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Nachricht vom 17.07.2018
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Welches Kind muss zuerst behandelt werden?

Welches Kind muss zuerst behandelt werden?

Erstmals in Deutschland nahmen Kinderärzte am Wochenende in Witten an einem Kurs teil, der z.B. bei Epidemien Entscheidungen ermöglicht.

Am Wochenende konnten 16 deutsche Kinder-, Allgemein- und Intensivärzte erstmals lernen, wie man mit einem neuen systematischen Ansatz schwerkranke von weniger kranken Kindern unterscheidet und auf Basis von Daten erste Hilfe leisten kann. „ETAT plus“ heißt der Ansatz und ETAT steht für Emergency Triage, Assessment and Treatment, also in Deutsch etwa Notfallbewertung und –behandlung. Das System wurde von kenianischen und britischen Kinderärzten entwickelt und wird inzwischen in Krankenhäusern in Malawi, Sierra Leone, Ruanda und Myanmar umgesetzt.

„Das Konzept eignet sich besonders für Gesundheitsarbeiter in Ländern mit wenig Ressourcen und hohem Patientenaufkommen. Nun können auch deutsche Ärzte und Schwestern effektiver zur Reduzierung der Kindersterblichkeit weltweit beitragen“, erläutert Prof. Dr. Ralf Weigel den Sinn des Lehrgangs. Er hat die Friede Springer Stiftungsprofessur für Globale Kindergesundheit an der Universität Witten/Herdecke (UW/H) inne und die Ausbilder der Gesellschaft für Tropenpädiatrie und internationale Kindergesundheit (GTP), des Royal College of Pediatrics and Child Health (RCPCH), UK, organisatorisch unterstützt. „Normalerweise denken wir Europäer ja immer, dass diese Länder von uns lernen können. In diesem Fall funktioniert das mal anders herum: Ein Konzept aus den sogenannten Entwicklungsländern bereichert die Ausbildung von Ärzten und Pflegenden hier bei uns.“

Weitere Informationen zu ETAT plus ist hier zu finden:
https://www.rcpch.ac.uk/resources/emergency-triage-assessment-treatment-plus-etat-elearning
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4198299/

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