Navigation ab zweiter-Ebene



Leitidee und Ziele

Der Wittener Studiengang „Philosophie, Politik und Ökonomik (PPE)“ ist anders

Nicht erst die Finanz- und Wirtschaftskrise hat gezeigt, dass die systematische Ausbildung von „Tunnelblicken“ eine der größten Gefahren für funktional hochgradig differenzierte Gesellschaften ist. Denn je mehr die Karriereaussichten von Akteuren in Wirtschaft, Politik und Wissenschaft von eng umgrenzten Spezialkenntnissen abhängen, desto eher verlieren sie den Blick für die Zusammenhänge, in die ihre Tätigkeit konkret eingebettet ist. 

Multidisziplinarität statt Tunnelblick

Wie kein anderes vergleichbares Programm in Deutschland öffnet der wirtschaftswissenschaftliche Studiengang Philosophie, Politik und Ökonomik die fachspezifischen Tunnelblicke durch Perspektiven, die die Wechselbeziehungen zwischen den gesellschaftlichen Teilbereichen systematisch in den Blick nehmen. Zwar werden ähnliche Programme international wie national zunehmend angeboten. Aber häufig kann der Anspruch der Multidisziplinarität nicht wirklich eingelöst werden. Denn regelmäßig nehmen diese Programme in allen beteiligten Disziplinen die Perspektive der so genannten Rational-Choice-Theorie ein. Das heißt, dass man sich genau jener ökonomischen Perspektive bedient, die sich gerade während der Finanz- und Wirtschaftskrise als äußerst problematisch erwiesen hat und die inzwischen auch viele Ökonomen zu hinterfragen beginnen. Werden aber die drei Felder – Philosophie, Politik und Wirtschaft – durch die gleiche theoretische Brille  betrachtet, kann von echter Multidisziplinarität nicht die Rede sein.

Kern des Wittener Bachelor-Studiengangs „Philosophie, Politik und Ökonomik (PPE)“ ist daher die Analyse von Institutionen und Organisationen. Dem liegt die Auffassung zugrunde, dass sich politische und wirtschaftliche Prozesse in einer von Menschen (teils bewusst, teils unbewusst) geschaffenen Welt von Regeln und Gesetzen, Gewohnheiten und Gründen, expliziten Vereinbarungen und stillschweigenden Übereinkünften vollziehen. Um politische und ökonomische Prozesse verstehen und philosophisch reflektieren zu können, kommt es entscheidend darauf an, verschiedenartige Perspektiven auf solche Prozesse einzunehmen und zueinander in Beziehung zu setzen.

Gerade der Umstand, dass die drei beteiligten Disziplinen mit recht unterschiedlichen analytischen Werkzeugen an die Analyse von „Institutionen und Organisationen“  herantreten, stellt sicher, dass die zu analysierenden Phänomene tatsächlich durch unterschiedliche „Brillen“ gesehen werden – und gerade dies ermöglicht es, in einen fruchtbaren Diskurs über die Komplexität von Entscheidungsprozessen in modernen Gesellschaften einzutreten.

Vielfalt der Perspektiven

Aus dieser echten Multidisziplinarität entsteht eine Vielfalt der Perspektiven, die eine echte Herausforderung für Studierende wie Lehrende darstellt. Wir Wittener nehmen diese Herausforderung gern an, weil sie dem Geist unserer Universität entspricht. Die verbindende Leitidee des Wittener PPE-Studiengangs – die gesellschaftlich und politisch relevante Analyse von Institutionen und Organisationen – führt die unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven zusammen. Da wir uns deutlich stärker als andere PPE-Programme für kulturelle Faktoren in Politik und Wirtschaft interessieren, legt der Wittener Studiengang besonderen Wert auf Wechselwirkungen von formalen Regeln (z.B. Gesetze, Verfahren) und informellen Institutionen (z.B. kulturelle Deutungsmuster, Moralvorstellungen, Lebensweisen). Dieses Erkenntnisinteresse an den Schnittstellen zwischen Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften hat gerade in Deutschland eine besondere wissenschaftliche Tradition.

