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Nachricht vom 17.02.2021
UniversitätWirtschaft und Gesellschaft

Wie Studierende Europas größten Kongress für Familienunternehmen ins Digitale verlagern

Team des Kongress für Familienunternehmen Foto: Philipp Wente

Team des Kongress für Familienunternehmen Foto: Philipp Wente

Cedric Schneider Foto: Philipp Wente

Cedric Schneider Foto: Philipp Wente

Erwin Holkin Foto: Philipp Wente

Erwin Holkin Foto: Philipp Wente

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Wie Studierende Europas größten Kongress für Familienunternehmen ins Digitale verlagern

Ein Interview mit den drei Studierenden, die am 19. und 20. Februar die UW/H zu einer digitalen Plattform für namhafte Familienunternehmen machen.

Der Kongress für Familienunternehmen, der größte seiner Art in Europa, geht in die 23. Runde und zum ersten Mal wird die Uni Witten/Herdecke (UW/H) dafür Corona bedingt nicht extra zu einem Kongresszentrum umgebaut. Die Veranstaltung wurde mit einem organisatorischen Kraftakt ins Digitale verlagert. So wird es für die zahlreichen Familienunternehmen erstmalig möglich, virtuell vor Ort zu sein, digital zu partizipieren und den Kongress auch im Web aktiv mitzugestalten. Neben einem gemeinsamen Auftakt gibt es interaktive Workshops, eine Podiumsdiskussion, eine Keynote sowie ein vielfältiges Pausenprogramm. Alles dreht sich bei dem ersten virtuellen Kongress für Familienunternehmen um die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Austausch und Interaktion. Schirmherr des FUK 2021 ist Dr. Ulrich Stoll, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Festo SE & Co. KG. Den Auftakt des Kongresses setzt Arzt und Gesundheitswissenschaftler Prof. Dr. Tobias Esch zu dem Thema „Das Resilienz-Prinzip: Gesundheitliche Ressourcen im Spannungsfeld zwischen Person und Unternehmen“.

Organisiert haben den Kongress drei Studierende aus den Bereichen Management, Psychologie und Kultur: Magdalena Wendt, Erwin Holkin und Cedric Schneider. Um sie und ihre Arbeit geht es im folgenden Interview:

Wie mutig muss man sein, um sich auf die Vorbereitung und Durchführung des FUK, eines solchen Mammutprojekts mitten im Studium, zu bewerben?

Magdalena Wendt: Nun, wir drei haben, wie auch viele unserer Kommilitoninnen und Kommilitonen, in den vergangenen Jahren am Kongress mitgearbeitet. Durch die eigene Mitarbeit und Gespräche mit ehemaligen Mitgliedern aus Organisationsteams haben wir also einen guten Einblick gewinnen können, was die Organisation beinhaltet. Jeden von uns hat etwas Anderes gereizt, ob die Möglichkeit etwas so großes und doch ganz Eigenes auf die Beine zu stellen, tief in die Praxis einzutauchen oder beispielsweise den Umgang mit großer Verantwortung zu erproben: Am Ende muss man an alles gedacht haben, alles richtig organisiert haben und auch Führung übernommen haben.

Wie ist das Thema „Neu Denken – gestärkt handeln“ entstanden?

Erwin Holkin: Wir hatten eigentlich alle Inhalte schon beisammen, aber an den Titel haben wir uns erst zuletzt getraut. Wir haben unsere Zusammenarbeit und Organisation direkt im Homeoffice begonnen und waren dadurch in einer Beobachterrolle. Es wurde ziemlich schnell deutlich - die Pandemie ändert alles, auch und vor allem die Arbeitswelt: Wie wird unser Arbeitsplatz aussehen, wenn die Pandemie vorbei ist? Wie werden wir dann arbeiten? Ein Zurück zum Alten wird kaum denkbar sein. Darum „neu denken“. Damit man sich bei den vielen Fragen, die solch eine unsichere Zeit aufwerfen kann, nicht den Kopf zerbricht und wir in reaktive Haltung verfallen, ist aktives und zukunftsorientiertes Handeln, was ja gerade Familienunternehmen auszeichnet, eine ebenso wichtige Komponente.

