Silhouette Universität Witten/Herdecke
Studium

Arbeitsgruppe Patientenedukation

Die studentische Arbeitsgruppe Patientenedukation entstand im Jahr 2002 als eine von mehreren Arbeitsgruppen im Rahmen des pflegewissenschaftlichen Studiums. Sie wurde von Frau Prof. Dr. Angelika Zegelin-Abt gegründet, die sich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema „Patientenedukation – Patienten informieren, schulen und beraten“ beschäftigt. Sie leitet die Arbeitsgruppe bis heute. Ziel dieser studentischen Arbeitsgruppe war und ist es, die Theorie mit Fragestellungen aus der Praxis zu verbinden. Unter der akademischen Supervision von Frau Prof. Dr. Zegelin und dem Psychologen Günter G. Bamberger entwickelte die Arbeitsgruppe in den vergangenen Jahren eine Reihe verschiedener Konzepte, mit denen die pflegerische Praxis verbessert werden soll.

Seit einigen Jahren beschäftigt sich nun eine Gruppe von insgesamt zehn ehrenamtlich tätigen Studierenden und Alumni vor allem mit der Praxis der Beratung. Idealerweise handelt es sich bei einer Beratung in der Pflege um ein offenes und lösungsorientiertes Gespräch, das „auf Augenhöhe“ zwischen Pflegendem (Berater) und Patienten (Ratsuchendem) stattfinden sollte. Häufig ist dies in der pflegerischen Praxis aber nicht der Fall. Die hier zumeist verwendeten Beratungsansätze stammen in der Regel aus der Psychologie und sind für die spezielle pflegerische Situation weniger geeignet, da Beratung in der Pflege oft ad hoc, nur zu kurzer Zeit oder handlungsbegleitend stattfindet. Zur Verbesserung der Beratung hat die Arbeitsgruppe eine Art Leitfaden mit zehn Werkzeugen entwickelt, mit dessen Hilfe sich die Pflegenden besser auf das Gespräch mit dem Patienten einstellen können. 

 

Fünf dieser Kriterien fokussieren dabei den Patienten (Patient Care), die anderen fünf beziehen sich direkt auf den Pflegenden (Self Care): Bei den Patient-Care-Werkzeugen Achtsamkeit, Einlassung, Empathie, Resourcing und Berührung geht es darum, den Patienten wertschätzend wahrzunehmen, ihm aktiv zuzuhören, seine Gefühle zu beachten, ihn zu inspirieren und zu ermutigen sowie Nähe zu vermitteln. Zu den Self-Care-Werkzeugen gehören hingegen Selbstachtung, Intuition, Selbst-Spürung, Selbststärkung und Selbstermutigung. Beides zusammen ergibt die „Wittener Werkzeuge – ein DoubleCare Beratungsansatz für die Pflege“.

Die erarbeitete „Werkzeugkiste“ wurde 2010 auf dem 1. Hochschultag der Deutschen Gesellschaft für Pflegewissenschaft im Rahmen einer Posterpräsentation und einer anschließenden Session vorgestellt und vom Publikum des Hochschultags auf den zweiten Platz gewählt.

Im Jahr 2012 hat die Arbeitsgruppe das Konzept „Wittener Werkzeuge“ erstmals in einer Kooperationseinrichtung des Departments für Pflegewissenschaft geschult. An vier Terminen mit jeweils zwei Tagen kamen 20 Pflegende zu einem Seminar zusammen. Zwischen den Seminaren erhielten die Pflegenden Selbstlern- und Reflexionsübungen.

Ansprechpartnerin und weitere Informationen:

Tanja Segmüller (tanja.segmueller@hs-gesundheit.de),

http://www.wittener-werkzeuge.de