Navigation ab zweiter-Ebene



Unser Leitbild/die Historie

"Pflege ist Wissenschaft und Kunst", dieser Ausspruch von Agnes Karll hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Pflege wird dort zur Kunst, wo sie für individuelle Situationen kreative Lösungen bereitstellen muss, Pflege ist dort Wissenschaft, wo sie kritisch hinterfragt, Wissen bündelt und weiterentwickelt.

Pflege ist stellvertretendes Handeln im Bereich der Alltagsaktivitäten, stets mit dem Anspruch die Unabhängigkeit der durch Krankheit, Alter, Behinderung zeitweilig oder dauerhaft abhängig gewordener Menschen zu erhalten und zu fördern. Sie haben einen Anspruch auf gute Pflege.

Pflege ist eine urmenschliche Tätigkeit, ähnlich wie Erziehen, Heilen, Recht sprechen oder Sinn anbieten – dort wo Pflege professionell ausgeübt wird, erfordert sie eine hohe Kompetenz. In einer komplexer werdenden Welt sind die Pflegeberufe angetreten, ihren spezifischen Beitrag zur Erhaltung von Lebensqualität erfahrbar zu machen.

Entwicklung des Faches (Historie)

Die pflegerische Versorgung stellt einen erheblichen und steigenden Teil aller Gesundheitsleistungen dar, sowohl in der beruflichen als auch in der nicht beruflichen Pflege, sowohl im Akut- als auch im Langzeitbereich und damit in einer Vielzahl von Institutionen. Die Wissenschaft von der Pflege startete in Deutschland mit bescheidenen Anfängen ab etwa 1990, mit einer jahrzehntelangen Verspätung im internationalen Kontext. Seitdem wurde von verschiedenen Seiten immer wieder der Aufbau von Pflegewissenschaft angemahnt (Robert-Bosch-Stiftung, Sachverständigenrat u.a.). Die Qualitätssteigerung der pflegerischen Versorgung benötigt Erkenntnisse über Bedarfe, Problemlagen, geeignete Lösungen usw., hierzu müssen Forschung in Gang gesetzt, WissenschaftlerInnen ausgebildet und ein Transfer in die Praxis gestaltet werden.

Das Institut für Pflegewissenschaft der Fakultät für Medizin wurde 1995 gegründet. Zum Sommersemester 1996 startete die Private Universität Witten/Herdecke gGmbH mit den ersten 28 pflegewissenschaftlichen Studierenden den ersten Studiengang für Berufspflegende an einer deutschen Universität. Das Programm war zunächst als 9-semestriger Diplomstudiengang vorgesehen, wurde dann aber im Rahmen des Bologna-Prozesses zu konsekutiven Studiengängen mit Bachelor- und Masterabschluss umgewandelt.

Erst im April 1999 erkannte das Ministerium für Schule und Weiterbildung, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen die beiden konsekutiven Studiengänge mit einer Befristung auf 5 Jahre als Modellprojekt an.

Sowohl auf politischer als auch auf inneruniversitärer Seite musste viel Überzeugungsarbeit für die junge und innovative wissenschaftliche Disziplin geleistet werden. In der Rückschau ist hier sicher zu resümieren, dass der Start ohne die hochschulpolitische Weitsicht sowie die tatkräftige Unterstützung des Universitätsgründers, Dr. Konrad Schily, nicht möglich gewesen wäre.

Notwendigkeit

Der Bedarf an universitär ausgebildeten PflegewissenschaftlerInnen ist hoch. Angesichts der steigenden Zahl Pflegebedürftiger, chronisch Kranker und alter Menschen, fehlt es von Pflegeseite an Konzepten, um die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Pflegewissenschaft hat jedoch auch Laienpflege zum Gegenstand, bisher gab es nur unscharfe Abgrenzungen zur professionellen Pflege. Beruflich Pflegende stellen mit 1,1 Mill. Personen die größte Gruppe im Gesundheitswesen dar – bis vor wenigen Jahren hatte die Pflege keinen Zugang zu einer wissenschaftlichen Basis. Pflegewissen ist kaum systematisiert, es wird jeweils individuell weitergegeben. Pflegerisches Handeln geschieht vielfach in tradierter und ritualisierter Form. Die Wissensbestände sind stark von anderen Wissenschaften beeinflußt. Pflege konnte ihren originären Beitrag nicht darstellen, ein kleiner Teil der Pflegenden studierte andere Fächer oder verließ Deutschland, um Pflegewissenschaft studieren zu können. Inzwischen eröffnen sich zahlreiche Arbeitsfelder für PflegewissenschaftlerInnen. In NRW ergibt sich nun die Chance, an einer Universität Pflegewissenschaft studieren zu können, der hohe Anteil von Frauen im Studiengang spiegelt die Realität im Berufsalltag wieder. Das Department hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Pflegewissenschaft im universitären Kontext zu entfalten und einen Beitrag zur besseren Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu leisten. Im Mittelpunkt des Studiums steht die Befähigung zur Forschung, damit wird der Anschluss an die internationale Entwicklung der Pflegewissenschaft gesucht und eine Teilnahme an Austausch- und Förderprogrammen möglich. Die Entwicklung der Pflegewissenschaft findet den notwendigen Freiraum an der Privaten Universität Witten/Herdecke. Diese erste deutsche private Universität Witten/Herdecke gGmbH ist 1982 mit dem Ziel angetreten, in Ausbildung, Forschung und Hochschulorganisation Besonderes zu leisten. Zurzeit bietet die Universität Studienmöglichkeiten in den Fächern Wirtschaftswissenschaft, Medizin, Zahnmedizin, Pflegewissenschaft und Philosophie & Kulturreflexion. Im Studium fundamentale finden die Studierenden aller Fächer darüber hinaus eine Plattform für die Auseinandersetzung mit grundlegenden Fragestellungen von Philosophie, Geschichte, Kultur, Kunst und Ästhetik. Die Fähigkeit zu interdisziplinärem Arbeiten wird hier angestrebt. Die Nähe zu den Fakultäten Medizin und Wirtschaftswissenschaft ermöglicht gute Kooperation. Das Studium integriert Praxiserfahrung und legt Wert auf wissenschaftliche Bearbeitung der direkten Pflege. Eine dichte Praxis-Theorie-Vernetzung ist durch die Nähe zu den kooperierenden Gesundheitseinrichtungen gegeben. Die Pflegewissenschaft fühlt sich den Zielen der Universität besonders verpflichtet. Studentische Beteiligung an allen Aktivitäten, Entwicklung von Projekten, Einrichtung von Arbeitsgruppen und Übernahme von Verantwortung, auch in sozialer und ethischer Hinsicht werden ermöglicht und gefördert. Die internationale Ausrichtung des Studiengangs wird durch zwei verpflichtende Praktika im Ausland gelebt. Das Department pflegt zahlreiche Kontakte zu Hochschulen mit pflegewissenschaftlicher Orientierung in verschiedenen Ländern und lädt Gastdozenten zu Lehrveranstaltungen ein.

Zusätzliche Information

Kontakt

Universität Witten/Herdecke
Tel.: +49 (0)2302 / 926-0

Social Networks


Social Feedback