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Nachricht vom 16.02.2021
UniversitätWirtschaft und Gesellschaft

DANGER-Forschungsprojekt beleuchtet politische Gewalt

Demonstrierende und Polizei am Reichstag (Jean-Marc Wiesner via www.imago-images.de)

Demonstrierende und Polizei am Reichstag (Jean-Marc Wiesner via www.imago-images.de)

Prof. Nils-Christian Bormann

Prof. Nils-Christian Bormann

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DANGER-Forschungsprojekt beleuchtet politische Gewalt

Professor der Uni Witten/Herdecke und Preisträger eines ERC Starting Grants in Höhe von 1,5 Millionen Euro erforscht die Gefahren für europäische Demokratien, die von politischer Gewalt ausgehen.

Was kann getan werden, um die Wirksamkeit von Impfstoffen zu verbessern? Wie können wir unser zukünftiges Klima vorhersagen? Gibt es alternative Wirtschaftsmodelle zum endlosen Wirtschaftswachstum? Mit diesen und weiteren gesellschaftsrelevanten Fragestellungen beschäftigen sich Preisträgerinnen und Preisträger eines ERC Starting Grants des Europäischen Forschungsrats (ERC).

Auch Prof. Nils-Christian Bormann aus der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft  der Universität Witten/Herdecke (UW/H) zählt zu den aktuellen Preisträgern. In seinem nun gestarteten Forschungsprojekt mit dem Titel „Democracy, Anger, and Elite Responses (DANGER)" untersucht er, welche Gefahren für europäische Demokratien von politischer Gewalt ausgehen und wie Politikerinnen und Politiker, für die nur ein demokratisches Regierungssystem in Frage kommt, diesen Gefahren begegnen können.
„Dafür werden mein Team und ich Koalitionen zwischen ausschließlich demokratischen Parteien mit Koalitionen, die auch demokratiefeindliche Parteien beinhalten, im Europa der Zwischenkriegszeit (1919-1939) vergleichen. In diesem Zeitraum sind einige Demokratien gescheitert, während andere überlebt haben. Wir werden dann fragen, welche Effekte diese unterschiedlichen Koalitionen auf politische Gewalt hatten und ob sie zur Rettung von Demokratien beitrugen. Unsere Einsichten wollen wir später auf heutige Demokratien in Europa anwenden. Dafür müssen wir sowohl neue Daten für politische Gewalt und Regierungsbündnisse sammeln als auch neue statistische Modelle entwickeln und Fallstudien durchführen“, so Prof. Bormann.

Politikwissenschaften treffen auf Geschichtswissenschaften, Ökonomie und Informatik

Das Forschungsvorhaben wählt dabei einen interdisziplinären Ansatz und bezieht Methoden und Einsichten aus den Politikwissenschaften, den Geschichtswissenschaften, der Ökonomie und der Informatik mit ein. Entsprechend gut passt das Forschungsprojekt aus Sicht des Wissenschaftlers an das Department für Philosophie, Politik & Ökonomie in Witten: „Die UW/H und das Department leben diesen interdisziplinären Ansatz. Die UW/H zieht neugierige, selbstständige und intellektuell herausragende Menschen an. In kleinen Gruppen ist forschungsnahe Lehre möglich und eine enge Einbindung der Studierenden in Vorhaben wie das DANGER Projekt.  Zudem ermöglicht es mir die UW/H, mich für einige Zeit voll auf die Forschung zu konzentrieren. Das ist nicht überall selbstverständlich und ermöglicht erst exzellente Wissenschaft.“

Die Ergebnisse des DANGER Projekts, das auf fünf Jahre angelegt ist, sollen in führenden internationalen Fachzeitschriften und einem Buch veröffentlicht werden.

Wissenschaftliche Exzellenz

Der 2007 von der Europäischen Union eingerichtete Europäische Forschungsrat ist die erste europäische Förderorganisation für herausragende Forschung. Gefördert werden unabhängige Nachwuchsforscherinnen und Nachwuchsforscher beliebiger Nationalität mit zwei bis sieben Jahren Erfahrung nach Abschluss der Promotion (oder eines gleichwertigen akademischen Grads) und einer vielversprechenden wissenschaftlichen Erfolgsbilanz.

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