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Muster evolutiver Großübergänge

Die Untersuchung der größeren evolutiven Veränderungen (z. B. der Schritt von den Einzellern zu den Mehrzellern oder die Übergänge zwischen den Klassen der Wirbeltiere), bilden einen Hauptschwerpunkt der Institutsarbeit.

Hierzu gehört etwa das Thema der Autonomieentstehung bei dem sich zeigen ließ, dass alle größeren Schritte der Evolution von einer Emanzipation der Individuen gegenüber den Einflüssen der Umwelt gekennzeichnet sind.

In den Arbeiten zu den evolutiven Zeitmustern zeigte sich, dass im Prinzip alle Wirbeltiere ein Mosaik aus evolutiv älteren, evolutiv neuen sowie übergänglichen Merkmalen sind. Die fossil bekannten Übergangsformen wie z. B. von den Fischen zu den Amphibien, oder von den Amphibien zu den Reptilien, zeigen dieses Mosaik besonders deutlich, sodass in diesen sog. Heterochronien ein wesentliches Muster evolutiver Veränderungen gesehen werden muss. Ähnliche heterochrone Veränderungen ließen sich darüberhinaus in der Evolution der frühen Landpflanzen darstellen. In diesem Zusammenhang führen wir auch eigene Grabungen im Raum Wuppertal durch.


In detaillierten Arbeiten werden einige Aspekte der Entwicklung der Säugetiere aus frühen Reptilien untersucht. Das ist auch insofern interessant, als der Mensch mit seiner biologischen Organisation zu den Säugern gehört. Einblicke in die Entstehungsweise der Säuger liefern daher auch Erkenntnisse über die Entstehung der menschlichen Morphologie und Physiologie.

Publikationen

Kümmell S (2009): Die Digiti der Synapsida: Anatomie, Evolution und Konstruktionsmorphologie, Shaker Verlag Aachen

Rosslenbroich B (2005): The evolution of multicellularity in animals as a shift in biological autonomy. Theory in Biosciences 123, 243-262

Rosslenbroich B (2006): Zur Autonomieentstehung in der Evolution – Eine Übersicht. Tycho De Brahe-Jahrbuch, Niefern-Öschelbronn

Rosslenbroich B (2007): Autonomiezunahme als Modus der Makroevolution. Galunder Verlag, Nümbrecht

Rosslenbroich B (2009): The theory of increasing autonomy in evolution: a proposal for understanding macroevolutionary innovations. Biology and Philosophy 24, 623-644 (DOI 10.1007/s10539-009-9167-9)

Schad W (1993): Der Heterochronie-Modus in der Evolution der Wirbeltierklassen und Hominiden. Dissertation Universität Witten/Herdecke

Schad W (1993): Heterochronical patterns of evolution in the transitional stages of vertebrate classes. Acta Biotheoretica 41, 383-389

Schad W (1997): Die Zeitintegration als Evolutionsmodus. Habilitationsschrift Universität Witten/Herdecke

Schad W (1998): Die Zeitintegration als Entwicklungsmodus in der Makroevolution. In Dorka, R. et al. (Hrg.): “Zum Erstaunen bin ich da”. Thomas Göbel zum 70. Geburtstag. S. 151-174.  Dornach

Schad W. (2000): Evolution durch Retention - Zur Makroevolution der ersten Landpflanzen, der höheren Tiere und des Menschen. In Heusser, P.: Goethes Beitrag zur Erneuerung der Naturwissenschaften. S. 171-208.Verlag Paul Haupt, Bern, Stuttgart, Wien

Zusätzliche Information

Kontakt

Priv.-Doz. Dr. Bernd Rosslenbroich
Institutsleiter
Tel.: +49 (0)2302 /926-344

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