfälle (Critical Incident Reporting Systems). Damit werden Risiken erfasst und für den organisations- und sektorübergreifenden Wissenstransfer nutzbar gemacht. So können Kliniken geschehene Fehler offensiv als Lernchance nutzen, um ihre Organisation und Abläufe zu verbessern. Hersteller von Medizintechnik dagegen können ihre Geräte fehlersicherer gestalten.
Projektleitung
- Prof. Dr. Sabine Bohnet-Joschko, Forschungsgruppe Management im Gesundheitswesen
Verbesserung der gesetzlichen Qualitätsberichte auf der Basis einer Patienten-, Einweiser- und Krankenhausbefragung
Die gesetzlichen Qualitätsberichte der Krankenhäuser decken den Informationsbedarf der drei Zielgruppen Patienten, Einweiser und Krankenhäuser noch nicht im gewünschten Ausmaß. Deshalb hat der Gemeinsame Bundesausschuss ein Forschungsprojekt beauftragt, das den Informationsbedarf der Zielgruppen analysieren und Verbesserungsvorschläge erarbeiten soll. Dazu werden 50 Patienten, 200 einweisende Ärzte und 500 Krankenhäuser auf der Basis unterschiedlicher methodischer Ansätze befragt. Als Ergebnis der Studie werden Vorschläge für eine nutzerorientierte Weiterentwicklung der Qualitätsberichte erwartet.
Projektleitung
- Univ.-Prof. Dr. Max Geraedts, Institut für Gesundheitssystemforschung
Was charakterisiert eine Population schlecht eingestellter Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2? – Implikationen für Diabetes - Leitlinien für die ambulante Versorgung
Trotz Disease Management-Programmen und Schulungsmaßnahmen zeigt ein beträchtlicher Teil der Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 in Hausarztpraxen (ca. 15 bis 20 %) eine schlechte Blutzuckereinstellung, gemessen am HbA1c-Wert. Bislang ist wenig über die weiteren Charakteristika dieser Gruppe bekannt. Einige demographische und klinische Eigenschaften (z.B. Alter, Krankheitsdauer, soziale Stellung) scheinen die schlecht eingestellten von den gut eingestellten Patienten zu trennen; doch auch hier gibt es widersprüchliche Befunde in der Literatur, und die Varianz der HbA1c-Werte wird durch diese Merkmale nur wenig aufgeklärt. Das Projekt zielt mit qualitativen und quantitativen Methoden auf die Identifikation sozialer, psychologischer und somatischer Merkmale schlecht eingestellter Patienten mit Typ 2-Diabetes, auf einen Vergleich dieser potenziellen Einflussfaktoren zwischen gut und schlecht eingestellten Patienten und auf die Verwendung der gewonnenen Erkenntnisse für die Entwicklung eines DMP-Zusatzmoduls „Der schlecht eingestellte Patient mit Typ 2-Diabetes“.
Projektleitung
- Prof. Dr. med. Stefan Wilm, Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
Witten/Herdecke University Oral Health Care Project / The Gambia
Staatlich akkreditiertes, landesweites Ausbildungsprogramm von lokalen Gesundheitsfürsorgern zu so genannten Community Oral Health Workers zum Aufbau einer zahnmedizinischen Grundversorgung in ländlichen Regionen ohne existierende zahnmedizinische Betreuung mit hauptsächlichen Aufgaben der Akuttherapie (Abszessbehandlung, Schmerztherapie), der Zahnkaries sowie der Frühbetreuung von Kindern und Jugendlichen. Dabei Entwicklung neuer zahnmedizinischer Behandlungsstrategien, die für infrastrukturell schwach entwickelte Regionen sicher in der Durchführung und dem langfristigen Therapieerfolg sind. Enge Einbindung von Studierenden der Zahnheilkunde der UWH durch wissenschaftliche Projekte vor Ort sowie einer eigenen Vorlesungsreihe zum Thema im 2ten Fachsemester.
