Porträtfoto von Anne Neuber

Anne Neuber, M. Sc.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Fakultät für Gesundheit (Department für Psychologie und Psychotherapie)  |  Professur für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie


Anne Neuber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie.


Forschung

Dissertation: Soziale und emotionale Einsamkeit über die Lebensspanne: Entwicklungsverläufe, kulturelle Unterschiede und Veränderungen durch soziale Übergänge

Einsamkeit kann viele verschiedene Formen haben. Soziale Einsamkeit entsteht, wenn eine Person das Gefühl hat, dass ihr ein soziales Netzwerk aus Freund:innen oder Familienmitgliedern fehlt. Emotionale Einsamkeit beschreibt das empfundene Fehlen einer engen, vertrauten Bezugsperson. Beide Formen von Einsamkeit haben unterschiedliche Ursachen und beruhen auf unterschiedlichen unerfüllten Erwartungen und Bedürfnissen. Deshalb ist es entscheidend, sie getrennt zu betrachten und ihre jeweils eigenen Muster und Ursachen zu verstehen. Unser Forschungsprojekt widmet sich diesen Facetten von sozialer und emotionaler Einsamkeit in drei miteinander verbundenen Teilstudien:

1. Wie entwickeln sich soziale und emotionale Einsamkeit über die Lebensspanne?
Wir analysieren große Langzeitstudien aus den Niederlanden und Deutschland, um zu verstehen, wie sich soziale und emotionale Einsamkeit vom jungen Erwachsenenalter bis ins hohe Alter entwickeln. Erste Ergebnisse zeigen: Beide Einsamkeitsformen verändern sich leicht im Laufe des Lebens, aber nicht im gleichen Tempo und nicht im gleichen Muster. Insbesondere das junge Erwachsenenalter scheint eine besonders vulnerable Phase für sowohl soziale als auch emotionale Einsamkeit zu sein.

2. Zeigen sich diese Altersunterschiede kulturübergreifend?
Einsamkeit ist ein globales Phänomen – aber kulturelle Normen, familiäre und gesellschaftliche Strukturen prägen, wie Menschen Einsamkeit erleben. Wir vergleichen Länder aus Europa, Asien und Südamerika, um zu prüfen, ob sich Altersunterschiede in sozialer und emotionaler Einsamkeit weltweit ähneln – und welche Faktoren dahinter stecken könnten.

3. Welche Rolle spielen soziale Übergänge wie der Beginn eines Ehrenamts?
Ein Ehrenamt kann neue Kontakte eröffnen und das Gefühl von Zugehörigkeit stärken. Wir untersuchen, wie sich soziale und emotionale Einsamkeit verändern, wenn Menschen ein Ehrenamt beginnen oder aufgeben – und ob sich die beiden Facetten dabei unterschiedlich entwickeln. Dieses Projekt hilft dabei, Einsamkeit besser zu verstehen und Ansatzpunkte zu identifizieren, wie gezielte, alltagsnahe Maßnahmen Menschen in verschiedenen Lebensphasen unterstützen können.

 

Weitere Forschung: 

  • Risiko- und Schutzfaktoren von Einsamkeit
  • Einsamkeit und Gesundheit

     


Lebenslauf

Seit 12/2023
Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, Universität Witten/Herdecke

11/2023

Abschluss M. Sc. in Psychologie mit Schwerpunkt Klinische Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum

10/2021
Abschluss B. Sc. in Psychologie an der Ruhr-Universität Bochum

 


Lehre

  • Seminar: Entwicklungspsychologie II (B. Sc.)

     


Presseexpert:in für

  • Verschiedene Formen von Einsamkeit
  • Einsamkeit in verschiedenen Altersgruppen
  • Risiko- und Schutzfaktoren von Einsamkeit
  • Einsamkeit und psychische sowie körperliche Gesundheit

 


Weitere Informationen

Profile:

 

Mitgliedschaften in Fachverbänden:

  • Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs)
  • European Association of Personality Psychology (EAPP)

 

Wissenschaftskommunikation:

  • 05/2025 Keynote und Panel Diskussion zum Thema “Einsamkeit als Gesundheitsrisiko: Epidemiologie, Risikofaktoren und gesundheitliche Folgen” auf dem GESA Kongress 2025 – 10. Ruhrgebietskongress zur Kinder- und Jugendgesundheit, Essen.
  • 04/2025 Vortrag zum Thema “Die Entwicklung von Einsamkeit über die Lebensspanne: Wann wird das Alleinsein zum Problem?” bei der Alfrid Gilde Essen (Cartell Rupert Mayer), Essen.
  • 01/2025 “Einsamkeit und Gesundheit ”. Artikel veröffentlicht im Kneipp-Journal (Kneipp Verlag).