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Meldung vom 06.04.2021
UniversitätWirtschaft und Gesellschaft

Wie lässt sich die Kommunikation in der Unternehmerfamilie professionalisieren?

Prof. Dr. Heiko Kleve

Prof. Dr. Heiko Kleve

Wie lässt sich die Kommunikation in der Unternehmerfamilie professionalisieren?

Neuer Praxisleitfaden des an der Universität Witten/Herdecke angesiedelten Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU) unterstützt Unternehmerfamilien bei ihrem konstruktiven Austausch

Wie andere Familien auch sind Unternehmerfamilien soziale Systeme, in denen geredet und gehandelt, kurz: kommuniziert wird. Im Gegensatz zu „normalen“ Familien haftet Unternehmerfamilien allerdings eine entscheidende Besonderheit an: Während die Mitglieder einer „Normalfamilie“ ein Leben führen, in dem das berufliche Leben von den privaten Familienbeziehungen zeitlich und örtlich getrennt ist, fallen das Leben und das Arbeiten in Unternehmerfamilien tendenziell zusammen. In Unternehmerfamilien stehen Menschen, die miteinander verwandt sind, somit nicht nur privat, sondern auch geschäftlich zueinander in Beziehung. Durch diese Verzahnung steigt die Gefahr kommunikativer Fehltritte, die zu Missverständnissen und ernst zu nehmenden Konflikten führen können.

Der neue WIFU-Praxisleitfaden „Kommunikation in der Unternehmerfamilie“ setzt hier an und unterstützt Gesellschafterinnen und Gesellschaftern, die als „Familienkümmerer“ agieren, dabei, die Kommunikation in den Familien und an den Schnittstellen von Familie, Unternehmen und Gesellschafterkreis zu professionalisieren. So gibt die Lektüre Einblicke in die personenorientierte und lösungsorientierte Gesprächsführung und präsentiert zwei Gruppenmethoden, die bei der kreativen Suche nach Problemlösungen hilfreich sein können – die sog. „Balint-Runde“ und das „Reflektierende Team“. Da soziale Kommunikation zunehmend in den virtuellen Raum verlagert wird, nimmt der Leitfaden die digitale Kommunikation gesondert in den Blick und gibt Tipps zu ihrer Ausgestaltung. Im Fokus stehen dabei die räumliche Umgebung, die körperliche Achtsamkeit, Anfangs- und Abschlussrituale sowie Regeln guter Gespräche.

„Wer in so herausfordernden sozialen Systemen wie Unternehmerfamilien konstruktiv wirksam werden und gestalten will, ist auf empathisches, authentisches und wertschätzendes Kommunizieren angewiesen“, so Prof. Dr. Heiko Kleve, Autor des Leitfadens, Inhaber des WIFU-Stiftungslehrstuhls für Organisation und Entwicklung von Unternehmerfamilien sowie Akademischer Direktor des WIFU.

Alle WIFU-Praxisleitfäden stehen auf der Homepage des WIFU (www.wifu.de/bibliothek) kostenlos zur Verfügung.
 

 

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Pressekontakt:

Dr. Ruth Orenstrat, ruth.orenstrat@uni-wh.de oder +49 2302 926-506.
Malte Langer, Teamleiter Kommunikation, malte.langer@uni-wh.de, 02302/926-931
 

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Witten wirkt. In Forschung, Lehre und Gesellschaft.

Das Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) der Fakultät für Wirtschaft und Gesellschaft der Universität Witten/Herdecke ist in Deutschland der Pionier und Wegweiser akademischer Forschung und Lehre zu Besonderheiten von Familienunternehmen. Drei Forschungs- und Lehrbereiche – Betriebswirtschaftslehre, Psychologie/Soziologie und Rechtswissenschaften – bilden das wissenschaftliche Spiegelbild der Gestalt von Familienunternehmen. Dadurch hat sich das WIFU eine einzigartige Expertise im Bereich Familienunternehmen erarbeitet. Ein exklusiver Kreis von rund 75 Familienunternehmen macht dies möglich. So kann das WIFU auf Augenhöhe als Institut von Familienunternehmen für Familienunternehmen agieren. Mit derzeit 20 Professoren leistet das WIFU seit mehr als 20 Jahren einen signifikanten Beitrag zur generationenübergreifenden Zukunftsfähigkeit von Familienunternehmen.

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