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Lebensqualität, Spiritualität und Coping
Hintergrund
Konfrontiert mit einer chronischen Erkrankung fragen Patienten nach Möglichkeiten der Unterstützung, die oft außerhalb des konventionellen medizinischen Handelns liegen. Das Thema konkretisiert sich somit im Kontext der Coping- und Lebensqualitäts-Forschung und gewinnt gerade vor dem Hintergrund chronischer Krankheit Bedeutung: Wie gelingt es chronisch Kranken, die Erfahrungen mit diesen Ereignissen bzw. ihren möglicherweise persistierenden Auswirkungen in den weiteren Lebensverlauf zu integrieren? Wie beeinflussen diese das Alltagsleben? - Die Fragen der Bewältigung (Coping), der Interpretation (Bedeutung) und der Neu-Bewertung (Reframing) der entsprechenden Situationen und Umstände beeinflussen wiederum als Moderatoren die Lebensqualität und -zufriedenheit.
Da in der Behandlung chronischer Erkrankungen heute zunehmend multimodale Therapiestrategien empfohlen werden, kommt neben der konventionellen pharmakologischen Intervention auch den nicht-pharmakologischen Verfahren eine große Bedeutung zu. Vielen dieser Ansätze aus dem Bereich der Mind-Body-Medizin liegt unter anderem eine Fokusverlagerung zugrunde: Weg von der „Defizienz-Sicht“, in der sich der Patient nur als (passiv) Erleidender empfindet und auf seine Krankheitssymptomatik reduziert ist, hin zu einer „Gesundungs-Sicht“, bei der der Patient seine nach wie vor „funktionellen“ Anteile wahrnimmt und die salutogenen Ressourcen eines adaptiven Krankheitsumganges zu nutzen lernt.
Ziele
(1) Transdisziplinäre Erforschung der komplexen Zusammenhänge, die zu Heilung und Gesundung beitragen, insbesondere zu den salutogenen Ressourcen und Coping-Strategien chronisch Kranker, (2) Untersuchung der interventionellen Möglichkeiten nicht-pharmakologischer Therapieverfahren (z.B. Achtsamkeits-basierte meditative Ansätze, Yoga, Heileurythmie, u.a.), um die Lebensqualität chronisch Kranker zu beeinflussen. Das langfristige Ziel ist somit, dass sich der Patient vor dem Hintergrund einer erhöhten Selbstkontrolle und vermehrtem Selbst-Management wieder als aktiv sein Leben Gestaltender erfährt - möglicherweise auch mit einer bestehenden Krankheits-Symptomatik.
Leitung
Prof. Dr. med. Arndt Büssing (GKLS) und Prof. Dr. Wilfried Schnepp (Pflegewissenschaft)
Eingebundene Personen / Institutionen
intern: Hans-Joachim Balzat (Schmerzambulanz GKH), Dr. med. Friedrich Edelhäuser (IBAM), Dr. med. Ralf-Achim Grünther (Helios Rehazentrum Bad Berleburg), Dr. med. Peter Heusser und PD Dr. rer. medic. Thomas Ostermann (GKLS), Prof. Dr. med. Peter F. Matthiessen (emer.), Prof. Dr. Edmund Neugebauer (IFOM)
extern: Prof. Dr. theol. Klaus Baumann (Caritaswissenschaft und Christliche Sozialarbeit, Univ. Freiburg), Dr. med. Matthias Kröz (FIH, Berlin), Dr. phil. Anja Mehnert und Anja Höcker (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf), Prof. Dr. Andreas Michalsen (Zentrum für Naturheilkunde, Immanuelkrankenhaus, Berlin), Prof. Dr. Judith M. Fouladbakhsh (Wayne State University, Detroit, USA), Prof. Dr. med. Harold G. Koenig (Duke University, Durham, USA), Jessie Dezutter (Catholic University of Leuven, Leuven, Belgium)
10 wichtige Publikationen
- Büssing A, Michalsen A, Balzat HJ, Grünther RA, Ostermann T, Neugebauer EAM, Matthiessen PF: Are Spirituality and Religiosity Resources for Patients with Chronic Pain Conditions? Pain Medicine 2009; 10 (2): 327-339
- Büssing A, Fischer J, Ostermann T, Matthiessen PF: Trust in God´s Help as a measure of intrinsic religiosity in healthy elderly and patients with chronic diseases - Correlations with health-related quality of life? Applied Research in Quality of Life 2009; 4(1): 77-90
- Büssing A, Fischer J: Interpretation of illness in cancer survivors is associated with health-related variables and adaptive coping styles. BMC Women´s Health 2009: 9: 2 (1-11)
- Büssing A, Fischer J, Ostermann T, Matthiessen PF: Reliance on God's help, depression and fatigue in female cancer patients. The International Journal of Psychiatry in Medicine 2008; 38 (3): 357-372
- Büssing A, Ostermann T, Matthiessen PF: Adaptive coping and spirituality as a resource in cancer patients. Breast Care 2007; 2 (4): 195-202
- Büssing A, Abu-Hassan WM, Matthiessen PF, Ostermann T: Spirituality, religiosity and dealing with illness in Arabic and German patients. Saudi Medical Journal 2007; 28(6): 22-31
- Büssing A, Ostermann T, Koenig HG: Relevance of religion and spirituality in German patients with chronic diseases. International Journal of Psychiatry and Medicine 2007; 37(1): 39-57
- Heusser P, Berger Braun S, Ziegler R, Bertschy M, Burkard R, Ziegler R, Helwig S, van Wegberg B, Cerny T: Palliative In-Patient Cancer Treatment in an Anthroposophic Hospital: II Quality of Life during and after Stationary Treatment, and Subjective Treatment Benefits. Forsch Komplementärmed 2006; 13: 156-166
- Büssing A, Ostermann T, Matthiessen PF: Search for meaningful support and the meaning of illness in German cancer patients. Anticancer Res. 2005; 25(2B):1449-55.
- Büssing A, Ostermann T, Matthiessen PF: Role of religion and spirituality in medical patients: Confirmatory results with the SpREUK questionnaire. BMC Health Qual Life Outcomes 2005; 3:10 (1-10)
Aktuelle Projekte
- Systematische Übersichtsarbeiten zu Identifizierung relevanter Interventionsformen zur Unterstützung chronisch Kranker und Erstellung von Übersichtsarbeiten – Zusammenarbeit zwischen GKLS, PfleWi, IFOM, University of Northampton
- Identifizierung spiritueller Bedürfnisse chronisch Kranker und geeigneter Möglichkeiten der pflegenden, ärztlichen und seelsorgerischen Begleitung – Zusammenarbeit zwischen GKLS, PfleWi, Univ. Freiburg, Univ. Hamburg-Eppendorf
- Zusammenhang von spiritueller Haltung, adaptiven Coping-Strategien und Lebenszufriedenheit bei chronisch Kranken – Zusammenarbeit zwischen GKLS, Oberbergkliniken, Baumrainkliniken Bad Berleburg und GKH
- Zusammenhang zwischen beschädigter Körperintegrität/Selbstakzeptanz, Krankheitsbewertung und Spiritualität und deren Einfluss auf die Lebensqualität/-zufriedenheit und Schmerzempfindung von Patienten mit Phantom-/Stumpfschmerzen – Zusammenarbeit zwischen GKLS, IFOM, Helios Rehazentrum Bad Berleburg, Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke


