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Kulturtheorie und Management

Im Mai 2015 wurde der Lehrstuhl für Kulturtheorie und Management an der Universität Witten/Herdeck eingerichtet. Lehrstuhlinhaber ist Prof. Dr. Dirk Baecker, der für diese Aufgabe seinem Ruf an die Universität gefolgt ist.

Der Lehrstuhl für Kulturtheorie und Management forscht und lehrt zu Fragen einer Theorie der Digitalisierung. Die Einführung elektronischer Medien vom Telegraf über das Radio und das Fernsehen bis zum Computer und dem Internet hat ähnlich tiefgreifende strukturelle und kulturelle Folgen für Mensch und Gesellschaft wie zuvor die Einführung des Buchdrucks ("moderne Gesellschaft"), der Schrift ("Hochkulturen") und der Sprache ("Stammeskulturen"). Wir leben in der "nächsten" Gesellschaft, mit enormen Verwerfungen zwischen den verschiedenen Stadien der soziokulturellen Evolution.

Die Digitalisierung, das heißt die Einführung instantaner Konnektivität, gigantischer Datenspeicher und lernfähiger Algorithmen im Medium von 0/1-Operationen, stützt sich auf elektronische Medien, die in Politik und Wirtschaft, Religion und Kunst, Wissenschaft und Bildung, Interaktion und Organisation ebenso kreative wie disruptive Effekte auslösen.

Neue Partizipationsmöglichkeiten, neue Geschäftsmodelle, ein neues Interesse an der Mensch/Maschine-Schnittstelle, neue Arbeitsformen, eine neue, spirituelle Religiosität und neue Formen des Protests, des Terrors und der Gewalt sind ebenso faszinierende wie beunruhigende Anzeichen einer neuen Differenzierungsform der Gesellschaft. Wo aber so viel Digitales ist, wächst das Analoge auch. Und das Analoge, nach einem Wort von Paul Watzlawick, ist das Widersprüchliche und im Widersprüchlichen Verbindung Haltende.

Der Lehrstuhl beschäftigt sich mit dem Errechnen von Formen im Medium digitaler und analoger Komplexität. Die Kulturtheorie hält den Kontakt zur Soziologie der Gesellschaft, die Managementlehre zu Fragen der Gestaltung und Steuerung von Organisationen in Netzwerken. In der Lehre geht es vor allem darum, aus der Soziologie, der Systemtheorie, der Netzwerktheorie und der Komplexitätsforschung kleine "schmutzige" Modelle zu gewinnen, die sich für Zwecke der Forschung einsetzen lassen. Und "Forschung" heißt, Phänomene als Funktionen von Phänomenen zu verstehen, zu beschreiben und zu erklären.

Prof. Dr. Dirk Baecker beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der soziologischen Theorie, der Wirtschaftssoziologie, der Organisationsforschung, der Kulturtheorie und der Managementlehre. Die Hypothese einer "nächsten", nicht mehr "modernen" Gesellschaft führt diese verschiedenen Forschungsfelder zusammen. Der gegenwärtige Fluchtpunkt seiner Arbeit ist The Catjects Project, in dem George Spencer-Browns Formkalkül als Ausgangspunkt einer Theorie der Digitalisierung vorgestellt und erprobt wird.

Zusätzliche Information

Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Dirk Baecker
Dekan
Lehrstuhlinhaber
Tel.: +49 (0)2302 / 926-818

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