Ja, die Corona-Zeit: Wie oft ist der Kongress neu geplant worden?

Cedric Schneider: Im Wesentlichen drei Mal. Erst haben wir an der Idee einer Präsensveranstaltung festgehalten und uns viele Fragen gestellt. Wird es klappen? Wird der Impfstoff so schnell da sein? Wie werden die Vorschriften aussehen? Durch die Entwicklung der Pandemie sind wir relativ bald auf ein hybrides Konzept umgestiegen. In Essen auf der Zeche Zollverein hatten wir für 200 Personen ein funktionierendes Hygienekonzept für Präsenz erarbeitet, alle weiteren Teilnehmenden hätten digital teilnehmen können. Doch dann kam die zweite Welle. Wir waren wieder einmal gefragt umzudenken. Schließlich entschlossen wir uns aufgrund der pandemischen Umstände und für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Gesundheit vieler Menschen den Kongress rein digital durchzuführen.

Wie wird es denn ohne den „Wittener Geist“ gehen?

Magdalena Wendt: Ganz nach dem Motto „Witten wirkt!“, denn der offene Austausch sowie herzliche Dialog mit anderen Menschen und das Generieren bereichernder Impulse ist auch im digitalen Raum möglich. Darüber hinaus senden wir den Teilnehmenden ein „Stück Witten“ nach Hause bzw. in ihre Büros, um sie für die Kongresstage zu versorgen.

Wie fühlt es sich an, den größten europäischen Kongress für Familienunternehmen zu organisieren?

Cedric Schneider: Man muss schon etwas schlucken, angesichts der Verantwortung. Aber nach unserer Präsentation im Präsidium der Uni kam dann die Mail mit unserer Zusage. Und damit kam dann die Freude und Euphorie, die uns als Team bis heute trägt. Es ist eine große Ehre, die lange Tradition fortzusetzen. Wir haben viele Mitglieder aus verschiedenen Unternehmerfamilien, die den Kongress seit Jahren, teilweise Jahrzehnten, begleiten. Diesen und auch den neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern bieten wir ein neues Erlebnis.

Was war denn die wohl größte Herausforderung?

Magdalena Wendt: Die größte Herausforderung ist das Planen mit Unsicherheiten. Wir wussten nicht, wie sich die Pandemie entwickeln wird und das stellte alle Menschen weltweit vor ähnliche und zum Teil auch ganz unterschiedliche Herausforderungen. Durch unsere Unternehmensbesuche - bei einigen vor Ort, bei anderen digital - wurden wir häufig mit den Worten begrüßt „Na mit euch möchte ich jetzt aber auch nicht tauschen.“ (lacht). Das war ein großer Vertrauensvorschuss für uns und ein Erfahrungsaustausch absolut auf Augenhöhe. Daraus ist unserer Meinung nach etwas sehr Tolles entstanden.

Was war das wertvollste Learning?

ErwinHolkin: Das Team! Die gute Zusammenarbeit, die es dann vergleichsweise einfach macht, auch größere Herausforderungen zu meistern. Und dann das Vertrauen in die eigenen Entscheidungen nicht zu verlieren. Welchen Titel geben wir dem Kongress? Wie soll das ganze Layout und Erscheinungsbild wirken? Welche Fragen treiben Familienunternehmen aktuell an? Das sind Entscheidungen, die für die Wirksamkeit des Kongresses wichtig sind und die ein Jahr vorher gut überlegt getroffen werden wollen.

Dann wünschen wir viel Erfolg und sind gespannt auf euer Feedback nach dem Kongress. Wir hören uns!

 

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