Navigation ab zweiter-Ebene
Der alte Mensch am Lebensende / interprofessionelle Kommunikation
Obwohl es naheliegend erscheint, dass ältere Menschen sich häufiger in einer palliativen Behandlungssituation befinden, ist der alte Mensch in der palliativmedizinischen Fachliteratur bisher ungenügend thematisiert. Schmerzen und ihre Therapie werden bisher meist im Zusammenhang mit onkologischen Patienten betrachtet. Auch Polypharmazie mit unzureichend bekannten Medikamentenwechselwirkungen finden zu wenig Beachtung. Und die Kommunikationshindernisse des alten Menschen werfen die Frage nach kommunikativer Ausbildung auf.
Dies ist das Ergebnis einer limitierten systematischen Literaturrecherche von Johannes Just. Die Frage stellt sich, inwieweit die Integration geriatrischer Konzepte erforderlich ist, um eine adäquate palliativmedizinische Versorgung zu garantieren und wie eine interdisziplinäre geriatrische/palliativmedizinische Lehre gestaltet werden sollte. Eine Vermutung ist, dass die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Disziplinen von der interprofessionellen Kommunikation beeinflusst wird und diese erlernt werden kann.
Zur Prüfung dieser Hypothese wurde das Seminar "Der alte Mensch am Lebensende / interprofessionelle Kommunikation" entwickelt und in einem einfach verblindeten, randomisierten Versuchsaufbau evaluiert.
Die Teilnehmerschaft besteht aus Medizinstudenten und Krankenpflegeschülern. Diese werden in zwei große Gruppen eingeteilt.
Gruppe A durchläuft ein interprofessionelles Seminar mit folgenden Themen:
- Bedürfnisse alter Menschen am Lebensende
- Schmerzen und Schmerztherapie
- Polypharmazie
- Kommunikationshindernisse beim alten Menschen
- Grundlagen der Kommunikationstheorie
- Praktische Übungen zur Kommunikation im Team
- Methodik der interdisziplinären Fallbesprechung
Gruppe B erhält nur die Inhalte der Seminare zum Selbststudium.
Zur Evaluation werden innerhalb der Gruppen Zweierteams aus Medizinstudenten und Krankenpflegeschülern gelost. Beide Teammitglieder erhalten unterschiedliche, fachspezifische Informationen und haben die Aufgabe sich in kontrollierter Umgebung auszutauschen und eine gemeinsame Zielvereinbarung zu treffen. Die Zielvereinbarung dient zur Bewertung der interprofessionellen Kommunikation.
In diesem Versuchsaufbau sollen Effekte nachgewiesen werden, die den Nutzen von interprofessioneller, kommunikativer Lehre belegen.
Ergebnisse stehen noch aus.


