Forschung zu Spiritualität und Coping

Spiritualität als Ressource

Transdisziplinäre Erforschung der komplexen Zusammenhänge, die zu Krankheitsverarbeitung und Gesundung beitragen, insbesondere zu der jeweils eigenen Spiritualität und Sinnfindung. Da sich die Konzeptionalisierungen und inhaltlichen Bedeutungen des multidimensionalen Konstruktes Spiritualität je nach kulturellem Kontext deutlich voneinander unterscheiden, wurden spezifische Fragebogeninstrumente zur Messung dieser entwickelt und zur Verfügung gestellt. Insbesondere das Forschungsthema der spirituellen Bedürfnisse sowie der Geistlichen Trockenheit als spezifische Form einer spirituellen Krise stellt einen inhaltlichen Schwerpunkt dar.

Spiritual Care: Berücksichtigung der Spirituellen Bedürfnisse

Die WHO hat ganz deutlich unterstrichen, dass es zur ganzheitlichen Betreuung Schwerstkranker selbstverständlich auch gehört, ihre „spirituellen Beschwerden“ zu berücksichtigen. Hier soll jedoch nicht auf das „Pathologische“ der Beschwerden fokussiert werden, sondern auf die Ressource, die sich im Bedürfnis ausdrücken kann. Diese muss im Sinne der Erfassung existentieller und spiritueller Bedürfnisse abgebildet werden (Dokumentation), sodass ein multiprofessionelles Team darauf reagieren kann (Handlung). Die zugrundeliegende Haltung spricht für eine zuhörende und wertschätzende Offenheit für die spezifischen Anliegen, Hoffnungen und Erwartungen sowie Ängsten und Sorgen der begleiteten Patienten. Hierzu wurd der nun auch international genutzte Spiritual Needs Questionnaire (SpNQ) entwickelt.

Spiritual Care Kompetenzen

Die Spiritual Care Kompetenzen der multiprofessionellen Akteure im Gesundheitssystem können mit dem gemeinsam mit Eckhard Frick entwickelten Spiritual Care Competence Questionnaire (SCCQ) erfasst werden. Somit können Schulungsbedarfe identifiziert und Schulungsprogramme evaluiert werden.

 

Spiritual Care Implementierungs-Projekte

SpECi - Spirituelle Begleitung am Lebensende

In diesem von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW geförderten und gemeinsam mit den Evangelischen Kliniken Essen-Mitte (KEM) erfolgreich beantragten Modellprojektes steht die Evaluation des neu entwickelte Curriculums SpECi und Erprobung einer Implementierungsstrategie im Vordergrund. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie auch unter www.speci-deutschland.de.

Erfassung existenzieller und spiritueller Bedürfnisse bei Patient*innen in der palliativen Versorgung

In diesem Projekt geht es um die Implementierung des SpNQ-Screeners im Rahmen der palliativen Begleitung, sowie um die Dokumentation der Unterstützungsmaßnahmen seitens des Palliativteams. Hier werden aktuell zwei Teilprojekte verfolgt:

1. Im Rahmen der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV): in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung der Universität Witten/Herdecke sowie Palliativteam SAPV Köln GmbH und „Unergründlich e.V. - Zeit für Dich und eine Seele“.

2. Im Rahmen einer „Palliativ-Sprechstunde“: in Kooperation mit der Hospizarbeit und Palliativmedizinische Sprechstunde der Inneren Klinik (Tumorforschung) am Universitätsklinikum Essen, der Klinik für Palliativmedizin Südharz-Klinikum Nordhausen gGmbH und der Abteilung Hämatologie und internistische Onkologie, Palliativmedizin, Ortenau Klinikum Offenburg-Kehl.

 

Aktuelle Projekte

Wahrgenommene Veränderungen infolge der Corona-Pandemie

  • Veränderte Einstellungen und Reaktionen von Tumorpatienten (Arndt Büssing & Jens Büntzel)
  • Veränderte Einstellungen und Reaktionen in unterschiedlichen Personengruppen (Arndt Büssing & Thomas Dienberg)

Spirituelle Bedürfnisse

  • Bei Krebspatienten (Koop. DKG)
  • Bei Flüchtlingen (Koop. Univ. Eichstätt)
  • kranke Jugendliche (Koop. UK Münster)

Spiritual Care Kompetenzen

  • Krankenhaus-Mitarbeiter (Koop. TU München)
  • Kursevaluation Evaluation Spiritual Care Kurs (Koop. DGPM, Diakonie, Caritas)

Geistliche Trockenheit

  • Qualitative Interview mit Ordens-Christen  (Koop. IUNCTUS)
  • Surveys: Ordenschristen, Ehrenamtlich Tätige, 7DA, Yoga-Übende u.a.
  • Stationär behandelte depressive Personen

Ehrfurcht / Dankbarkeit

  • Surveys: junge Erwachsene, Ordenschristen, Yoga-Übende u.a.
  • Auslöser und Empfindungen (qualitative Analysen)

Abgeschlossene Projekte

  • Spirituelle Bedürfnisse in unterschiedlichen Personengruppen (chron. Kranke, Altenheim, junge Mütter, Soldaten)
     
  • Spiritualität bei Personen mit Down-Syndrom
     
  • Spiritualität als Ressource bei Seelsorgenden (Deutsche Seelsorgestudie
     
  • Spiritualität als Ressource bei jungen Erwachsenen
     

Verwendete Methoden

  • Survey
  • klinische Studien
  • Schulungsprogramme
  • Fokusgruppen

Publikationen

Arndt Büssing bei ORCID

Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. Arndt Büssing
Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr.
Arndt Büssing

Fakultät für Gesundheit (Department für Humanmedizin)
Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin

Tel.: +49 (0)2330 / 62-3246

E-Mail: Arndt.Buessing@uni-wh.de

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