Projektleitung
- Dr. R. A. Jordan, MSc., Lehrstuhl für Zahnerhaltung, Bereich Community Dentistry, Fakultät für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Standardization and Professionalization in Hospitals. From conflict to synergy?
The standardization of many activities in clinical practice, and projects intended to maximize standardization across as many elements of clinical practice as possible, are part and parcel of the modern hospital. Advances in the application of information technologies, e.g. computerized data processing and automation of routine procedures, engender this trend. The increasing economic competition between hospitals and the corresponding administrative and economic imperatives of efficiency and cost-control reinforce the trend still further. In Germany, the recent introduction of DRGs, the implementation of clinical pathways, and the massive promotion of evidence -based medicine exemplify this trend.
Research-Question: The massive trend towards clinical standardization in hospitals gives rise to our leading research question: If there are conflicts and tensions between clinical standardization on the one hand and the professional medical indispensability of taking into account the individuality of each case in the treatment process on the other hand, how can clinical standardization and the medical professional’s orientation towards individuality be made to mutually support, rather than subvert, each other so that hospitals can uphold their essential medical goal: the regeneration and instauration of the injured psycho-physical integrity of the patient with regard to his specific case history.
Objectives: The aim of our study is to reconstruct the different objectives of different activities in the different areas of the hospital with the aim of providing a rationale for discriminating between objectives that permit deep standardization, and other objectives, which are only marginally amenable to standardization or even not at all. This rationale should help us identify conditions under which possible standardization schemes can make a positive contribution to the essential medical goal of the hospital considered as an organization.
Method: In our pilot-study, we will examine consequences of standardization in clinical practices by the method of reconstructive observation and employ the method of objective hermeneutics as developed by Ulrich Oevermann and others for the analysis of our data.
Projektleitung
- Prof. Dr. Matthias Kettner, Lehrstuhl für Philosophie, Fakultät für Kulturreflexion
- PD Dr. Thomas Loer, Gastdozent, Fakultät für Kulturreflexion, Private Universität Witten/Herdecke; Privatdozent, Fakultät für Wirtschafs- und Sozialwissenschaften, TU Dortmund
Kultursensitive Arzt-Patientenkommunikation in der Allgemeinmedizin- eine Untersuchung am Beispiel der Krankheitskonzepte zum Fieber im Kindesalter in deutschen und türkischen Familien sowie eine Befragung von Hausärzten
Das Thema kultursensitive Kommunikation in der hausärztlichen Praxis wird unter zwei Aspekten untersucht. Zum einen werden am Beispiel der subjektiven Krankheitskonzepte zum Fieber im Kindesalter Unterschiede in den Vorstellungen und Handlungsweisen in türkischen und deutschen Familien analysiert. Zum anderen wird das Verhalten von Hausärzten gegenüber Patienten mit Migrationshintergrund untersucht. Hausärzte werden befragt, wo sie die spezifischen Bedürfnisse dieser Patientengruppe sehen und auf welche Weise sie diesen begegnen. Es kommen qualitative und quantitative Methoden zum Einsatz. Im Rahmen von Einzelinterviews und Gruppendiskussionen mit deutschen und türkischen Müttern sowie mit Hausärzten werden qualitative Daten zur jeweiligen Fragestellung erhoben. auf dieser Grundlage wird jeweils ein Fragebogen entwickelt, der in der quantitativen Erhebung verwendet wird. Die Untersuchung soll einen Beitrag zum besseren Verständnis des Gesundheitsverhaltens von Patienten mit Migrationshintergrund sowie des Verhaltens von Hausärzten gegenüber Patienten dieser Gruppe liefern. Die Ergebnisse werden in die Entwicklung von medizinischen Aus- und Weiterbildungsprogrammen sowie kultursensitiver Patienteninformationen einfliessen.
