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Fakultät für Kulturreflexion

    Profil der Fakultät für Kulturreflexion

    Der Ausstieg aus den fossilen Energien, der Einstieg in die digitalen Medien, die Neuformatierung des Nationalstaats, der Ausbau der Migrationsgesellschaft: Dies alles sind Themen der Kulturreflexion. Ihr Ziel ist es, die Selbstverständlichkeiten einer Lebensform, unserer Lebensform, in Frage stellen zu können. Kulturreflexion heißt, mithilfe der Wissenschaft und der Künste den Gewohnheiten, Werturteilen, Wahrnehmungsperspektiven auf die Spur zu kommen, die uns an unseren Lebensstil binden.

    Die Kulturreflexion gibt keine schnellen Antworten, aber sie ermöglicht jene Nachdenklichkeit, die für Antworten entscheidend ist. Sie schafft Beweglichkeit in politischen Ideen, wirtschaftlichen Projekten und künstlerischen Initiativen. Sie entwickelt die freien Räume, in denen wir uns unserer Angst stellen können, unsere gewohnte, zunehmend unvertraute Welt zu verlieren.

    Seminare zu Themen wie Kultur, Geschichte und Gesellschaft gehören ebenfalls zum Stufu
    Die Fakultät bietet unter anderem Seminare zu Themen wie Kultur, Geschichte und Gesellschaft an
    Stufu-Seminar "Freude am Sprechen"
    Studierende aller Studiengänge können Softskills wie beim Sprachtraining "Freude am Sprechen" erlernen
    PPÖ-Seminar mit Prof. Matthias Kettner (rechts) und Prof. Dirk Sauerland (links)
    PPÖ-Seminar mit Prof. Matthias Kettner (rechts) und Prof. Dirk Sauerland (links)
    Theaterprobe im knut's
    Darstellende Künste sind ebenfalls ein Thema - öffentliche Aufführungen fördert die Fakultät
    Stufu-Seminar "Klänge passieren"
    Musik kann multiperspektivisch untersucht werden - beim Seminar "Klänge passieren" wurde ein praktischer Zugang gewählt
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    Die Fakultät für Kulturreflexion befasst sich mit Themen der Kunst, Kultur und Politik im Übergang von der modernen zur digitalen Gesellschaft. Sie ermöglicht das interdisziplinäre Studium der Philosophie, Gesellschaftswissenschaften, Kunst- und Literaturwissenschaft sowie die praktische Auseinandersetzung mit den Künsten. Forschung und Lehre sind praxisorientiert und ermöglichen Zugänge zu den Berufen beispielsweise des Kurators, Dramaturgen, Literaturagenten oder Kulturmanagers. Zudem bietet die Fakultät für alle Studiengänge der Universität ein Studium fundamentale an, das sich ebenfalls aus den Fächern Philosophie, Gesellschaftswissenschaften, Kunst- und Literaturwissenschaft zusammensetzt und zusätzlich Themen der Medizin und der Ökonomie behandelt.

    An der Fakultät können sich Studieninteressierte für die Bachelor- und Masterstudiengänge der "Philosophie und angewandten Kulturreflexion" bewerben. Zusammen mit der Fakultät für Wirtschaft führen wir den Bachelorstudiengang "Philosophie, Politik und Ökonomie" durch. Ein Orientierungsstudium "Kultur und Gesellschaft" für Einsteiger rundet das Angebot ab.

    Wichtiges Motiv in allen Studiengängen ist die Auseinandersetzung zwischen Wissenschaft und Kunst, zwischen Beschreibung und Erklärung von Sachverhalten auf der einen Seite und der Wahrnehmung der Welt in den Medien Bild, Ton, Text, Ausstellung und Bühne andererseits. Zielsetzung der Studiengänge sind die Persönlichkeitsbildung, der Gewinn fachlicher Kompetenz und die Übung von Reflexionsfähigkeit.

    Was ist Kulturreflexion?

    Kulturreflexion ist interdisziplinär. Sie umfasst Philosophie, Kulturwissenschaft, Kunst- und Literaturwissenschaft und die Künste. Sie zielt auf Theorie und Analyse ebenso wie auf Kulturmanagement. Die beste Reflexion ist die, die nicht im Nachdenken verharrt, sondern etwas zeigt.

    Wer sich auf die Kulturreflexion einlässt, kann Künstler, Kurator, Wissenschaftler, Politiker oder Unternehmer werden. Mehr noch, wer sich auf Kulturreflexion einlässt, kann Künstler, Kurator, Wissenschaftler, Politiker und Unternehmer werden. Eine Philosophin als Intendantin, ein Soziologe als Dramaturg, eine Bratschistin als Konzertagentin, ein Kunsthistoriker als Kulturpolitiker: Das sind mögliche Berufsbilder. Wer sich auf Kulturreflexion einlässt, muss damit rechnen, dass sich Felder, Kompetenzen und Herausforderungen überschneiden.

    Wozu braucht man Kulturreflexion?
    Wir nennen das auch Studium fundamentale
    Welche Rolle spielt die Politik?
    Persönlichkeitsbildung

    Das Studium fundamentale (Stufu) ist seit Gründung der Universität Witten/Herdecke im Jahr 1983 ein fester Bestandteil aller Studiengänge. Es war zunächst durch das fakultätsübergreifende "Institut für das Studium fundamentale" organisiert und wurde bis 1993 von Prof. Dr. Reinhardt Habel geleitet. In den 1990er Jahren wurden neben dem bereits bestehenden Lehrstuhl für Philosophie weitere Professuren und Dozenturen in den Gesellschafts- und den Kunstwissenschaften eingerichtet.
    Die "Fakultät für das Studium fundamentale" gründete sich im Jahre 1993 und verfügt seither über das Promotions- und Habilitationsrecht.

    Das Studium fundamentale erhielt im Jahr 2006 den Preis für die Deutsche Wissenschaft von der Mercator-Stiftung und dem Stifterverband. In der Begründung heißt es, dass Lehre und Konzept als "wegweisend" zu bewerten sind.

    In den 2000er Jahren wurden die ersten Studiengänge an der Fakultät eingerichtet. Der Bachelorstudiengang "Philosophie und Kulturreflexion" startete im Jahr 2002 und für den Masterstudiengang "Philosophie und Kulturreflexion" können sich Studieninteressierte seit 2005 einschreiben. Eine Umbenennung der Fakultät in "Fakultät für Kulturreflexion – Studium fundamentale" folgte im Jahr 2008.

    Ab 2010
    wurden weitere Studiengänge eingerichtet. Der Bachelorstudiengang "Philosophie, Politik und Ökonomik" wurde in Kooperation mit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft entwickelt. 2013 kamen das zweisemestrige "Orientierungsstudium Kultur und Gesellschaft" und das Stufu plus-Programm hinzu, die beide mit Zertifikaten abgeschlossen werden können. Seit 2014 bieten wir die Masterstudiengänge "Ethik und Organisation" sowie "Doing Culture – Bildung und Reflexion kultureller Prozesse" an.

    Dekane der Fakultät:

    1993 – 1994Prof. Dr. Reinhardt Habel
    1994 – 1998Prof. Dr. Michael Bockemühl
    1998 – 2004Prof. Elmar Lampson
    2004 – 2007Prof. Dr. Matthias Kettner
    2007 – 2009Prof. Dr. Michael Bockemühl
    2009 – 2014Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange
    2014 – 2015Prof. Dr. Claus Volkenandt (geschäftsf.)
    2015 –Prof. Dr. Dirk Baecker