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Patenprojekt zur Leseförderung
Seit Oktober 2010 erfahren einige Fünftklässler der Albert-Schweitzer Hauptschule in Bochum im Unterrichtsfach Deutsch eine zusätzliche Förderung: Einmal wöchentlich werden sie für jeweils eine Stunde von einem Studierenden der UW/H betreut, der mit ihnen ein Buch liest und kleine Diktate übt.
Gegründet wurde die Initiative von Ulla Spitzer, Maja Dusanic und Maximiliane Zwerenz, Medizinstudentinnen der Universität Witten/Herdecke. Im Rahmen anderer Projekte hatten sie beobachtet, dass sich viele Kinder nach vier Jahren Grundschule immer noch schwer tun, auf Deutsch zu lesen und zu schreiben. Nachdem die Idee geformt war, wurde die Schulleitung angesprochen, die sich sehr aufgeschlossen dem Projekt gegenüber zeigte.
Wie sieht so eine „Lesestunde“ aus?
Prinzipiell ist es jedem Studierenden erst einmal überlassen, seine Stunde selbst zu gestalten: meistens beginnt die Stunde damit, dass die Schüler von ihrem Tag berichten, was sie bewegt hat oder was sie erlebt haben. Dann wird gelesen, es werden kleine Diktate geübt und schwierige Wörter im Duden nachgeschlagen. Das kann die Kleine Hexe von Otfried Preußler oder Kollaps von Jared Diamond sein: Hauptsache es macht Spaß! Inwiefern zwischendurch HalliGalli gespielt, ein Bild gemalt, Seil gesprungen wird oder ein paar Liegestützen oder Kniebeugen eingebaut werden, ist den Studierenden überlassen. Die Lesestunden sind auf Seiten der Schüler, Studierenden und Lehrerkräfte bis jetzt auf ausschließlich positive Resonanz gestoßen: So fragen die Schüler, die noch nicht von einem Studierenden betreut werden, wann denn endlich mal gewechselt wird, da sie „auch einen Studenten haben“ möchten.
Etwa einmal pro Monat trifft sich die Gruppe bei einem der Studierenden zu Hause, um sich über Fortschritte, Probleme und Fragen auszutauschen. An diesen regelmäßigen Treffen nimmt auch der Sozialarbeiter der Schule, Herr Berens, teil, der die Kinder sehr gut kennt und daher ein guter Ansprechpartner für die Studenten ist.
Von Seiten der Universität wird das Patenprojekt von Frau Prof. Dr. Martini begleitet. Auch sie nimmt an den abendlichen Treffen der Gruppe teil. Da sie selbst in ähnlichen Gruppen gewirkt hat, weiß sie, welche positiven Effekte eine solche Einzelbetreuung nach sich ziehen kann und ist in der Lage, den Studierenden hilfreiche Tipps für ihre Stunden zu geben.




