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Dr. Daniele Ganser

Dr. Daniele Ganser

Meldung vom 13.10.2015

Wer kontrolliert die vierte Gewalt?

Schweizer Historiker Daniele Ganser referiert an der UW/H über Mediennutzung im Zeitalter der Digitalisierung


„Fakten, Meinungen, Propaganda - Wie mache ich mir selbst ein Bild?“ lautet der Titel des Vortrags von Dr. Daniele Ganser am 29. Oktober 2015, 18 Uhr, an der Universität Witten/Herdecke (UW/H).

Der Schweizer Historiker Daniele Ganser präsentiert seine Thesen auf Einladung der Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale an der UW/H. Die vierte Gewalt in unserer Demokratie - Presse und Rundfunk - werde heute immer mehr kritisiert, korrigiert und kontrolliert durch die fünfte Gewalt der vernetzten Vielen. Das sind die kritischen Mediennutzer, die sich keine Meinung mehr aufdrängen lassen, sondern eine eigene Sicht auf die Dinge entwickeln wollen. Ihr Anliegen sei nicht mehr eine Sichtweise, eine Meinung oder eine Wahrheit, sondern mittels der Vielfalt verfügbarer Informationen eine differenzierte, aus unterschiedlichen Blickwinkeln selbst geformte Sicht auf politische und gesellschaftliche Ereignisse. An die Stelle eines kritischen Vergleichs von Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen tritt ein Mosaik von Informationen, wie man sie scheinbar ungefiltert im Internet finden kann.

„Eine solche Intention entspricht den Grundwerten, um die wir uns an der Universität Witten/Herdecke im Kern bemühen: um ein von wirtschaftlichen und staatlichen Interessen unabhängiges Forschen und Lehren (Freiheit), um ein nicht einzig zweck,- sondern wert- und system-orientiertes Erkennen (Wahrheit) sowie um ein auch die Folgen im Kontext des Ganzen berücksichtigendes Handeln (Verantwortung)“, sagt der Kunstwissenschaftler Dr. David Hornemann von Laer, der Dr. Daniele Ganser nach Witten eingeladen hat.

In seinem Vortrag wird Ganser zeigen, welche Recherchemöglichkeiten das Internet an die Hand gibt und wie man zwischen Fakten, Meinungen und Propaganda unterscheiden kann. Anhand konkreter Beispiele aus den letzten 25 Jahren (Krieg um Kuwait 1990, Terroranschläge vom 11. September 2001, Krieg in der Ukraine 2014/15) wird Ganser kritisch auf die Leitmedien blicken und Bausteine an die Hand geben, mittels derer sich jeder selbst ein eigenes Urteil bilden kann.

Zur Person:
Dr. phil. Daniele Ganser ist spezialisiert auf Zeitgeschichte seit 1945 und internationale Politik. Seine Forschungsschwerpunkte sind Friedensforschung, Geostrategie, verdeckte Kriegsführung, Ressourcenkämpfe und Wirtschaftspolitik. Er unterrichtet an der Universität St. Gallen zur Geschichte und Zukunft von Energiesystemen und an der Universität Basel Konfliktanalysen und globalen Kampf ums Erdöl. Er leitet das Swiss Institute for Peace and Energy Research (SIPER) in Basel. Im Dezember 2014 hielt Ganser einen vielbeachteten Vortrag zum Thema: Medial vermittelte Feindbilder und die Anschläge vom 11. September 2001 an der Universität Tübingen, der auf Youtube bislang 436.000 Mal geklickt wurde.

Ort: Universität Witten/Herdecke
Datum: 29.10.2015
Zeit: 18:00 Uhr
Dauer: 120 Minuten, Diskussion
Veranstalter: Fakultät für Kulturreflexion, Studium fundamentale
Unkostenbeitrag: 10 Euro / ermäßigt 6 Euro
Kartenreservierung: Tel. 02302 / 926-815 oder -816
oder per Mail an: Petra.Boehmwe dont want spam@no spamuni-wh.de oder Marion.Jacobswe dont want spam@no spamuni-wh.de

Weitere Informationen bei Dr. David Hornemann v. Laer: david.hornemannvonlaerwe dont want spam@no spamuni-wh.de oder 02302 / 926-473

Über uns:
Die Universität Witten/Herdecke (UW/H) nimmt seit ihrer Gründung 1982 eine Vorreiterrolle in der deutschen Bildungslandschaft ein: Als Modelluniversität mit rund 2.100 Studierenden in den Bereichen Gesundheit, Wirtschaft und Kultur steht die UW/H für eine Reform der klassischen Alma Mater. Wissensvermittlung geht an der UW/H immer Hand in Hand mit Werteorientierung und Persönlichkeitsentwicklung.

Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

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Zusätzliche Information

Kontakt

M.A. Gabriele Molitor
Abteilungsleitung
Tel.: +49 (0)2302 / 926-808

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