Eine Besonderheit des Wittener Studiengangs besteht darin, dass die drei Säulen des Programms – Philosophie, Politik und Ökonomik –  nicht einfach auf Fachdisziplinen und Fakultäten aufgeteilt sind. Politik verstehen wir hier nicht bloß durch eine einzelne, ihre "eigene" Fachdisziplin, die Politikwissenschaft. Vielmehr werden auch politische Phänomene multidisziplinär betrachtet, nämlich unter den Blickwinkeln der Soziologie, der politischen Philosophie, der politischen Ökonomie und natürlich auch der Politikwissenschaft. Entsprechend multiperspektivisch wird auch die Wirtschaft in ihrer gesellschaftlichen Einbettung, ihrer Geschichte und nicht zuletzt in Hinblick ihrer ethischen und normativen Selbstbeschreibung reflektiert. Und schließlich gilt uns auch die Philosophie, die Ordnung des Denkens, nicht als ein Glasperlenspiel, sondern als Theorie des Unterscheidens und Erwägens, der Begründung und Kritik in praktischer Absicht.

 

Wolfgang Clement, ehemaliger Ministerpräsident von NRW und Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit

Wolfgang Clement über den Studiengang

Der neue Bachelor-Studiengang Philosophie, Politik und Ökonomik ist genau die richtige Antwort auf das, was uns die große Finanz- und Wirtschaftskrise abverlangt, nämlich uns aus den eingefahrenen Gleisen wirtschaftswissenschaftlichen und unternehmerischen und politischen Denkens und Handelns zu lösen und interdisziplinär, also bisherige Grenzen überschreitend zu denken und handeln. Ein  Problem der gegenwärtigen Versuche zur Krisenbewältigung ist ja erkennbar, daß Politik und Kreditwirtschaft und Realökonomie nebeneinander statt auf der Grundlage gemeinsamen Wissens um die Zusammenhänge und auch um die Bedingungen des Handelns des jeweils Anderen kommunizieren und agieren. Entsprechend viel Zeit wird mit wechselseitigen Vorwürfen vertan, entsprechend kurzatmig geraten so manche Ergebnisse. Eben diesen Mängeln will der neue Wittener Studiengang begegnen. Wirtschaftswissenschaftler, Unternehmer, Verwaltungsleute, die um den Wert der Werte wissen und ökonomisch wie politisch versiert sind, das ist ein Angebot auf der Höhe unserer Zeit und ihrer Probleme. Die Universität Witten/Herdecke wird damit dem Anspruch einer privaten Hochschule von Rang gerecht, nämlich althergebrachte Pfade zu verlassen und auf gesellschaftlich wichtigen Themenfeldern voran zu schreiten.

Peter Pohlmann, Vorsitzender des Aufsichtsrats POCO-Domäne Holding GmbH

Peter Pohlmann über den Studiengang

Ich begrüße die Einrichtung dieses innovativen Studienganges, der für das Verständnis der komplexen Zusammenhänge zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zwingend notwendig ist.
Er hilft, die Zukunftsprobleme zu lösen, Krisen zu verhindern und die Zusammenarbeit aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen zu fördern. Wo wäre er besser aufgehoben als an der Universität Witten/Herdecke? Keine deutsche private Universität bietet wie Witten mit den Fakultäten für Wirtschaft, Kultur und Gesundheit die Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen.
Ich wünsche den Studenten dieses neuen Studienganges ein anregendes Studium und bin sicher, dass sie wertvolle Beiträge für die Bewältigung unserer zukünftigen Herausforderungen liefern werden.

Zusätzliche Information

Kontakt

Margarete Mateusiak
Studienkoordination
Tel.: +49(0)2302 / 926-588

Social Networks


Akkreditiert durch:


Broschüre des Studiengangs:

Philosophie, Politik und Ökonomik (PPE) B.A.

Social Feedback