Praxisnahe Forschung
Forschung am iamag – kurz erklärt
Wir starten mit der Frage: Was macht Forschung in der Allgemeinmedizin so wichtig und was ist das Besondere an unserer Forschung am iamag?
Danach stellen in einer kleinen Videoreihe wissenschaftliche Mitarbeitende des iamag ausgewählte Forschungsthemen und zentrale Erkenntnisse vor. In kurzen Videos geben sie Einblicke in ihre Fragestellungen, Forschungsmethoden und Ergebnisse und zeigen damit auch, wie unsere Forschung zur Weiterentwicklung der hausärztlichen Versorgung beiträgt.
Univ.-Prof. Dr. med. Klaus Weckbecker
Warum ist Forschung in der Allgemeinmedizin so wichtig und was zeichnet die wissenschaftliche Arbeit am iamag aus? Prof. Dr. Klaus Weckbecker gibt Einblicke in unser Forschungsverständnis, die Besonderheiten hausärztlicher Forschung und die Frage, wie wir am iamag dazu beitragen, die Versorgung weiterzuentwickeln.
Dr. rer. medic. Christine Kamp
Wie können wir Studien gemeinsam mit Praxisteams konzipieren und planen? Am Beispiel einer Flashmobstudie, die wir während der COVID-19-Pandemie durchgeführt haben, geben wir einen Einblick, wie partizipative Ansätze niedrigschwellig umgesetzt werden können.
Die Ergebnisse im Detail können in der Zeitschrift für Allgemeinmedizin nachgelesen werden.
Neele Kufeld
Lässt sich eine Opioidgebrauchsstörung bei Patient:innen mit chronischen Nicht-Tumorschmerzen zuverlässig mit standardisierten Fragen erfassen? Eine qualitative Interviewstudie (n = 14) zeigt, dass einfache, am DSM-5 orientierte Fragen insbesondere unter Opioid-Langzeittherapie ein erhöhtes Risiko falsch-positiver, vereinzelt auch falsch-negativer Einschätzungen bergen. Erst die Nachfrage nach konkreten Situationen ermöglicht eine valide Beurteilung. Interviewende sollten daher in schmerzspezifischen Nachfragen geschult werden, um Fehldiagnosen und damit eine Über- oder Unterversorgung der Betroffenen zu vermeiden.
Weiterführendes paper:
Was entlastet Medizinische Fachangestellte (MFA) im Praxisalltag und was trägt zu ihrer Arbeitszufriedenheit bei? In unserem Video geben wir Einblicke in die beiden WiSBAH-Studien und stellen die Perspektive der MFA in den Mittelpunkt.
Weiterführende paper:
Job Satisfaction and Chronic Stress of General Practitioners and Their Teams
Geschlechtssensible Versorgung ist ein wichtiger Baustein für eine gerechtere Gesundheitsversorgung. Im Projekt GESCO haben wir erstmals ein geschlechtssensibles Interventionskonzept für die hausärztliche Praxis entwickelt.
Weiterführende paper:
Towards sex- and gender-sensitive pain management
Needs and Wishes Towards Sex- and Gender-Sensitive Chronic Pain Management
Development and feasibility of a sex- and gender-sensitive primary care intervention
Aktuelle Forschungsprojekte
Abgeschlossene Forschungsprojekte
Wie kann man am iamag promovieren?
Anforderungen
Das Team betreut Dissertationen (Dr. med. / Dr. rer. medic.) zu unterschiedlichen Themen der hausärztlichen Medizin und ambulanten Gesundheitsversorgung.
Aufgrund der Anforderungen an das selbständige Arbeiten wird von den Doktorand*innen ein überdurchschnittliches Engagement sowie eine regelmäßige Teilnahme am Doktorandenkolloquium erwartet. Der Lehrstuhl bietet eine engmaschige Betreuung nach einem gemeinsam entwickelten Zeit- und Arbeitsplan und die Mitarbeit in einem Team mit Begeisterung für spannende Themen aus der ambulanten Gesundheitsversorgung.
