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Dr. Dirk R. Bulian erhält Felicien Steichen Preis

Dr. Dirk R. Bulian erhält Felicien Steichen Preis

Der Forscher vom Campus Merheim der UW/H wurde von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie für seine in „Annals of Surgery“ veröffentlichte Studie geehrt

Dr. Dirk R. Bulian vom Lehrstuhl für Chirurgie I der Universität Witten/Herdecke (UW/H) hat den Felicien Steichen Preis der  Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) erhalten. Die Ehrung wird einmal im Jahr im Rahmen des Deutschen Chirurgenkongresses in Berlin für besondere Leistungen auf dem Gebiet der viszeralchirurgischen Operationstechniken vergeben und ist mit einer Prämie von 5.000 Euro dotiert. Die Viszeralchirurgie umfasst die operative Behandlung aller Bauch-Organe.

Ausgezeichnet wurde der geschäftsführende Oberarzt der Klinik für Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie Merheim für eine im weltweit anerkanntesten chirurgischen Journal („Annals of Surgery“) veröffentlichten Studie. Dazu verglich Bulian mit Kollegen eine neuartige Technik der Gallenblasenentfernung über die Scheide („transvaginale Hybrid-NOTES-Cholezystektomie“) mit einer besonders schonenden herkömmlichen Technik per Bauchspiegelung mithilfe von Miniinstrumenten und lediglich drei Zugängen. NOTES (Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery) beschreibt das Konzept, Operationen in der Bauchhöhle über natürliche Körperöffnungen wie Mund, After und Scheide unter Umgehung der Bauchdecke durchzuführen und wurde 2007 an verschiedenen Kliniken weltweit in die klinische Versorgung implementiert. Mit der Studie konnte Bulian nun zeigen, dass die transvaginale Hybrid-NOTES-Cholezystektomie mit weniger Schmerzen verbunden ist und keine erhöhte Komplikationsrate aufweist. Zudem waren die NOTES-operierten Patientinnen mit dem ästhetischen Ergebnis zufriedener und zeigten nach der Operation eine höhere Lebensqualität.

Bulian DR, Knuth J, Cerasani N, et al. Transvaginal/transumbilical hybrid--NOTES--versus 3-trocar needlescopic cholecystectomy: short-term results of a randomized clinical trial. Ann Surg 2015; 261:451-8.

Fast zeitgleich konnte Bulian eine weitere Studie über eine neue Operationstechnik in „Annals of Surgery“ publizieren. Er analysierte hierfür gemeinsam mit weiteren renommierten Chirurgen aus ganz Deutschland und in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) Daten aus dem Deutschen NOTES-Register der DGAV, dem weltweit ersten und größten seiner Art. 2008 richtete die DGAV das Deutsche NOTES-Register ein, um die Entwicklung der neuen Operationstechnik kritisch zu begleiten und neuartige Komplikationen, wie sie beispielsweise bei der Einführung der laparoskopischen Chirurgie (Bauchspiegelung) in den 1980er Jahren mit zum Teil katastrophalen Folgen für die Patienten auftraten, frühzeitig entdecken zu können.

Dr. Bulian konnte nun auf der Basis der Analyse aller bis dato dokumentierten Blinddarmentfernungen des Registers nachweisen, dass die narbenfreie Entfernung über den transvaginalen und den transgastralen (mittels Magenspiegelung) Zugang möglich ist und nur eine geringe Zahl an Komplikationen mit sich bringt. Zudem scheint der nur bei weiblichen Patienten mögliche transvaginale Zugang Vorteile gegenüber dem geschlechtsunabhängigen transgastralen Zugang hinsichtlich der Durchführbarkeit und Operationsdauer zu haben.

Bulian D, Kaehler G, Magdeburg R, et al. Analysis of the First 217 Appendectomies of the German NOTES Registry. Ann Surg 2016.

Weitere Informationen: PD Dr. med. Dirk R. Bulian, buliand@kliniken-koeln.de oder 0221-8907-3770

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