Silhouette Universität Witten/Herdecke
Department für Pflegewissenschaft

    Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD)

    2005 wurde das Dialog- und Transferzentrum Demenz (DZD) als eine der Säulen der „Landesinitiative Demenz-Service NRW“ ins Leben gerufen. Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landesverbände der Pflegekassen beauftragten es mit dem Wissenstransfer zwischen Demenzforschung und versorgender Praxis.

    Das DZD ist am Department für Pflegewissenschaft der Fakultät für Gesundheit an der Universität Witten/Herdecke verankert. Grundlegend für seine Arbeit ist die Erkenntnis, dass relevante wissenschaftliche Ergebnisse zur Versorgung Demenzerkrankter meist in der Praxis nicht ankommen. Das DZD entwickelt Transferkonzepte und wendet sie an, um die Lücke zwischen Forschung und Praxis zu verkleinern.

    Das Dialogzentrum geht mit verschiedenen analogen und digitalen Formaten neue Wege des Transfers und des Austausches mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Nutzung bekannter und die Entwicklung neuer Formate sowie die Sammlung transferierter Inhalte auf seinen social media-Kanälen machen die Informationsplattformen des DZD zu einem ständig wachsenden, kostenfreien Wissensmagazin, das über die Versorgung von Menschen mit Demenz informiert.

    Entscheidend ist, dass dieses Magazin das kollektive Wissen der Gesellschaft beeinflusst. Die Idee alleiniger Expertise auf Seiten der Wissenschaft ist aufgehoben und durch einen Dialog auf Augenhöhe zwischen Forschung und Praxis ersetzt. Dieses Miteinander macht die Herangehensweise des DZD einzigartig.

    Jede Aktivität des DZD beginnt mit der Identifizierung eines praxisrelevanten Themas im Bereich der Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung. Bürgerinnen und Bürger, auch Demenzbetroffene selbst, adressieren diese Themen an das Team, ebenso professionell Pflegende, Forscherinnen und Forscher, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Demenz-Servicezentren oder Förderer des DZD aus Politik und Pflegekassen. Zudem platzieren wir nach Diskussionen im multidisziplinären Team selbst Themen, von denen wir überzeugt sind, dass sie eine hohe Relevanz für die Praxis haben.

    Zu jedem Thema eruiert das DZD zunächst den aktuellen Forschungsstand und stellt ihn der Öffentlichkeit kostenlos und leicht zugänglich zur Verfügung. Dies geschieht beispielsweise durch unseren Forschungsnewsletter, durch selbstproduzierte Videos, Print- oder Onlinepublikation sowie durch Gespräche in Gremien oder Beiräten.

    Die Reaktionen auf die zielgruppenadäquaten Transfers, ob sie im persönlichen Gespräch erfolgen, auf dem Postweg, per E-Mail oder über unsere social-media-Kanäle, werden vom DZD zusammengefasst und in die Forschung wie in die Praxis zurückgespiegelt. Zudem ergänzen wir die Reaktionen beispielsweise durch Experteninterviews zu angrenzenden Fragestellungen. Aus der Forschung wie aus der Praxis erreichen uns dann immer wieder neue Ergänzungen und Hinweise, die Grundlagen für Studien werden können.

    Das DZD schafft so ein nachvollziehbares und themenzentriertes Magazin, das als kollektiver Wissensfundus beständig erweitert, kommentiert und durch Forschung wie Praxis bezüglich seiner Relevanz und Güte validiert wird. Das DZD verbreitet und moderiert dieses fortlaufende Magazin über seine Transferkanäle.

    Folgende Tätigkeitsbereiche bilden die Schwerpunkte des Dialogzentrums:

    • Recherche und Vermittlung internationaler Erkenntnisse zur Versorgung Demenzerkrankter
    • Entwicklung und Durchführung von Transferkonzepten
    • Mitarbeit in Gremien und Arbeitsgruppen der Landesinitiative
    • Unterstützung der Demenz-Servicezentren mit wissenschaftlichem Input
    • Dialog- und Transferveranstaltungen
    • Zielgruppengerechte Publikationen
    • Entwicklung und Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen
    • Gremien- und Netzwerktätigkeit
    Video zur Preisverleihung durch den DBfK
    Video zur Preisverleihung durch den DBfK
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    Der Blog-Auftritt des DZD erreicht seit der Gründung im Jahr 2012 etwa 10.000 Personen pro Monat. Dieses Engagement im Bereich des Wissenstransfers hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) im Jahr 2013 mit dem Agnes-Karll-Preis für besonders innovative Projekte ausgezeichnet.

    Das NRW-Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter sowie die Landesverbände der Pflegekassen finanzieren das Dialog- und Transferzentrum Demenz. Es bildet eine Säule der 2004 gegründeten Landesinitiative Demenz-Service Nordrhein-Westfalen.

    Private Universität Witten/Herdecke gGmbH
    Dialog- und Transferzentrum Demenz
    Stockumer Straße 10
    58453 Witten
    Tel: ++49 (0) 2302 / 926-306
    Fax: ++49 (0) 2302 / 926-310
    E-Mail: dialogzentrum(at)uni-wh.de

    Leitung:Detlef Rüsing