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Schwerpunkt familienorientierte und gemeindenahe Pflege
Hintergrund:
Gegenwärtig erfahren Familien im Rahmen von Gesundheitspolitik und Forschung im Zusammenhang mit akuter oder chronischer Krankheit, Pflegebedürftigkeit oder Behinderung zunehmend Aufmerksamkeit. Tatsächlich spielen Familien bei der Bewältigung von Krankheiten eine bedeutsame Rolle. Einrichtungen der Gesundheitsversorgung wie Krankenhäuser, ambulante Pflegedienste etc. sind oftmals nicht auf die Bedürfnisse von Familien ausgerichtet.
Ziele:
Die Auseinandersetzung mit der Situation von Familien in der Bewältigung von Krankheit und Pflegebedürftigkeit steht im Fokus des Schwerpunktes. Wie Familien professionell unterstützt werden können und die Bedeutung der Familien bzw. der Unterstützung durch Familienangehörige aus der Sicht der von Krankheit und/oder Pflegebedürftigkeit Betroffenen wurde bereits in mehreren pflegewissenschaftlichen Untersuchungen herausgearbeitet. Diese befassen sich auf verschiedene Weise mit dem Kranksein und mit Krankheitsbewältigung, den Bedürfnissen und dem Hilfebedarf, der Angehörigenpflege und dem Versorgungskontext. Dabei kommen Menschen zu Wort, die akute und chronische Krankheit und Pflegebedürftigkeit erleben oder einen Hilfebedarf aufgrund von Behinderung haben, ebenso aber auch deren Angehörige und professionelle Helfer. Alle Altersgruppen wurden einbezogen, vom Kind bis zum alten Menschen. Untersucht wurden verschiedene Aspekte, wie etwa die subjektiven Perspektiven, das Erleben, Gestaltung, Interaktionen, Strategien und die Auswirkung von Finanzierungssystemen auf Pflegearrangements.
Die Durchführung zahlreicher Forschungsprojekte zu Familie und Versorgungsforschung zielt langfristig auf empirisch begründete Theoriebildung und Interventionsentwicklung ab. Die intensive Auseinandersetzung mit vulnerablen Gruppen, d.h. Kindern und Jugendlichen als pflegende Angehörige, Menschen mit Behinderungen oder demenziell beeinträchtigten Personen sowie deren Familien ist ebenfalls Teil des Forschungsschwerpunktes. In aktuellen Promotionsprojekten wird den Fragen nachgegangen, welchen Beitrag das Ehrenamt bei der Unterstützung von „pflegenden Familien“ leisten kann oder wie von Harninkontinenz Betroffene bei ihrer Bewältigung im Alltag unterstützt werden können.
Leitung:
Prof. Dr. Wilfried Schnepp (Institut für Pflegewissenschaft)
Mitarbeiter/-innen: Helmut Budroni, MScN, Andre Fringer, MScN, Dr. Sabine Metzing MScN, Jörg große Schlarmann, MScN, Dr. Susanne Schoppmann
Eingebundene Institutionen:
intern: Dialogzentrum Demenz
Wichtigste Publikationen:
Eberl I, Schnepp W: Familiengesundheitspflege in Deutschland: Konsensfindung als Grundlage. Pflege 2006; 19(4), 234-43
Fringer A, Schnepp W: Anforderungen an die Schulung ehrenamtlicher Helfer im Bereich der Angehörigenpflege: Die Sicht der Experten. Pflegewissenschaft 2006 (6). Online im Internet: vom 07.09.2009
Hayder D, Schnepp W: Urinary incontinence - the family caregivers' perspective. Z Gerontol Geriatr 2008; 41(4): 261-6
Herber OR, Schnepp W, Rieger MA: Developing a nurse-led education program to enhance self-care agency in leg ulcer patients. Nurs Sci Q 2008; 21(2): 150-5
Herber OR, Schnepp W, Rieger MA: Recruitment rates and reasons for community physicians' non-participation in an interdisciplinary intervention study on leg ulceration. BMC Med Res Methodol 2009; 9: 61
Metzing S: Kinder und Jugendliche als pflegende Angehörige. Erleben und Gestalten Familialer Pflege, Bern, Huber, 2007
Metzing-Blau S, Schnepp W: Young carers in Germany: to live on as normal as possible - a grounded theory study. BMC Nurs 2008; 7: 15
Schlarmann JG, Metzing-Blau S, Schnepp W: The use of health-related quality of life (HRQOL) in children and adolescents as an outcome criterion to evaluate family oriented support for young carers in Germany: an integrative review of the literature. BMC Public Health 2008; 8: 414
Schnepp W (ed.): Angehörige pflegen. Bern, Huber, 2002
Schoppmann S, Schröck R, Schnepp W, Büscher A: 'Then I just showed her my arms . . .' Bodily sensations in moments of alienation related to self-injurious behaviour. A hermeneutic phenomenological study. J Psychiatr Ment Health Nurs 2007; 14(6): 587-97
Aktuelle Projekte:
- Verbesserung der Lebensqualität von pflegenden Kindern und Jugendlichen durch ein familienorientiertes Hilfeangebot. Eine prospektiv kontrollierte Studie.
- Entwicklung von Grundlagen für Konzepte zur Verankerung bedarfsgerechter und familienorientierter psychiatrischer Versorgungssysteme
- Bewältigung von Harninkontinenz im Alltag der Betroffenen
- Praxisimplementierung des Assessments CarenapD (Care needs Assessment pack for Dementia)


