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Nachricht vom 27.01.2020
UniversitätGesundheitKultur

Lehren von Auschwitz

Ausstellung bis zum 7. Februar anlässlich des 75. Befreiungstages Auschwitz.

Heute vor 75 Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit. An diesem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2020 werden zwei Ausstellungen in der Universität Witten/Herdecke (UW/H) in der großen Halle eröffnet: Die eine zeigt Gedenktafeln zu Menschen aus Witten mit ihren Lebensgeschichten, die im Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Die andere bietet großformatige Posterbeiträge zu unterschiedlichen Themen zur „Ärztliche Bewusstseinsbildung und Ethik am Beispiel der Medizin im Nationalsozialismus“ und spiegelt die Arbeitsergebnisse von Studierenden wider, die an diesem Curriculum der UWH teilnehmen.
Bei den Gedenktafeln über verfolgte und ermordete Bürgerinnen und Bürger Wittens handelt es sich um eine Leihgabe des Wittener Lions Club Rebecca Hanf und des Stadtarchivs. Die Beiträge der Medizin- und Psychologie-Studierenden entstanden nach der medizinethischen Exkursion zum ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz und Auschwitz-Birkenau. Die Gedenkstättenfahrt thematisierte „Das Selbstverständnis der Medizin zwischen Vernichtung und Heilung“ anhand von SS-Ärzten sowie Häftlingsärztinnen und -ärzten. Weitgehend unbekannt ist, dass viele der Häftlingsärzte jüdischer Herkunft waren, und in aufopferungsvoller Weise unter kaum vorstellbaren Bedingungen andere Häftlinge versorgten und deren Überleben ermöglichten.


Das dreijährige Curriculum mit seminarethischen Exkursionen an Gedenkstätten sog. „düsterer Orte“ im Nationalsozialismus wurde als Modell für die Lehre zu Medizin und Holocaust vom Integrierten Begleitstudium Anthroposophische Medizin initiiert.

Parallel entwickelt sich gerade in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ eine Diskussion um die ärztliche Ausbildung. Auf den Kommentar von chief editor Richard Horton “Offline: Medicine and the Holocaust—it's time to teach” ist ein Leserbrief   der Wittener Initiatoren des Curriculums erschienen. 

 

Alle Fotos: Surian Tauschel

 

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