Navigation ab zweiter-Ebene
Phänomenologie der Musik
Lehrstuhl für Phänomenologie der Musik an der Fakultät für Kulturreflexion
Seit 2004 ist der Lehrstuhl für „Phänomenologie der Musik“ an der Universität Witten/Herdecke Stiftung verankert und arbeitet in vier Bereichen (Forschung, Praxis, Theorie und Vermittlung), denen eine phänomenologische Ausrichtung zugrunde liegt.
Geleitet von der Frage, wovon gesprochen wird, wenn von Musik die Rede ist, beansprucht die Phänomenologie der Musik, einen Zugang zu ihrem Gegenstand zu eröffnen, der diesem als Erfahrung besonders gerecht wird: besonders nah an ihn herankommt. Sie ist aber gerade wegen dieses Anspruchs auch auf eine ständige Selbstreflexion verwiesen: Folgt sie dem Ethos der Aufmerksamkeit, das sich mit Husserls bekanntem Diktum „Zu den Sachen selbst!“ verbindet, so muss sie sich Rechenschaft über ihre eigene Stellung zu diesen Sachen ablegen und damit ihr eigenes Wahrnehmen und Sprechen immer wieder von neuem in Frage stellen.
Der Gegenstand der Neuen Musik ist für sie das bevorzugte Feld, durch das hindurch sie auch anderen Zugängen zur Musik Impulse für eine derartige Reflexion geben kann.
Programm des Lehrstuhls ist es, in unterschiedlichsten Formaten (Symposien, Konzerte, Seminare, Vorträge, Performances, Werkstätten etc), sich der Pluralität nicht nur von Sprechweisen, sondern auch von Hörweisen schärfer bewusst zu werden, sie in ein Verhältnis zueinander zu setzen und so den Gegenstand der Neuen Musik zu fokussieren.
Der Lehrstuhl für Phänomenologie der Musik spezialisiert sich auf die Grenzlinie von Gestaltung und Reflexion und untersucht in Forschung und Lehre die Logik künstlerischer Prozesse im Medium Musik. Für die Lehre bedeutet dies einen Schwerpunkt auf Seminaren, in denen die Studierenden sich in Form von Hörübungen, detaillierten Auseinandersetzung mit einzelnen Musikstücken und der Einbeziehung philosophischer Texte Formen musikalischer Sinnbildung sinnlich und begrifflich erschließen.
Am Lehrstuhl für Phänomenologie der Musik werden Grundlagen für einen „Bewußtseinstransfer” von Musikalität in andere Bereiche des kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens systematisch erarbeitet. Bewusstsein für Musik und Bewusstsein durch Musik soll entwickelt werden. Der Hintergrund ist die Hypothese, dass Musikalität in unserer Zivilisation eine noch weitgehend ungenutzte sinnlich-intellektuelle Ressource ist.
Dr. Günther Buch Preis 2011 für Elmar Lampson und Hermann Rauhe
Der Dr. Günther Buch-Preis wurde in diesem Jahr an Prof. Elmar Lampson, Präsident der Hochschule für Musik und Theater, und Prof. Dr. Dr. h.c. Hermann Rauhe, Ehrenpräsident der Hochschule, verliehen.
Die Laudatio hielt Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Ruzicka, ehem. Intendant der Hamburger Staatsoper und der Salzburger Festspiele, Komponist, Dirigent und künstlerischer Leiter der Biennale München. Die Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung vergibt den mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Preis an die beiden Preisträger für ihre herausragenden Verdienste um die Musik – in Sonderheit die Komposition, die Musikvermittlung und die Musikwissenschaft - sowie die Nachwuchsförderung und die Führung der Hamburger Hochschule für Musik und Theater als Einrichtung mit Weltgeltung.
Elmar Lampson, Inhaber des Lehrstuhls für Phänomenologie der Musik an der Universität Witten/Herdecke sowie Mitglied des Aufsichtsrats der UW/H , bedankte sich für die Ehrung und betonte, dass durch den Preis nicht nur sein Vorgänger Hermann Rauhe und er als Person, sondern die Hochschule als innovative Institution gewürdigt werde: „Hermann Rauhe und mir war es dabei stets ein wesentliches Anliegen, für Innovationen offen zu sein und die Künste in der Gesellschaft zu verankern. Diese Kontinuität der Ziele hat sicherlich zum jetzigen Renommée der Hochschule beigetragen.“
Hermann Rauhe freute sich über die Anerkennung seiner Arbeit und lobte die herausragenden Leistungen seines Nachfolgers als Hochschulpräsident, Komponist und innovativer Musikvermittler. Er sei ein Glücksfall für die Hochschule und die Musikstadt Hamburg.
Hintergrund zum „Dr. Günther Buch-Preis“:
Der „Dr. Günther Buch-Preis“ wird alle zwei Jahre an Personen mit herausragenden Verdiensten auf den Gebieten der Medizin und der Geisteswissenschaften ausgelobt. Dr. Günther Buch war ein herausragender Jurist der Nachkriegszeit in Hamburg als Rechtsanwalt und Treuhänder über das Vermögen der British American Tobacco Company (BAT) sowie bedeutender Mäzen der Bildenden Künste und der Oper. Er errichtete zu Ehren seiner Eltern im Jahre 1965 die „Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung“. Die letzten Preisträger waren unter anderen die Professoren Hein Kötz und Karsten Schmidt von der Bucerius Law School.


