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Selbstbewusstsein

©Ann-Christin Abbenhaus

Ethik ist immer

Universität Witten/Herdecke
Ethik & Organisation an der Universität Witten/Herdecke - Ein Blog von Studierenden und Dozierenden des Studiengangs

»Die Tugend kann sich vom Wirklichen nicht trennen, ohne ein Prinzip des Bösen zu werden. Ebenso wenig kann sie sich völlig mit dem Wirklichen identifizieren, ohne sich selbst zu verleugnen.« 
Albert Camus (1951) 

Worum geht es?
Wer sind wir?
Für wen?

 

Ethik & Organisation

Der Teufel liegt bekanntlich im Detail. Deshalb ergibt es wenig Sinn, Organisationen abstrakt, vom grünen Tisch aus zu behandeln. Um die Probleme von Organisationen zu verstehen, gilt es genau hinzuschauen, zuzuhören, vor Ort am Geschehen teilzunehmen und mit Mitarbeitenden und Führungskräften (und anderen Beteiligten) ins Gespräch zu kommen. Erst dabei offenbaren sich die nicht selten impliziten Konflikte zwischen unterschiedlichen Wertsphären und institutionellen Logiken. Aus dem Anspruch, sich dieser Komplexität der Praxis zu nähern, erklärt sich unsere Vorliebe für ethnografische und qualitative Methoden, denn vielschichtige Probleme brauchen differenzierte und an Situation sowie Anschauungsobjekt angepasste Herangehensweisen. Organisations- und systemtheoretische Zugänge schärfen dabei den Blick und benötigen zugleich eine philosophisch gebildete Ethik, die um die Komplexität von Wertfragen weiß, berufs- und professionsbezogene Ethiken kennt und Kontingenz nicht zum Anlass nimmt, der Frage nach dem Guten auszuweichen. Auf diese Weise entstehen Beschreibungen von (ethischen) Problemen von Organisationen, die wichtige Hinweise geben, wie es sich besser machen lässt und  was das ‚besser‘ im Einzelfall bedeuten kann.

 

Ethik & Organisation

Wie können wir ‚gut‘ sein, ohne die Organisationen, in denen wir leben und arbeiten, zu verstehen? Was bedeutet ‚gutes‘ Handeln und können wir unser Handeln in Organisationen überhaupt bewerten, ohne diese zu verstehen? Gute Absichten, unsere Vorstellungen, wie die Welt zu sein habe oder besser sein könnte, drohen leicht abzukühlen oder gar zu ersticken, wenn sie auf die nüchterne Realität von Organisationen treffen. Langatmige Gremien, uneinsichtige Vorgesetzte, mikropolitische Spiele mit Kolleginnen und Kollegen, rechtliche Rahmungen und nicht zuletzt knappe Ressourcen, führen nicht selten zu ethisch fragwürdigen Kompromissen. Doch muss dies so sein? Und geht es auch anders? Um hier zu Antworten zu kommen, ist es zum einen wichtig, Organisationen aus ihrer jeweils spezifischen systemischen Dynamik und Struktur heraus zu verstehen, aber ebenso eine Ahnung davon zu bekommen, was Ethik ist – denn ‚gut‘ ist nicht selten das Gegenteil von ‚gut gemeint‘.

 

  

Redaktionsteam

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