Silhouette Universität Witten/Herdecke
Fakultät für Gesundheit

    Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften

    Der Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften der Universität Witten/Herdecke ist an der Klinik Königsfeld, Zentrum für Rehabilitation, angesiedelt. Inhaber des Lehrstuhls ist der Ärztliche Direktor, Professor Dr. med. Frank C. Mooren.

    Die Rehabilitation (in die frühere Lage oder in frühere Rechte wieder einsetzen aus lat. rehabilitare in derselben Bedeutung, aus lat. re– „zurück, wieder“ und lat. habilitare „befähigen“) umfasst Maßnahmen und Prozesse zur Wiederherstellung, Besserung oder Aufrechterhaltung von Funktionen und Leistungen, die eine Teilhabe am täglichen Leben ermöglichen. Sie erfolgt häufig im Anschluss an die eher primär kurativ ausgerichtete akut-medizinische Versorgung. Natürlich werden in der Rehabilitation die kurativen Aspekte weiterverfolgt, insbesondere im Sinne der langfristig erfolgversprechenden Lebensstiländerung – in den wesentlichen Punkten Bewegung, Ernährung und Stressmanagement. Die Rehabilitation hat darüber hinaus die Bewältigung von Krankheitsfolgen/Behinderungen zum Ziel. Dementsprechend ergänzen sich oft kurative und rehabilitative Behandlungen.

    Die demografische und epidemiologische Entwicklung der westlichen Gesellschaften sind gekennzeichnet sowohl durch Veränderungen der Altersstruktur als auch des Morbiditätsspektrums, mit einer deutlichen Zunahme chronischer Krankheiten, Komorbiditäten und Krankheitsfolgen. Die medizinische Rehabilitation ist ein etablierter Sektor der Gesundheitsversorgung, der vorwiegend auf den Bereich chronischer, verhaltensbedingt erworbener Erkrankungen zielt. Hierbei genügt es nicht mehr, nur auf die bio-medizinischen Grundlagen einer Gesundheitsstörung zu fokussieren. Die ärztliche Tätigkeit muss neben der Behandlung von Krankheiten immer stärker auch die Auswirkungen der Gesundheitsstörung mit den vielschichtigen Beeinträchtigungen von Aktivität und Teilhabe vor dem gesamten Lebenshintergrundes des Menschen beachten. Für das ärztliche Handeln in der Rehabilitation ist daher das ganzheitliche bio-psycho-soziale Modell von wesentlicher Bedeutung, bei der die Krankheiten und Krankheitsfolgen vor dem Hintergrund der Lebenswelt des betroffenen Individuums und seiner Person gesehen werden.

    In wissenschaftlicher Hinsicht gibt es für die Rehabilitationswissenschaften sehr viel Entwicklungspotential. Der Lehrstuhl macht es sich zur Aufgabe, hier Beiträge zu liefern. Das soll geschehen, indem in der Qualitätssicherung, der Erarbeitung von Leitlinien, der Prävention, Durchführung und Nachsorge in der Rehabilitation Strukturen und Prozesse evidenzbasiert untersucht und verbessert werden. Hierdurch soll ihre Effizienz sowie Effektivität gesteigert werden. In der Lehre steht die patientennahe Ausbildung von Studierenden in Klinik und Praxis im Vordergrund.

    Die wissenschaftliche Arbeit umfasst sowohl grundlagen- als auch anwendungsorientierte Forschungsthemen.

    Im Bereich der grundlagenorientierten Projekte geht es um

    • den Zusammenhang von Immunsystem und Sport
    • anti-inflammatorische Aspekte von Bewegung und Sport
    • die Mobilisation von Vorläufer- und Stammzellen durch Bewegung

    Im Bereich der anwendungsorientierten Projekte werden folgende Themen bearbeitet

    • -Sport in Prävention und Therapie innerer Erkrankungen
    • Einsatzmöglichkeiten für Krafttraining im Gesundheitssport
    • Trainings- und Präventionsprogramm zur Vermeidung muskulärer Fehlbelastungen bei körperlich stark beanspruchenden beruflichen Tätigkeiten, wie z.B. dem Schweißen

    Aktuelle Projekte (Beispielhaft)

    Evaluation der Elektromyostimulation im Rahmen der stationären Rehabilitation kardiologischer und orthopädischer Patienten mittels randomisiert-kontrollierter Studien
    Originalarbeiten
    Übersichtsarbeiten
    Prof. Dr. med. Frank Mooren:

    Prof. Dr. med. FRANK MOOREN

    Lehrstuhlinhaber
    Fakultät für Gesundheit (Department für Humanmedizin) (Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften)