Neue Publikation zum Thema „Corporate Purpose“
Nicole Stellers und Guido Möllerings Artikel im European Management Review ist erschienen
Viele Unternehmen formulieren heutzutage ihren „Purpose“. Das ist der übergeordnete Sinn und Zweck, auf den all ihre Aktivitäten ausgerichtet werden. Dies verspricht viele positive Wirkungen, hat aber auch Schattenseiten. Zudem gibt es spezielle Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung der Purpose-Orientierung. Dies haben Nicole Steller und Guido Möllering in einer systematischen Literaturanalyse genauer herausgearbeitet, die jetzt veröffentlicht wurde.
Die Studie ist Teil des inzwischen sehr erfolgreich abgeschlossenen Promotionsprojekts von Nicole Steller. Die Ergebnisse tragen dazu bei, Purpose als mehr als nur einen „Hype“ zu sehen und differenzierter zu betrachten, welche Wirkungen damit verbunden sind. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass die Purpose-Orientierung nicht nur ambivalent ist (Vor- und Nachteile), sondern dass der Inhalt von Purpose außerdem typischerweise mehrdeutig ist. (Jede:r versteht ihn etwas anders.)
„Die Ambiguität von Purpose ist funktional, denn sie erleichtert die Anschlussfähigkeit“, argumentieren Steller & Möllering. „Sie kann aber auch zu Missverständnissen, Konflikten und Enttäuschungen führen.“ Purpose als Facette einer partnerschaftlichen Unternehmensführung ist ein dynamisches Projekt. Hinter einem kurzen Claim wie „Starke Schiene für Deutschland“ (Deutsche Bahn) liegt eine kontinuierliche gegenseitige Verständigungsarbeit.
Der Artikel wurde 2024 von der AOM Social Issues in Management Division für den Best Student Paper Award nominiert und ist nun Open Access (gratis) verfügbar im European Management Review. Schon früher erschien eine Studie über Chief Purpose Officers von Nicole Steller und Albena Björck in Long Range Planning.