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Lernen durch Verantwortung

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts stellten Lave und Wenger ein neues Konzept des Lernens vor, das sie „legitimierte periphere Partizipation“ nannten. Sie beschreiben damit, dass berufliches Lernen vor allem dadurch funktioniert, dass die Auszubildenden in der Gemeinschaft der Praktizierenden eine (legitimierte) Aufgabe übernehmen und im Rahmen der beruflichen Weiterentwicklung zunehmend von der Peripherie in das Zentrum der Verantwortlichkeit wandern. Typische Charakteristika dieses Lernkonzeptes sind die aktive Tätigkeit des Lernenden (im Gegensatz zum passiven Beobachten), die Authentizität der Aufgaben (im Gegensatz zu ausgedachten Aufgaben) und der reale soziale Kontext (im Unterschied z.B. zum Hörsaal und zu simulierten Lehrsituationen).

Die Ausbildungsstation gehört zum Begleitstudium Anthroposophische Medizin, in dem auf Basis der Anthroposophie didaktische Ansätze realisiert werden. Die Ausbildung zum Arzt wird an der Entwicklung des lernenden Individuums (Studenten zentriertes Lernen) ausgerichtet. Konkret bedeutet dies, dass die Studierenden von Anfang an mit der Praxis der Patientenversorgung (Patienten zentriertes Lernen) konfrontiert werden. Daran entzünden sich Fragen, und in der Suche nach Lösungen für die sich stellenden Probleme und Aufgaben entwickeln sich ärztliche Kompetenzen. Supervision, Anleitung und Beurteilungen durch die Lehrenden unterstützen die Studierenden in der Einschätzung ihres Lernbedarfes und Lernerfolges. Ohne die Praxis und die damit verbundenen Aufgaben fehlen den Studierenden der konkrete Lernbezug und die Lernmotivation. Lernen realisiert sich dann meist nur über Prüfungen und äußeren Druck.

Klinisches Praktikum mit dem Studierenden als Beobachter.
Der Studierende begleitet den Arzt in seiner Tätigkeit. Er ist dabei im Wesentlichen passiv und fühlt sich häufig überflüssig. Für den Arzt stellt der Unterricht eine zeitliche Zusatzbelastung dar.

Klinisches Praktikum mit dem Studierenden als Mitarbeiter.
Der Studierende ist in das therapeutische Team integriert und übernimmt eigenständig Aufgaben. Er wird dabei vom Arzt begleitet und supervidiert. Der Studierende ist aktiv tätig und trägt zum Behandlungserfolg bei. Der Unterricht ergibt sich aus den Fragen der Patientenbetreuung und ist Teil der ärztlichen Supervision.

Zusätzliche Information

Kontakt

Barbara Pfrengle-Längler
Sekretariat
Tel.: +49 (0)2302 / 926-733

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