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Globale Wirtschaft

Die volkswirtschaftliche Auseinandersetzung mit der globalen Wirtschaft ist nach wie vor von gleichgewichtstheoretischen bzw. neoklassischen Ansätzen im weitesten Sinne dominiert. Daraus entsteht eine erhebliche Spannung zu politisch-ökonomischen und politologischen Zugängen, die sich dann auch in Konfrontationen zwischen einer sogenannten "neoliberalen" und kritischen Perspektiven auf die Weltwirtschaftspolitik niederschlägt. Die Forschungen am Lehrstuhl möchten diese Situation durch den Rekurs auf institutionen- und evolutionsökonomische Überlegungen überwinden. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Verteilung von Macht zwischen den Ländern der Welt.
Die Evolutionsökonomik ersetzt die etablierte Theorie komparativer Vorteile durch eine Theorie, in der die Fähigkeiten und das Wissen der Menschen, neue Technologien und neue Märkte zu erschliessen, ausschlaggebend für die Entfaltung der weltwirtschaftlichen Arbeitsteilung sind. Durch den fortlaufenden technischen Wandel entstehen immer wieder neue Märkte, die bestehende institutionelle Verhältnisse in Frage stellen, wie etwa in der Biotechnologie. Die Entwicklung solcher Märkte findet immer in einer Wechselwirkung zwischen unternehmerischer Dynamik und politischer Gestaltung statt.
Wir gehen davon aus, daß kompetitive Vorteile von Ländern weniger in ihrer relativen Ressourcenreichlichkeit, sondern in ihrer Fähigkeit zum "market making" begründet sind. Konzepte wie Netzwerke und Sozialkapital werden als grundlegend auch für das Verständnis von Weltmärkten betrachtet. Daran anknüpfend steht an vorderster Stelle der Agenda die Politische Ökonomie der Globalisierung, bei der Kategorien von Kultur und Macht mit ökonomischen Prozessen zusammenspielen.
Der entsprechende Forschungsansatz ist in deutscher Sprache umfassend in den beiden bislang erschienenen Monographien der "Kritik der reinen Theorie des internationalen Handels" ausgearbeitet worden. Daraus ergeben sich spezielle Forschungsfelder wie etwa die Regulierung des internationalen Flugverkehrs oder die internationale Standardisierung.

Zusätzliche Information

Kontakt

Dr. Monika Olivo
Fakultätsmanagement
Tel.: +49(0)2302 / 926 580

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