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Endulen e.V. - Trage es im Herzen mit!

Florian Schneider studiert Medizin an der Uni Witten/Herdecke. Gleichzeitig verbringt er einen großen Teil des Jahres in Tansania am Rande des Ngorongoro-Kraters bei den Massai.

Schneider ist einer der beiden Gründer und 1. Vorstand des Hilfsvereins „Endulen e.V. – Trage es im Herzen mit!“. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Dorf Endulen ein Busch-Krankenhaus mit 72 Betten für mittlerweile über 80.000 Menschen zu unterstützen.

Von der Zivilisation und dem technischen Fortschritt völlig abgeschieden lebt dort, wo Bernhard Grzimek seine Tierfilme drehte, der Nomadenstamm der Massai. Endulen ist weder an die Wasserversorgung noch ans Straßen- und Stromnetz angeschlossen. „Endulen Hospital“ wurde von Dr. Herbert Watschinger, einem österreichischen Missionar und Arzt, 1976 gegründet. Zunächst ging es um die Behandlung der Tuberkulose, die mit Malaria, Wurmerkrankungen, Pneumonie und Syphilis noch heute zu den häufigsten Erkrankungen dieser Gegend zählt.

Florian Schneider arbeitete nach dem Abitur 2005 als „Missionar auf Zeit“ im Süden Äthiopiens und bot dort Computer- und Englischunterricht für Studierende an. Direkt im Anschluss daran flog er nach Tansania und besuchte das „Endulen Hospital“. „Die Erfahrungen und Eindrücke dort haben mich nicht mehr losgelassen und ich setze die Arbeit für das Hospital heute in Deutschland fort, indem ich – zusammen mit anderen Helfern – Geld und Sachspenden sammele“, beschreibt er sein anhaltendes Engagement für dieses Projekt.

Neben den vielen Bauprojekten, wie zum Beispiel Renovierungsarbeiten des Labors oder dem Errichten von vier Wassertanks, sind es manchmal die kleinen Schritte, die Fortschritt bringen: Im Sommer 2010 erhielt seine Mitstreiterin Maria Dillmann aus der Praxis eines verstorbenen Arztes einen schon lange gesuchten Rüttler für das Labor. Zwei Mikroskope aus der Universität Ulm ermöglichen schon seit März 2010 die exaktere Diagnose von Krankheiten. Das Labor-Team in Endulen kann die Mikroskope vor allem bei den Einsätzen im Busch mit Landrover und Flugzeug sehr gut gebrauchen: Bislang mussten die Krankheiten dort ohne Blut-, Stuhl- und Urinproben diagnostiziert werden, was sehr schwierig ist, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel Malaria-Erreger nur über einen Bluttest nachgewiesen werden können.

„Auf meiner Reise in 2009 habe ich geholfen, eine Notfallstation zu errichten, das Entbindungszimmer zu renovieren und Zäune rund um die zehn Häuser zu ziehen, damit die Tiere nicht bis in die Zimmer spazieren“, berichtet Florian Schneider. „Darüber hinaus habe ich die interkulturelle und multilinguale Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten und die Arbeit der traditionellen Geburtenhelferinnen für schriftliche Arbeiten meines Medizinstudiums untersucht“. Durch die vielen Interviews in den Dörfern und durch einen großen Workshop mit über 50 Teilnehmerinnen entstand das Teilprojekt „Safe Motherhood“, das sich um die Gesundheit von schwangeren Frauen und ihren Neugeborenen kümmert. „Derzeit errichten wir eine Wöchnerinnenstation, denn schwangere Frauen und Schwerkranke lagen in einem Zimmer! Jetzt sind Mütter und Kinder vor Infektionen und ähnlichen Risiken besser geschützt.“ Der gebürtige Aufhausener (bei Regensburg) hat zusammen mit den anderen Vereinsmitgliedern mittlerweile mehr als 100.000 Euro eingeworben und die neue Wöchnerinnenstation konnte im Mai 2012 an die Verwaltung des Endulen Hospital übergeben werden.

„Unsere Arbeit zeichnet sich durch die offene Kommunikation und eine große Nähe zum tansanischen Leben aus. Ohne die Hilfe und Ideen der Menschen vor Ort wäre unser ganzes Engagement bei weitem nicht in diesem Umfang möglich.“

Ansprechpartner:
Florian Schneider

Weitere Informationen:
Zur Webseite von ENDULEN e.V.
 

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