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Kunstwissenschaft
Arbeitsbereich Kunstwissenschaft an der Fakultät für Kulturreflexion - Studium fundamentale
Die Professur für Kunstwissenschaft, Ästhetik und Kunstvermittlung beschäftigt sich mit Forschung und Lehre im Bereich der ästhetischen Erfahrung und ihren Auswirkungen auf wissenschaftliches Erkennen und die Gestaltung von praktischen Lebenszusammenhängen. Basis der Forschung sind die einschlägigen kunstwissenschaftlichen Methoden. Die exakte Beschreibung und Reflexion der künstlerisch-anschaulichen Gegebenheiten des konkreten Kunstwerks bietet dabei den Schlüssel für die Untersuchung der Bedingungen und Prozesse, unter denen ein Kunstwerk bewusst erfahren und erfasst werden kann.
Die zentrale Aussage einer solchen anschauenden Ästhetik
Die wichtigsten Fragen in unserem Arbeitsbereich stellen sich zu der Art, auf die Lehrinhalte vermittelt werden können und das gewonnene Wissen wirksam sowohl für die Bildung als auch für die Gestaltung verschiedener Lebenszusammenhänge genutzt werden kann.
Die dafür notwendige Entwicklung einer anschauenden Ästhetik entspricht einer Grundlagenforschung im Bereich der Geistes- bzw. Kulturwissenschaften. Ein bewusst vollzogenes, selbst gestaltetes und produktives Wahrnehmen bildet das wesentliche und konkrete Bindeglied zu anderen Bereichen der Erkenntnis. Die Form eines bewussten ästhetischen (wörtl. = anschauenden, wahrnehmenden) Wahrnehmens erweist sich als tragfähiges Bindeglied zwischen Kunst, Wissenschaft und Lebenspraxis (Sozialgestaltung, Wirtschaft, Medizin, Pädagogik, Ökologie, Technik).
Unser Lehrangebot ist sowohl auf wissenschaftliche Erkenntnis als auch auf die Entwicklung von Wahrnehmungs- und Erkenntnisfähigkeit ausgelegt. Neben der Schaffung einer selbständigen Kompetenz in der Urteils-Methodik im Bereich der Kunst und Kunstvermittlung besteht das Ziel darin, einen Anstoß zu eigenständigen Lern- und Übungsschritten zu geben, in denen sich die Reflexion des Vorgehens mit dem Erfassen der übergreifenden Zusammenhänge verbindet.
Im Bereich der Kunst erweisen sich künstlerische Produktion und Rezeption als eine funktionale Einheit. Die einzig vom betrachtenden Individuum zu vollziehenden Anschauungs- und Erkenntnisleistungen erweisen sich als notwendige und konstituierende Elemente der Wirklichkeit eines Kunstwerks. Die Deutung des Kunstwerks muss in letzter Konsequenz jedem Betrachter selbst überlassen bleiben - als sein individuelles Verständnis des Objektes.
Die mit dem Kunstwerk sinnlich gegebene Gestaltung provoziert und leitet die Vorgänge des Wahrnehmens in der Weise, dass sich die konkrete subjektive Anschauungsleistung beim Erfassen der konkreten künstlerischen Gestaltung weitgehend verobjektivieren kann. Der bewusst erfasste subjektive Prozess des Anschauens erweist sich dabei als Teil der objektiven künstlerischen Gegebenheit des Bildes.


