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Forschungsprofil der Fakultät

Die Forschung der Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale ist in Bildungsverständnis und organisatorischer Struktur geprägt von der Reflexion moderner Kultur. Das Studium fundamentale und die kulturwissenschaftlichen Studiengänge verfolgen ebenso wie die Forschungsleistungen der einzelnen Disziplinen und Professuren diesen Ansatz.

Wissen entsteht in vergleichender Beobachtung

Die Frage nach der Kultur entsteht aus der Erfahrung, dass Wissen nicht in der eindeutigen Bestimmung dessen, was der Fall ist, sondern in der vergleichenden Beobachtung unterschiedlicher Möglichkeiten, wie etwas bestimmt werden kann, entsteht. Die moderne Gesellschaft ist durch diese historische Erfahrung geprägt. Politik, Management, Kommunikation, Wissenschaft, Kunst und Kommunikation versuchen darauf praktisch und theoretisch Antworten zu finden. Gemeinsam ist ihnen die Nutzung nichtlinearer Prozesse, die mit der Mehrdeutigkeit aller Bestimmungen, mit der Gleichzeitigkeit alternativer Beschreibungen und mit konkurrierenden Bedeutungen rechnen. Wissen, das diesem Umstand gerecht werden möchte, muss darum seiner Form nach ein Wissen zweiter Ordnung – ein Reflexionswissen – sein: ein Wissen, das mit dem Nichtwissen als wesentlicher Komponente und Ressource arbeitet, um sich als offener Prozess zu entfalten, der auf seine eigene Entwicklung lernend reagiert. Nichts anderes meint der klassische Begriff der Bildung. Seit Humboldt ist die Universität der paradoxe Ort der Kultivierung dieses wissenden Nichtwissens, das in der Suche nach Fragen Form gewinnt.

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Philosophie, Wissenschaften und Künste als gleichberechtigte Reflexionsdimensionen der modernen Kultur

Problemsuchende Reflexionsprozesse auf die Kultur müssen den Formen dieser Kultur Rechnung tragen. Wissenschaften, Künste und Philosophie charakterisieren drei Reflexionsstile, deren Geschichte das heutige Verständnis der Kultur prägt und die auf jeweils eigene Weise das Zusammenspiel von Wahrnehmungen, Denken und Kommunikation entfalten. Die Struktur der Fakultät verknüpft deshalb die Philosophie, die Wissenschaften und die Künste zu einem arbeitsteiligen Forschungs- und Lehrzusammenhang. Die Philosophie liefert eine zentrale Plattform, auf der die Frage nach der Kultur systematisch formuliert und in ihren verschiedenen Aspekten der Reflexion zugänglich gemacht wird. Sie eröffnet den Übergang zu den Künsten, deren Reflexion in Bezug auf musikalische, literarische und bildliche Ausdrucksformen die Besonderheit nichtbegrifflicher und nichtwissenschaftlicher Sinnbildungen erschließt. Philosophie bedarf aber ebenso der Kooperation mit der Soziologie, der Geschichte und der Politik, um die gesellschaftlichen Kommunikationsprozesse verstehen, in ihrer Genese beschreiben und auf die Formen ihres Kommunikationsmanagements beziehen zu können. Was sich historisch allmählich in seinen Wissensstilen gegeneinander ausdifferenziert hat – Philosophie, Wissenschaften und Künste – bildet heute gleichberechtigte Reflexionsdimensionen der modernen Kultur und eines ihr adäquaten Modells von Bildung.

Die folgenden interdisziplinären Forschungsschwerpunkte sind an der Fakultät für Kulturreflexion etabliert:

  • Organisationen und Politikfelder in komplexen gesellschaftlichen Spannungsverhältnissen
  • Wissensformen und Medien der Kultur in ihrer Reflexion

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Eigenlogische Forschungsperspektiven als komplementäre Blickwinkel

Zwar entwickeln sich die jeweiligen Forschungsperspektiven eigenlogisch, aber zugleich bieten sie komplementäre Perspektiven auf die Form der Kultur als eines Sinnbildungsprozesses an. In ihrem Zusammenspiel tragen die Disziplinen und Lehrstühle der Fakultät grundlegenden Dimensionen kultureller Sinnbildung systematisch Rechnung: Sie verfolgen die Entwicklung der modernen Kultur in ihrer historischen Entstehung und ihren zeitlichen Strukturen; sie beobachten ihre charakteristischen Reflexionsstile anhand der symbolischen Formen von Sprache, Formeln und Artefakten; sie beziehen historische Prozesse und symbolische Formbildungen auf die organisierten kommunikativen Strukturen der Gesellschaft; und sie verfolgen die unwahrscheinlichen Wahrscheinlichkeiten, mit denen unsere Gesellschaft die Vielfalt ihrer selbsterzeugten Möglichkeiten in berechenbare und anschlussfähige Kommunikations-, Wahrnehmungs- und Reflexionsroutinen umformt.

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Experimente, die Unterschiede in der Welt machen

Wer den verwirrenden Phänomenen der modernen Kultur nicht hilflos, naiv oder skeptisch, sondern kompetent, kreativ und strategisch begegnen möchte, benötigt eine Übung seiner Wahrnehmungs-, Reflexions- und Kommunikationskompetenz, die sich an den avancierten Formbildungen der Wissenschaften, der Künste und der Philosophie schult. Nimmt eine solche Schulung die Form einer Praxis an, die sich experimentierend an der Welt orientiert, so dass ihre Experimente Unterschiede in der Welt machen, handelt es sich um Bildung. Ärzte, Unternehmer, Manager, Journalisten, Politiker, Künstler, Wissenschaftler und Philosophen begegnen sich in dieser forschenden Praxis mit ihren verschiedenen Fragen und Methoden, indem sie die Kultur erzeugen, die sie lehrend erforschen – sei es im Studium fundamentale, im Bachelorstudiengang oder im forschungsorientierten Masterstudiengang.

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Zusätzliche Information

Kontakt

Sandra Schwarz
Sekretärin
Tel.: +49 (0)2302 / 926-814

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Broschüre der Fakultät für Kulturreflexion

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