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Nachricht vom 09.12.2020
UniversitätGesundheit

Auf dem Weg zu einer Liste, um Arzneimittelrisiken im Alter besser einschätzen zu können

Matthias Gogolin und Veronika Bencheva

Matthias Gogolin und Veronika Bencheva

Auf dem Weg zu einer Liste, um Arzneimittelrisiken im Alter besser einschätzen zu können

Tagungspreis für Veronika Bencheva und Matthias Gogolin, die eine Liste anticholinerger und sedativer Wirkstoffe entwickeln.

Gerade ältere Menschen nehmen viele Medikamente gleichzeitig ein und leiden daher auch oft an Neben- und Wechselwirkungen. Um dieses Risiko genauer beschreiben zu können, erarbeiteten australische Forscher einen Index, mit dem die Belastung durch sog. anticholinerge und sedative Medikamente abgeschätzt werden kann. Für diesen Drug Burden Index haben Veronika Bencheva und Matthias Gogolin, Doktoranden am Lehrstuhl für Klinische Pharmakologie der Universität Witten/Herdecke (UW/H), eine Liste von aktuell 197 anticholinergen und sedierenden in Deutschland erhältlichen Wirkstoffen mittels einer Literaturrecherche erstellt. Bei der 27. Jahrestagung der Gesellschaft für Arzneimittelanwendungsforschung und Arzneimittelepidemiologie (GAA) erhielten sie dafür den 2. Poster-/Kurzvortrags-Preis

Anticholinergika stecken in vielen Präparaten: Sie können in Inkontinenz- und Beruhigungsmitteln, Neuroleptika, Antidepressiva, Tabletten gegen Übelkeit, Schmerzen oder Allergien enthalten sein. Sie stehen auch im Verdacht, eine Demenz zumindest zu beschleunigen. Der Drug Burden Index und die von Bencheva und Gogolin erstellte Liste werden daher in der COFRAIL-Studie (Innovationsfonds 01VSF17053) zur Analyse der Medikationsqualität der Patienten genutzt. Daran ist der Lehrstuhl von Frau Prof. Dr. Petra Thürmann am HELIOS-Universitätsklinikum Wuppertal für Klinische Pharmakologie der UW/H beteiligt.

Die Abstracts zur 27. Jahrestagung der GAA finden Sie hier.

 

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