Projektleitung
- Dr. Thorsten Langer, Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
Evaluation des QEP-Qualitätsmanagementsystems für Praxen
Spätestens Ende 2010 müssen alle ärztlichen und psychotherapeutischen Praxen ein internes Qualitätsmanagement eingeführt haben. Die Kasenärztliche Bundesvereinigung hat ein genuines Qualitätsmanagementsystem für Praxen entwickelt QEP-Qualität und Entwicklung in Praxen, dessen erfolgreiche Einführung zertifiziert werden kann. Ob Praxen, die nach QEP zertifiziert wurden, ihre Patienten besser versorgen, ist bisher unklar. Deshalb ist es Ziel des Projekts zu evaluieren, wie die Qualität der Versorgung in zertifizierten im Vergleich zu nicht-zertifizierten Praxen beschaffen ist. Dazu werden alle Praxisinhaber mit einer QEP-Zertifizierung und eine repräsentative Stichprobe von nicht-QEP-Praxen und deren Patienten befragt sowie Sekundärdaten zur Versorgungsqualität der Praxen analysiert. Als Ergebnis der Studie soll die Hypothese aufgeklärt werden, ob nach QEP zertifizierte Praxen eine bessere Qualität der Versorgung gewährleisten als nicht nach QEP zertifzierte Praxen.
Projektleitung
- Univ.-Prof. Dr. Max Geraedts, Institut für Gesundheitssystemforschung
InDemA-Projekt
Die Situation von Alten- und Pflegeheimbewohnern mit Demenz möchte das „InDemA-Projekt“ verbessern. Dabei handelt es sich ausgeschrieben um die ‚Interdisziplinäre Implementation von Qualitätsinstrumenten zur Versorgung von Menschen mit Demenz in Altenheimen, ein Bestandteil des Leuchtturm-Projekts Demenz. Diese Interventionsstudie dreht sich um die gleichzeitige Einführung und Umsetzung der BMG-„Rahmenempfehlungen zum Umgang mit herausforderndem Verhalten“ für Pflegende in Altenheimen und der DEGAM-S 3-Leitlinie „Demenz“ bei Hausärzten, die die Bewohner in Altenheimen ambulant behandeln. Untersucht wird mit quantitativen und qualitativen Methoden, ob diese Qualitätsinstrumente dazu beitragen können, die Arzneimittelversorgung zu verbessern, herausforderndes Verhalten zu reduzieren, die Lebensqualität der Bewohner zu erhöhen und die Kooperation zwischen Allgemeinärzten und Pflegenden positiv zu beeinflussen.
Projektleitung
- Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik, Lehrstuhl Epidemiologie – Pflegewissenschaft
- Prof. Dr. Stefan Wilm, Institut für Allgemeinmedizin und Familienmedizin
Zusammenfassung des Abschlußberichtes
Weitere Informationen und Projektunterlagen
Mangelernährung in der Altenpflege
Das niederländische Gesundheitssystem erhebt seit 1998 alljährlich landesweit Daten zu pflegerelevanten Problemstellungen (LPZ). Durchgeführt werden diese Erhebungen vom Department of Health Care and Nursing Cience der Universität Maastricht. Die Erhebungen sollen Prävalenzdaten sowie Erkenntnisse über Maßnahmen und Qualitätsstrukturen in der pflegerischen Versorgung liefern, um gezielte Verbesserungen von Prävention und Behandlung der Gesundheitsprobleme planen können. Mit den Ergebnissen aus den Untersuchungen soll eine Grundlage zur nachhaltigen Verbesserung der Qualität in stationären Pflegeinrichtungen geschaffen werden. In Deutschland wurde von der Universität Witten/Herdecke, Institut für Pflegewissenschaft, in Kooperation mir der Universität Maastricht, gefördert durch die Pfrimmer Nutricia GmbH, eine solche Erhebung für den Bereich der Altenpflege durchgeführt.
Projektleitung
- Prof. Dr. Sabine Bartholomeyczik, Lehrstuhl Epidemiologie – Pflegewissenschaft


