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Nachricht vom 10.04.2019
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Gemeinsam neue Wege beschreiten

Bundesminister Müller, eingerahmt von den ZNU-Gründern Dr. Axel Kölle (l.) sowie Dr. Christian Geßner. Foto: ZNU

Bundesminister Müller, eingerahmt von den ZNU-Gründern Dr. Axel Kölle (l.) sowie Dr. Christian Geßner. Foto: ZNU

 

Gemeinsam neue Wege beschreiten

Zero emission, zero waste und Menschenrechte – Nachhaltigkeitsstrategien bei Handel und Herstellern.

Diesen Thesen widmeten sich gut 180 Vertreter aus Politik, Unternehmen und Handel sowie NGO’s letzte Woche während der zweitägigen ZNU-Zukunftskonferenz, zu der das Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung der Universität Witten/Herdecke eingeladen hatte.

Klimaschutz ist eine Überlebensfrage
Nachdem die beiden Gründer und Leiter des ZNU, Dr. Axel Kölle und Dr. Christian Geßner, die Veranstaltung eröffneten, erläuterte Key Note Speaker Bundesminister Dr. Gerd Müller (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), dass Entwicklungspolitik und Klimaschutz nur zusammen sinnvoll gestaltet werden können. Klimaschutz sei eine Überlebensfrage der Menschheit. Dabei lobte er die Universität Witten/Herdecke und ihr Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung. Das ZNU engagiere sich neben der Ausbildung von Fachkräften der Zukunft auch für den Klimaschutz, beispielsweise mit der Initiative „ZNU goes Zero“, bei der sich seine Netzwerkpartner bis 2022 nach dem Vermindern, Vermeiden und der Kompensation von Emissionen klimaneutral stellen werden.

Forderungen an Wirtschaft und Politik
Den Auftakt des zweiten Tages bereitete Frank Schweikert (Deutsche Meeresstiftung). Er stellte klar, dass 60 bis 80 Prozent des weltweiten Meeresmülls Plastik sei. Schweikert fordert daher neben dem Verbot von giftigen Komponenten bei Kunststoffen u.a. auch die Durchsetzung des Verursacherprinzips, da der Großteil der Verschmutzung überwiegend auf globale Konsumgüterhersteller mit ihren Produktverpackungen zurückzuführen sei.

Der Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) Prof. Dr. Ottmar Edenhofer bezeichnete die derzeitige Zeit als globale „Kohlerenaissance“, die unser CO2-Budget aufzehre. Ein Lösungsvorschlag sei für ihn, die CO2-Bepreisung. Diese Preise seien nicht nur effizient, sondern auch ein effektives und gerechtes Instrument der Klimapolitik und könnten die deutsche Energiewende noch zum Erfolg führen.

Im Anschluss stellte Frithjof Finkbeiner, Stifter der Plant for the Planet Foundation, gemeinsam mit Hans Sigl vor, wie „Der Weg aus der Klimakrise in den Wald führt“. Um der Menschheit einen „Zeitpuffer“ zu geben, sei es erforderlich, weltweit 1 Billion Bäume zu pflanzen.

Hochkarätiges Panel forderte konsequente Verantwortungsübernahme
In einer Paneldiskussion wurden Visionen deutlich: So erklärte Felix Ahlers (FRoSta) anhand des Solino Kaffees, wie Wertschöpfung im Ursprung generiert wird. Dieter Overath, Fairtrade Deutschland, berichtete von seinen Produzentenbesuchen im globalen Süden und ermutigte die Politik, einen klareren Rahmen für unternehmerische Nachhaltigkeit zu setzen.

Dr. Eric Schweitzer (Alba Group) hält eine gesetzliche Verpflichtung zur Recyclingfähigkeit von Verpackungen für nötig. Nur so könnten aus diesen kurzlebigen Produkten wieder Rohstoffe gewonnen werden.

Für Dietmar Böhm (GreenCycle) ist Verantwortungsübernahme eine Notwendigkeit: In Zeiten knapper werdender Ressourcen und globaler Umweltherausforderungen würden nur Unternehmen bestehen, die der Zukunft mit radikal neuen Lösungsvorschlägen begegnen. Dies bedeute zum Beispiel,  dass die Schwarz-Gruppe für ihre Handelsunternehmen ein eigenes Entsorgungs- und Recyclingunternehmen aufbaue.

Neben drei Themen-Workshops gab es zu guter Letzt die Arena von nachhaltigen Startups, bei denen sich dieses Jahr Jonas Bieber (DÖRRWERK), Martin Weber (INFARM) und Salem El-Mogaggedi mit Gernot Würtenberger (Conflictfood) mit ihren Unternehmen präsentierten.

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