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EU-Konferenz an der Universität Witten/Herdecke

EU-Konferenz an der Universität Witten/Herdecke

Brussels, we have a Problem – Rethinking Justice within the European Union

EU-Entscheidungen bewegen sich meist auf dem schmalen Grat zwischen nationaler Eigenverantwortung und innereuropäischer Solidarität. Meistens entstehen Kompromisse zwischen den Mitgliedsstaaten, häufig werden Entscheidungen über wichtige Fragen wegen Uneinigkeit allerdings vertagt. Wie entstehen Entscheidungen zu der Besteuerung von Unternehmen, Verteilung von Geflüchteten oder der Mittelverteilung? „Dies sind Gerechtigkeits-Fragen, deren Antwort eine europäische Perspektive erfordert“, sagt Nora Bittmann aus dem studentischen Organisationsteam, das vom 8. bis zum 10. Juni eine Konferenz zu EU-Themen an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) organisiert. Der Titel der Veranstaltung lautet: „Brussels, we have a Problem - Rethinking Justice within the European Union”. Diskutiert werden Zukunftsvisionen für die EU mit Teilnehmenden aus ganz Europa.

„Trotz Jahrzehnten des Bestehens fehlt der Europäischen Union nach wie vor eine gemeinsame Öffentlichkeit“, so Nora Bittmann. „Diese Konferenz will im Kleinen erschaffen, was im Großen nicht existiert: Statt einzeln von der EU zu sprechen, wollen wir gemeinsam mit ausgewiesenen Experten über die zukünftige Gestaltung der EU diskutieren. Im Rahmen eines abwechslungsreichen Programms werden Themen wie z.B. die soziale Gestaltung von Märkten oder die Frage nach einer gerechten Asylpolitik behandelt.  Die Erfahrungen und Sichtweisen der jungen Europäerinnen und Europäer sollen hierbei genutzt und in Handlungen übersetzt werden.“

Vorträge, interaktive Diskussionen und Workshops bilden den Kern der Konferenz und laden die Teilnehmenden dazu ein, Zukunftsideen zu entwickeln und miteinander zu teilen.

Um einen fundierten und diversen Dialog zu ermöglichen, wird eine Reihe von renommierten Forscherinnen und Forschern, Beamtinnen und Beamten  sowie Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen aus verschiedenen EU-Ländern Vorträge halten und Workshops gestalten.

In seiner Keynote wird sich Anthony Glees, Professor für Politik an der Universität Buckingham, mit der jüngeren Geschichte der EU und dem historischen Einschnitt Brexit beschäftigen. Ein weiterer Vortrag nimmt eine gänzlich anderen Perspektive ein: Matthew Watson von der Universität Warwick wird sich der Frage widmen, inwiefern die Marktpolitik der EU und das Verhalten von Individuen im Markt Gerechtigkeit fördern – und ob wir uns aus dieser Überlegung heraus den Brexit erklären können.
In den Workshops am zweiten Tag der Konferenz sind die Teilnehmenden eingeladen, sich ihr eigenes Urteil über innereuropäische Gerechtigkeit zu bilden. So wird unter anderem die Asylpolitik der EU aus einer rechtsphilosophischen Perspektive beleuchtet oder durch interaktive Methoden das oft abstrakt scheinende Gebilde EU greifbarer gemacht. Auch die Mittelverteilung in der EU soll bei der Frage nach Gerechtigkeit nicht aus dem Blick geraten.

Das studentische Organisationsteam besteht aus neun Studierenden des Studiengangs „Philosophie, Politik und Ökonomik“. Sie arbeiten seit dem Sommer 2017 an der Durchführung der Veranstaltung. Die Konferenz wird auf Englisch abgehalten.


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