Sicherer und effektiver Datenaustausch in der biomedizinischen Forschung
Secure Processing Environments (SPEs) und das Five-Safes-Konzept
Worum es in diesem Beitrag geht:
- welche Komponenten einen sicheren und effektiven Datenaustausch in der biomedizinischen Forschung ermöglichen,
- wie sichere Personen, Projekte, Daten, Umgebungen und Ergebnisse die Grundlage für eine verantwortungsvolle Governance bilden und
- welche Rolle Vernetzung und Zusammenarbeit beim Aufbau von Vertrauen zwischen Institutionen spielen.
In einer Welt, in der Forschungsdaten zu einer zentralen Grundlage für medizinische Innovationen, personalisierte Therapien und effiziente Versorgungssysteme werden, wachsen auch die Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz. Genau hier kommen Secure Processing Environments (SPEs) ins Spiel: hochsichere digitale Arbeitsumgebungen, die sensible Informationen schützen und gleichzeitig moderne Forschung ermöglichen.
Forschungsdaten verlassen die geschützte Umgebung nicht
SPEs sind abgesicherte digitale Umgebungen, in denen besonders schützenswerte Forschungsdaten – etwa Gesundheits-, Genom- oder Versorgungsdaten – verarbeitet werden können. Sie sind darauf ausgelegt, unbefugten Zugriff konsequent auszuschließen.
Strenge Zugangskontrollen sowie abgestimmte technische und organisatorische Schutzmaßnahmen greifen dabei ineinander. Mechanismen zur Vermeidung von Re-Identifikation stellen sicher, dass einzelne Datensätze nicht zurückverfolgt werden können. Gleichzeitig wird jede Aktivität lückenlos protokolliert.
Damit ermöglichen SPEs die Durchführung komplexer Forschungs- und Analyseprozesse, ohne dass sensible Informationen die geschützte Umgebung verlassen müssen.
Secure Processing Environments: Datensicherheit trifft internationale Forschung
Mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen ist die Menge sensibler Daten rasant angestiegen – und damit auch die Anforderungen an Datenschutz, Transparenz und sichere Forschungsinfrastrukturen.
Secure Processing Environments schaffen sichere digitale Arbeitsräume, in denen Forschende komplexe Analysen durchführen, KI-Modelle trainieren oder Datensätze miteinander verknüpfen können, während die Privatsphäre der Betroffenen gewahrt bleibt.
Das stärkt nicht nur das Vertrauen der Öffentlichkeit, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten für nationale und internationale Kooperationen in der biomedizinischen Forschung.
Das sogenannte Five-Safes-Konzept bildet hierfür eine wichtige Grundlage. Es beschreibt fünf zentrale Dimensionen für den sicheren Umgang mit sensiblen Forschungsdaten:
- sichere Personen,
- sichere Projekte,
- sichere Daten,
- sichere Umgebungen und
- sichere Ergebnisse.
Gemeinsam schaffen diese Elemente einen Rahmen, der Datennutzung und Datenschutz miteinander verbindet und eine verantwortungsvolle Forschungsgovernance unterstützt.
Kontakt zum Forschungsdatenmanagement

Annette Strauch-Davey , M. A.
Wissenschaftliche Beauftragte mit Lehraufgaben
Fakultät für Gesundheit | Forschungsdatenmanagement
Alfred-Herrhausen-Straße 50
58455 Witten