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Meldung vom 08.05.2018
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Siebenmal in der Woche Fleisch: Essen wir unseren Planeten auf?

Prof. Dr. Jan Ehlers

Prof. Dr. Jan Ehlers

Siebenmal in der Woche Fleisch: Essen wir unseren Planeten auf?

Prof. Dr. Jan Ehlers, Vizepräsident der Uni Witten/Herdecke, spricht im Rahmen der Bürgeruni

Die Domestikation von Tieren begann vor weit mehr aus 100.000 Jahren. Damit einhergehend ergab sich auch eine Einteilung in verschiedene Gruppen, die in den letzten Jahrzehnten immer schärfer wurde. Hal Herzog, Professor für Psychologie an der Western Carolina University und Experte für Mensch-Tier-Beziehungen, schreibt von Tieren „die wir lieben, die wir hassen, die wir essen“. Und mit diesen Gruppen gehen wir sehr unterschiedlich um. Darüber spricht Prof. Dr. Jan Ehlers, Vizepräsident der Uni Witten/Herdecke, in seinem Vortrag „Siebenmal in der Woche Fleisch: Essen wir unseren Planeten auf?“ im Rahmen der Bürgeruni (14. Mai, 20 Uhr, Haus Witten, Ruhrstraße 86).

„Keine Angst! Es wird keine magischen Rituale geben und niemand wird während der Veranstaltung gezwungen, vegan zu werden“, erläutert Ehlers, der von Haus aus Tierarzt ist und sich selbst ohne tierische Produkte ernährt. „Ganz im Gegenteil, jeder soll nach seiner Façon glücklich werden. An diesem Abend wollen wir uns nur darüber austauschen, ob das auch für Tiere gilt. Überhaupt wird sich der Vortrag um das Verhältnis von uns Menschen zu Tieren drehen und vor allem, wie sich dieses über die Zeit verändert hat.“

In den letzten Jahrhunderten galten gerade Nutztiere als wertvoller Besitz und der Konsum von Lebensmitteln tierischen Ursprungs war etwas Besonderes. In den letzten Jahrzehnten hat der Konsum von Fleisch, Milchprodukten und Eiern auch in Deutschland extrem zugenommen. Ehlers: „Während Begleittiere wie Hunde und Katzen immer mehr zu Familienangehörigen werden, verbannen wir Nutztiere aus unserer Sicht in industrielle Produktions- und Schlachtstätten. Den Ursprung des Produktes, das lebende Tier und seine Haltung, wollen viele möglichst nicht in der Realität sehen. Diesen zunehmend paradoxen Umgang mit Tieren will ich in meinem Vortrag beleuchten und gerne mit allen Interessierten diskutieren.“

Dazu kommt der hohe Ressourcenaufwand und die negativen Folgen, die bei der industriellen Produktion tierischer Lebensmittel anfallen: ein hoher Flächen- und Wasserverbrauch, die Belastung des Bodens und des Grundwassers, die Bedrohung des Regenwaldes durch Futtermittelimporte, vermehrter Antibiotikaeinsatz bei der Fütterung, Entstehung und Verbreitung multiresistenter Keime, die Emission von Treibhausgasen und die Verfütterung von Getreide an Tiere statt an Menschen, die Hunger leiden.

Als Gegenbewegung gibt es eine immer größer werdende Gruppe von sich vegetarisch oder vegan ernährenden Menschen oder auch von Menschen, die auf den Konsum tierischer Lebensmittel nicht verzichten wollen, diesen aber einschränken und bewusster darauf achten, woher diese stammen.

Im Rahmen der fortschreitenden Digitalisierung gibt es mittlerweile auch die sogenannte „Beyond Meat“-Bewegung, die Fleisch „in vitro“, also im Labor künstlich, herstellt. Dies geschieht in der Petrischale oder mit 3D-Druckern.

„Ich erhoffe mir von dem Vortrag, dass wir uns gemeinsam unser Verhältnis zu Tieren bewusst machen, dass wir unseren Konsum auch hinsichtlich einer globalen Perspektive hinterfragen und dass ich mit diesem Abend dazu beitragen kann, dass das Leid von Tieren erkannt und dann auch vermindert wird“, so Ehlers weiter.

Zum Hintergrund:

Jan Ehlers ist Tiermediziner und Professor für Didaktik und Bildungsforschung im Gesundheitswesen. Der Vortrag findet in der Bürgeruniversität statt, der Montagsreihe im Haus Witten.  

Die Bürgeruniversität ist eine gemeinsame Veranstaltung der Universität Witten/Herdecke (Fakultät für Kulturreflexion) und der VHS Witten|Wetter|Herdecke. Eingeladen sind alle Studierenden, Interessierten, Bürgerinnen und Bürger. Der Eintritt beträgt 7 Euro (5 Euro ermäßigt). Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

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Weitere Informationen: Prof. Dr. Jan Ehlers, jan.ehlers@uni-wh.de oder 02302 / 926-930

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