Bevor Sie sich bei uns melden, bitte informieren Sie sich zuerst über die Anforderungen und nehmen Sie gegebenenfalls zuerst zum Promotionsbüro Kontakt auf. Herzlichen Dank!
Für weitere Informationen zu möglichen Dissertationen wenden Sie sich bitte an die Forschungskoordinatorin des iamag: Dr. rer. medic. Christine Kersting (+49 2302 / 926 764).
Laufende Dissertationen Dr. med.
- Ella Baumgärtner: Vereinbarung von Sprechstundenterminen in Hausarztpraxen aus Sicht von Patient:innen - eine partizipativ entwickelte Querschnittstudie
- Katie Becker: Explorative Analyse klinischer Profile hinsichtlich Patient reported outcome measures (PROM) im Zusammenhang mit der Einnahme von potenziell inadäquater Medikation mit psychotroper, sedierender und anticholinerger Wirkung (PSA-PIM) bei über 65 Jährigen
- Jan Beissner: Vitamin-B6-Mangel im ambulanten Bereich - eine Sekundärdatenanalyse in der Hausarztpraxis
- Saskia Bücker: Diagnostik unter Sedierung bei Menschen mit Intelligenzminderung und/oder komplexer mehrfacher Behinderung in einem Medizinischen Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) – Sekundäranalyse von Aktenangaben
- Gerrit Herzig: Analyse vom Missbrauchs- bzw. Abhängigkeitspotential der Gabapentinoide, unter Berücksichtigung der jeweiligen Indikation und der gleichzeitigen Einnahme von Opioiden
- Siri Hirsch: Konsum von Energydrinks unter 10. Klässlern im Raum Witten – beeinflussende Determinanten, Zusammenhänge zum Risikokonsum von Tabak und Alkoholprodukten und Präventionspotentiale
- Tino Hofmann: HELD - Wie bewerten Studierende den Einsatz von Handheld-Geräten in der universitären Ultraschall-Lehre im Vergleich zu konventionellen Ultraschallgeräten? Unterschiede der Handhabbarkeit der Geräte gemessen mit der System Usability Scale (SUS)
- Anne Jenet: Psychische Gesundheit und finanzielle Sorgen bei Humanmedizinstudierenden in Deutschland
- Ninja Junk: Umsetzung des Positive Health Konzepts in Schulen
- Neele Kufeld: Untersuchung von Substanzgebrauchsstörungen in vulnerablen Gruppen
- Katharina Ladermann: Gynäkologische Tumoren im Kontext der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung - eine retrospektive Sekundärdatenanalyse
- Johannes Marquardt: SonoKomp: Können Studierenden die durch einen einmaligen Ultraschall Grundkurs erworbenen Kompetenzen durch zusätzlich angebotenes üben in Eigenregie langfristig erhalten?
- Marlena Mertes: Querschnittsstudie an professionellen Musiker:innen: Auftreten von Lampenfieber und Auftrittsangst, Coping-Strategien und allgemeinmedizinische Versorgung
- Nils Oelschläger: HELD - Wie bewerten Studierende den Einsatz von Handheld-Geräten in der universitären Ultraschall-Lehre im Vergleich zu konventionellen Ultraschallgeräten? Eine Mixed Methods Studie, zum Einsatz von Handheld-Geräten in der universitären Ultraschall-Lehre
- Severin Pfeil: Studentische Ultraschalllehre im Peer-to-Peer-Format: Entwicklung und Evaluation von Vorbereitungsmethoden für die klinische Ultraschallausbildung an der Universität Witten/Herdecke
- Mohamed Salah: GeWIT: Risikofaktoren Auslassen von Frühstück & Nutzung Kalorienzähler
- Anika Schostak: Krankenhausversorgung im Strafvollzug NRW– Anlass, Art und Patientencharakteristika – eine Aktenanalyse
- Jan Schwenke: Der Übergabeprozess zwischen ambulant tätigen Gesundheitsfachberufen und rettungsdienstlichem Fachpersonal – Eine Bedarfsanalyse zu strukturierten Übergaben im Rahmen der Krankenhauseinweisung mittels des Rettungsdienstes
- Tobias Tetley: Quantitative Untersuchung des Verständnisses der DSM-5 Kriterien bei POUD
- Martin Unkelbach: Nutzung von E-Mails und Textnachrichten in der Arzt-Patienten-Kommunikation
- Lisa Wachendorfer: Lebensqualität von 10. Klässler*innen im Raum Witten im Zusammenhang mit Mobbingerfahrungen. Gibt es eine Nutzungsbereitschaft von Selbsthilfegruppen?
