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Meldung vom 19.07.2012

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft: Zusammen denken, was zusammen gehört

Hochschulen streben engere Zusammenarbeit an


In den letzten Jahren hat sich in der (Aus-)Bildung von Ökonomen, Sozialwissenschaftlern und Philosophen eine kleine Revolution ereignet: An immer mehr Universitäten werden Studiengänge mit Namen wie „Philosophie, Politik & und Ökonomik“, „Philosophy & Economics“, „Politics and Economics“ oder auch „Staatswissenschaften“ angeboten. Die Universität Witten/Herdecke hat auch hier die Rolle eines Vorreiters eingenommen, in dem Sie zum Wintersemester 2010/2011 das erste deutsche Bachelorprogramm „Philosophie, Politik & Ökonomik“ gestartet hat. Am 5. und 6. Juli fand an der Universität Witten/Herdecke eine Tagung mit über 160 Teilnehmern statt, die einerseits die in diesen Programmen Studierenden und Lehrende zu einem Erfahrungsaustausch zusammengeführt hat und auf der andererseits darüber diskutiert wurde, wie Wissenschaft und Gesellschaft im Rahmen dieser Programme eng kooperieren und voneinander lernen können.  

Zunächst trafen sich im Rahmen eines nicht-öffentlichen Tagungsteils Studierende und Lehrende der Hertie School of Governance sowie der Universitäten Bochum, Erfurt, Hamburg, München, Münster, Saarbrücken und Witten/Herdecke zu einem Erfahrungsaustausch. Wie kann Multi-Disziplinarität in der Praxis gelingen? Welche Probleme treten bei der interfakultativen Zusammenarbeit auf, und wie kann man ihnen begegnen? Wie stehen die Chancen der Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt? Neben solchen Fragen ging es auch um mögliche Kooperationen zwischen den beteiligten Hochschulen. Es bestand Einigkeit darüber, dass diese in Zukunft in unterschiedlichen Formaten zusammenarbeiten möchten, etwa im Rahmen einer gemeinsamen Sommerschule.

Im öffentlichen Tagungsteil stand die Frage im Mittelpunkt, wie im Rahmen dieser Programme ein enger Austausch und ein wechselseitiges voneinander Lernen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft erreicht werden können. Nach Impulsvorträgen zum Thema von Prof. Dr. Thomas Straubhaar (Universität Hamburg und HWWI), Thomas Sattelberger (ehemaliger Personalvorstand der Deutschen Telekom) sowie Franz Müntefering (SPD, Minister für Arbeit und Soziales und Vizekanzler a. D.) wurden mehrere „World Cafés“ durchgeführt. Hier diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen intensiv darüber, wie die neuen Studiengänge dazu beitragen können, „Zusammendenker“ hervorzubringen, die nicht nur disziplinär breiter aufgestellt sind, sondern auch Wissenschaft und Wirklichkeit im engen Zusammenhang begreifen.

Die wichtigsten Ergebnisse des intensiven brain-stormings in den World Cafés  lauteten, es sei die Aufgabe des gebildeten Ökonomen, zwischen verschiedenen Umwelten zu vermitteln, Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven zu erklären und diese Perspektiven zueinander in Beziehung zu setzen. Ökonomik sei – anders als dies Teile des mainstreams behaupten – immer Sozialwissenschaft, die auf die Kooperation mit den anderen Sozialwissenschaften angewiesen sei. Es wurde deutlich, dass auch bei Unternehmen ein steigender Bedarf an auch philosophisch gebildeten Ökonomen bestehe, weil diese als „Komplexitätsexperten“ darin ausgebildet seien, Tellerränder kreativ zu ignorieren.

Einigkeit herrschte im abschließenden Plenum darüber, dass „Zusammen-Denker“ in einer Welt der Tunnelblicke dringend benötigt werden, dass „Zusammen-Denken“ aber immer auch bedeute, dass Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker und Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft gemeinsam über die sie bewegenden Themen nachdenken müssten. Denn: Wirtschaftliches Handeln und ökonomisches Denken sind immer durch gesellschaftliche Kontexte geprägt – und die neuen Studienprogramme böten die Chance, sich diese Kontexte bewusster zu machen.

„Die Teilnehmer der Tagung sind wie wir der Meinung, dass Tagungen dieser Art und weitere Formen des Gedankenaustausches unbedingt fortgeführt werden sollten“, sagte Organisator PD Dr. Joachim Zweynert von der UW/H.

Weitere Informationen: PD Joachim Zweynert, 02302 / 926 – 598, joachim.zweynertwe dont want spam@no spamuni-wh.de

Über die Fakultät:
Die Fakultät für Wirtschaftswissenschaft der UW/H wurde 1984 gegründet und bietet derzeit rund 350 Studierenden einen Studienplatz in den Bachelorstudiengängen „Philosophie, Politik und Ökonomik“ und „Business Economics“ sowie in den Masterstudiengängen „General Management“ und „Family Business Management“. Wittener Wirtschaftsstudierende lernen, Wirtschaft im Kontext zu denken, mit Problemen und Überraschungen umzugehen und als Verantwortungselite zu handeln.

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 1.450 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

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Zusätzliche Information

Kontakt

Dr. Eric Hoffmann
Abteilungsleiter
Hochschulsprecher
Tel.: +49 (0)2302 / 926-808

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