- Johanna Walter: Experiences of Ukrainian refugees on communicating with general practitioners in Germany – a qualitative approach
Laufende Dissertationen Dr. rer. medic.
- Nessia Rachma Dianti: Gesundheitsfaktoren im Zusammenhang mit der Lebensqualität in vulnerablen Bevölkerungsgruppen (GeWIT)
- Wiebke Döring: GERI@Home: Potenziale, Voraussetzungen und Barrieren einer allgemeinmedizinisch geleiteten Hospital-at-Home-Versorqunq bei geriatrischen Patientinnen aus Sicht von Patientinnen, An-/Zugehörigen und Hausärztinnen
- Anne-Lisa Heye: Inanspruchnahme gesundheitsbezogener Leistungen von Jugendlichen in Witten unter sozialräumlichen und soziodemografischen Aspekten
- Alexandra Kayser: Partizipative Entwicklung einer komplexen Intervention zur geschlechtssensiblen hausärztlichen Versorgung von Menschen mit chronischen Nicht-Tumorschmerzen
- Susanne Kersten: Arbeitsbelastung von hausärztlichen Medizinischen Fachangestellten (MFA) durch organisatorische Herausforderungen im Zuge der COVID-19-Pandemie und im Umgang mit Lieferengpässen bei rezeptpflichtigen Medikamenten
- Kristin Rolke: Herausforderungen und Chancen gesundheitlicher Primärversorgung vulnerabler Bevölkerungsgruppen - am Beispiel von ukrainischen Geflüchteten und einer weiteren Bevölkerungsgruppe
- Carolin Rosendahl: Identifizierung von förderlichen und hinderlichen Faktoren in der rechtzeitigen Diagnostik von Demenzen aus Sicht von Hausärzt*innen, Patient*innen und Angehörigen
- Natalie Seuken: Analyse videodokumentierender Gespräche in Bezug auf das Beratungskonzept „Positive Health“ zur Verbesserung hausärztlicher Behandlungsqualität und Förderung der Patientenressourcen mittels Ratinginventar Lösungsorientierter Interventionen (RLI)
- Anastasia Suslow: Medizinische Fachangestellte im Fokus der Covid-19 Pandemie. Ein qualitative
Studie zum Umgang mit Arbeitsbelastung und schwieriger Patient*inneninteraktion - Alexandra Schmidt: Evaluation von Advance Care Planning zur Erstellung von Patientenverfügungen in Hausarztpraxen
Laufende Dissertationen Dr. phil.
Neele Kufeld: Wechselwirkung von Überschuldung und Substanzgebrauchsstörungen: Eine multimethodische Untersuchung von möglichen Wirkmechanismen und Risikofaktoren
Abgeschlossene Dissertationen
- Marielena Schulz-Oster: Hausärztliche Versorgung von Menschen mit morbider Adipositas – Ergebnisse einer Befragung von Praxisteams
- Dr. med. Melina Frech: Interprofessionelle Versorgung von Schwangeren und Wöchnerinnen – eine Public Health Befragung zur Zusammenarbeit in der Geburtshilfe
- Dr. med. Frauke Heinrichs: Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Krankenversicherung in Deutschland? Status quo, hemmende und fördernde Faktoren
- Dr. med. Josephine Solbach: Let's Talk about Sex – Barrieren und Förderungsfaktoren für die Thematisierung von Sexualität im Arzt-Patienten-Gespräch in der Hausarztpraxis
- Dr. med. Annabel Zemke: Die Erfahrung von Arztkindern mit der medizinischen Behandlung durch die Eltern – eine qualitative Interviewstudie